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Münchberg

Waldbesitzer profitieren vom Bau-Boom

Optimismus herrscht bei der Jahresversammlung der Waldbesitzer- vereinigung Münchberg. Die Sägewerke brauchen Frischholz. Dem Borken- käfer ist es zu nass.



Münchberg - Das Geschäft mit Holz läuft gut - dies zeigte sich bei der Jahresversammlung der Waldbesitzervereinigung Münchberg (WBV) in der mit über 200 Mitgliedern voll besetzten Judohalle. Als Vertreter des Geschäftsführers Frank Sander legte Dominik Wilferth den Geschäftsbericht vor. Durch den Borkenkäfer und das viele Holz, das durch die Stürme "Kolle" und "Herwart" in Nieder- und Oberbayern und in Osteuropa angefallen sei, sei am Markt Panik entstanden, berichtete er. Doch weil von diesem Holz vieles nicht sägefähig gewesen sei, seien Auswirkungen auf das Tagesgeschäft ausgeblieben: "Unser Holz wurde trotzdem abgenommen", freute sich Wilferth, was auch der guten Baukonjunktur zu verdanken sei.

Gut zu wissen

Der WBV Münchberg gehören

1031 Mitglieder an, die über

6389 Hektar Waldfläche verfügen. Insgesamt haben die drei Waldbesitzervereinigungen Münchberg, Naila und Hof im vergangenen Jahr 18 200 Festmeter Stammholz, 2000 Raummeter Papierholz und 3000 Schüttraummeter Hackschnitzel verkauft.


Im Sommer seien die Niederschläge zur richtigen Zeit gekommen, damit hätten die Wälder eine gute Wasserversorgung gehabt. Im Spätherbst und Frühwinter sei aber durch die vielen Niederschläge kein Holzeinschlag und kein Aufräumen möglich gewesen, weil die Wälder nicht befahren werden konnten.

Die Aussichten beschrieb Wilferth als sehr gut, "die Sägewerke brauchen Frischholz", und die Preise seien stabil. Wilferth riet den Waldbesitzern, die Stämme nicht zu stark werden zu lassen; sie sollten lieber die gute Marktsituation nutzen. Vom Borkenkäfer sieht er in diesem Jahr keine Gefahr; durch den nassen Herbst und Winter würden wahrscheinlich nicht viele überleben.

Der Ehrengast der Versammlung, der Pressecker Landtagsabgeordnete Ludwig von Lerchenfeld, sah die Forstwirtschaft in Bayern gut aufgestellt. Die Sägewerke warnte er, sie sollten ihre Stammkunden nicht vergraulen, indem sie billiges Holz in Tschechien kaufen und dann später wieder bei den heimischen Waldbesitzern " vor der Tür stehen, damit sie deren Holz bekommen".

Der Wald verändere sich mit dem Klima, er sei aber der einzige Faktor, der CO2 bindet, sagte Lerchenfeld. Selbst das Holz, das verbaut oder gelagert wird, speichere Kohlendioxid, den "größten Umweltschädling". "Ihr Waldbauern werdet sehr gebraucht, damit das größte bayerische zusammenhängende Waldgebiet mit Frankenwald und Fichtelgebirge so bleibt."

Lerchenfeld erinnerte an die Diskussion um den Frankenwald als Nationalpark, das "Damoklesschwert". 500 Mitglieder hätten aus der Not heraus einen Verein gegründet, den er als Vorsitzender führt. Jetzt sei man froh, dass man das Vorhaben habe verhindern können. "Der Frankenwald ist als Nationalpark vollkommen ungeeignet, der Käfer hätte sich explosionsartig vermehrt, die Fichte wäre nicht mehr zu retten gewesen", so Lerchenfeld. "Das ist die Gefahr, wenn Politiker von Dingen reden, von denen sie nichts verstehen."

Der erst im vergangenen Jahr neu gewählte WBV-Vorsitzende Mario Walther bestätigte: Ein Nationalpark Frankenwald hätte durch die Flächenstilllegung einer Ausbreitung des Borkenkäfers Vorschub geleistet. In der Region hätten etwa 120 000 Kubikmeter Rundholz gefehlt. "Mit allen Konsequenzen für die Säger, die Forstunternehmer und nicht zuletzt auch für uns private Waldbesitzer." Selbst Naturschutzverbände hätten den Frankenwald als wenig geeignet angesehen, weil er von Menschenhand geformt sei.

Sehr optimistisch sei man in das Jahr 2017 gestartet, berichtete Walther. "Unsere Fichte, unser Brotbaum, wurde zum Baum des Jahres gekürt. Sie ist die beste Mischbaum-
art für die Wälder unserer Zukunft." Dann sei auch noch der Frankenwald vom Bund Deutscher Forstleute zum Waldgebiet des Jahres gekürt worden. "Der Chef des Bundes Deutscher Forstleute hat den Forstleuten des Frankenwaldes bestätigt, dass sie das bekannte Waldgebiet naturnah und verantwortungsvoll bewirtschaften."

Positiv bewertete der Vorsitzende die rasche Hilfe der Regierung von Niederbayern für die vom Sturm "Kolle" geschädigten Waldbesitzer. Er warf die Frage auf, "ob das bei uns in Oberfranken auch so gelaufen wäre?". Der Sturm und die nasse Witterung im Herbst und Frühwinter hätten zu einer Verunsicherung am Holzmarkt geführt.

Auch das Thema Stromtrasse wurde angesprochen. Für den Ostbayernring zwischen den Landkreisen Lichtenfels und Schwandorf sei die Trasse mit den Grundstückseigentümern besprochen und festgelegt worden, erklärte Walther. Der Wald werde nicht überspannt, weil die betroffenen Waldgebiete nicht als ökologisch eingestuft seien.

Der stellvertretende Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Münchberg, Thomas Krämer, forderte, den Wald zu verjüngen. "Manche tun so, als würde es sie nicht betreffen." Dabei gebe es genügend Geld für alle. Die Waldbesitzer sollten mit den Revierförstern Waldbegehungen machen, um festzustellen, wie viele Jungpflanzen verbissen sind. "Im Landkreis Hof sind dies 35 Prozent, im Landkreis Wunsiedel nur zehn Prozent." Deshalb müssten die Jäger im Raum Hof ihre Abschusspläne besser einhalten. Krämer lud die Waldbesitzer zu einem Vortrag zu diesem Thema am 5. März in Ahornberg ein.

Vorsitzender Walther erinnerte an die zahlreichen Aktivitäten der WBV, mit Schulungen, Tagungen, Begehungen und Info-Veranstaltungen. Auch beim Dorffest in Kornbach und beim Waldbesitzertag in Dürnberg sei man vertreten gewesen. Der Vorsitzende dankte den Förstern und dem AELF, das die Waldbesitzer stets gut unterstützte.

Autor

Helmut Engel
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Veröffentlicht am:
22. 02. 2018
21:39 Uhr

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Helmut Engel

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Veröffentlicht am:
22. 02. 2018
21:39 Uhr



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