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Münchberg

Tierliebe stinkt den Nachbarn

In Gefrees kümmert sich eine Frau um alte und kranke Katzen. Die Tiere allerdings verrichten ihre Notdurft nicht nur dort, wo sie sollen. Der Geruch wabert herum.



Die Samtpfoten von der Cremitzer Straße. Die Notdurft der zahlreichen Tiere stinkt den Nachbarn gewaltig. Foto: red
Die Samtpfoten von der Cremitzer Straße. Die Notdurft der zahlreichen Tiere stinkt den Nachbarn gewaltig. Foto: red  

Gefrees - An der Cremitzer Straße in Gefrees gibt es seit Jahren eine Pflegestelle für heimatlose, alte und kranke Katzen. Die stinkt den Nachbarn inzwischen, und das ganz buchstäblich. Denn die Vierbeiner kennen keine Grundstücksgrenzen und verrichten ihr Geschäft auch in mehreren Nachbargärten.

Eines der ersten schönen, heißen Wochenenden im Jahr; Günther Seibel freut sich auf einen entspannten Frühsommernnachmittag auf seinem Balkon. Und muss nach kurzer Zeit den Rückzug ins Wohnungsinnere antreten. Aus seinem Garten steigt ihm der Gestank von Katzen-Urin in die Nase, der sich bei dem heißen Wetter prächtig entfalten kann. Regelmäßig müssen er und drei andere Nachbarn Katzenhaufen von ihrem Rasen entfernen. Ein Nachbar hat sich deswegen extra ein Hochbeet gebaut. Seit zwei Jahren geht das so. Die Betroffenen sind mit ihrer Geduld am Ende.

Nach Beobachtungen der Nachbarn handelt es sich bei den Tieren insbesondere um alte und kranke Katzen. Das würde auch erklären, dass die Tiere, entgegen ihrer Gewohnheit, ihre Hinterlassenschaften nicht verscharren. Dabei standen am Anfang Versuche, zu einer gütlichen Einigung mit ihrer katzenliebenden Nachbarin zu kommen. Sie hat inzwischen zwölf Katzen, von denen etwa die Hälfte Freigänger sind. So hatten zuletzt im November 2018 die vier betroffenen Nachbarn an einem Samstag mit der Katzenfreundin gesprochen. Die zeigte sich verständnisvoll und versprach, einen Kasten im Freien aufstellen und einen Zaun bauen. Acht Monate später ist nichts davon geschehen. Auch die Stadtverwaltung war mit der Angelegenheit befasst, bat die Katzeneigentümerin schon vor fast zwei Jahren um ein Gespräch, doch die reagierte nicht. Das bestätigt Bürgermeister Harald Schlegel: "Wir versuchen, solche Sachen immer erst mal einvernehmlich zu lösen. Aber die Dame reagiert nicht auf Anschreiben, telefonisch ist sie schwer zu erreichen. Und trifft man sie persönlich an, verspricht sie Abhilfe, etwa, einen Zaun zu erreichten. Aber danach passiert nichts."

Und offenbar gibt es auch andere Probleme als Katzenhinterlassenschaften in Nachbarsgärten. Vor einiger Zeit musste eine Spezialfirma anrücken, um einen verstopften Kanal freizumachen, nachdem bei einem Anwohner schon das Wasser im Keller stand. Als Ursache steht Katzenstreu im Verdacht, das eigentlich nicht über die Toilette entsorgt werden darf. Bürgermeister Schlegel bestätigt, dass es im Frühjahr einen entsprechenden Fall gegeben habe. Und dass dabei auch Katzenstreu zum Vorschein kam. Allerdings habe sich ein kausaler Zusammenhang nicht belegen lassen, zumal im betroffenen Bereich der Kanal sanierungsbedürftig sei.

Die Katzenpflegestelle steht indirekt in Verbindung mit dem Verein Casa Animale. Der Verein kümmert sich insbesondere um herrenlose und kranke Hunde und Katzen aus Osteuropa und vermittelt sie nach Möglichkeit in ein neues Zuhause. Susanne W., die Katzenliebhaberin von der Cremitzer Straße, ist dort Mitglied, "sie arbeitet ehrenamtlich fleißig bei uns mit und vermittelt auch Tiere", versichert man seitens des Vereins. Es handle sich jedoch nicht um eine Außenstelle des Vereins. Susanne W. war telefonisch nicht zu erreichen, Bitten um einen Rückruf blieben unbeantwortet.

Der Stadt sind bis auf Weiteres die Hände gebunden. Die Verwaltung hatte eine Amtstierärztin aus dem Landratsamt in die Cremitzer Straße geschickt; die konnte keine Verstöße gegen das Tierrecht oder artgerechte Haltung feststellen. Möglicherweise gibt es doch eine Handhabe. Im Saarland hat vor wenigen Monaten das Oberverwaltungsgericht im Falle eines Hundehalters entschieden, dass der nicht bis zu zehn Hunde auf seinem Grundstück halten darf, weil es geeignet sei, "wesentlich zu stören" und der Eigenart eines allgemeinen Wohngebiets widerspreche.

Autor

Andreas Gewinner
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Veröffentlicht am:
14. 06. 2019
18:48 Uhr

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Andreas Gewinner

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14. 06. 2019
18:48 Uhr



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