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Münchberg

Zwei Meister bündeln ihr Können

Mit erlebbarer Kulinarik will Münchbergs "Kulcity" künftig Kunden anlocken. Zwei der zahlreichen "Genuss"-Handwerker legen jetzt mit einem Gemeinschaftswerk vor.



"Heute back‘ ich, morgen brau‘ ich", heißt es im Märchen. In Münchberg geht das genau anders herum: Aus dem Bier von Janes Reith (rechts) macht Jürgen Roßner das neu kreierte "Bernsteinbrot". Foto: cs
"Heute back‘ ich, morgen brau‘ ich", heißt es im Märchen. In Münchberg geht das genau anders herum: Aus dem Bier von Janes Reith (rechts) macht Jürgen Roßner das neu kreierte "Bernsteinbrot". Foto: cs  

Münchberg - Münchberg will "Kulcity" werden - eine Stadt der Genüsse. In wenigen Jahren soll es im Zentrum eine Fülle von Angeboten zu diesem Thema geben, vom Gastkoch in der Schau-Küche bis hin zu kulinarischen Besonderheiten, die man nur in Münchberg bekommt. Schon jetzt gehört die Stadt zu den 23 Genuss-Orten in Oberfranken mit einer Vielzahl an "Genuss"-Handwerkern.

Wie geht es weiter mit "Kulcity"?

Die Idee: Im September hat Bürgermeister Christian Zuber verkündet, dass Münchberg mit einem revolutionären Konzept gegen Leerstände in der Innenstadt vorgehen will. Die Stadt will das Zentrum für Genuss und Kulinarik werden, der Arbeitstitel dafür lautet "Kulcity". Das Thema "Genuss" soll sich wie ein roter Faden durch die Stadt ziehen. Denn Münchberg wurde im Vorjahr vom Freistaat zu einem von 100 Genuss-Orten in Bayern ernannt. Im Landkreis Hof ist man der Einzige. Nun will die Stadt das Thema erlebbar machen. Vorschläge reichen von Koch-Events bis hin zu Führungen durch Läden und Kneipen, von einer Bierothek bis zum Museum für Kulinarik. Zentrales Gebäude des Projekts soll das historische "Fachwerkhaisla" werden, das saniert wird.

Der Stand der Dinge: Die Stadt steht zurzeit in engem Austausch mit der Regierung, um eventuell Fördermittel in Anspruch nehmen zu können. Da der Umbau des "Haislas" längere Zeit dauert, braucht es ein Übergangs-Quartier: "Wir sind im Moment im Gespräch mit verschiedenen Immobilienbesitzern", teilt Sprecherin Bianca Langheinrich-Keim auf Anfrage mit. Wenn diese Übergangs-Keimzelle gefunden sei, sollen die Bürger dort über den aktuellen Stand des Projektes informiert werden.

Die nächsten Schritte: Die Stadt will ein Projektmanagement beauftragen, um die Idee umzusetzen. Es soll mehrere Arbeitsfelder parallel angehen: Akteure gewinnen, abklären, welche Beteiligungsform in Frage kommt, die Marke "Kulcity" aufbauen, Produkte und Lieferanten gewinnen, Räume anmieten und entwickeln. "Das Projektmanagement wird sich nach und nach zurückziehen und die Betreibergesellschaft wird mehr und mehr Aufgaben übernehmen", so formuliert Langheinrich-Keim das langfristige Ziel.


Zwei von ihnen haben sich jetzt zusammengetan und ein Gemeinschaftswerk entwickelt: Ein Brot mit Bier. Janes Reith hatte die Idee. Der 29-Jährige, der in Berlin Brauwesen studiert hat, ist in seine Heimatstadt zurückgekehrt, und stellt hier seit 2015 Bier her. Sein "Hopfenhäusla" ist die einzige Münchberger Brauerei, und die erste seit zirka 20 Jahren. 40 Sorten hat Reith bereits kreiert.

Der gelernte Brauer und Mälzer probiert gerne Neues aus und hat irgendwann angefangen, mit seiner Lieblingssorte "Bernsteinbier" Brot zu backen. "Allerdings ist das für einen Laien schon aufwendig." So kam ihm der Gedanke, sich professionelle Hilfe zu holen und mit einem Bäcker das Rezept weiter zu entwickeln.

Jürgen Roßner war gleich begeistert. Zwei Wochen lang haben die beiden Meister experimentiert, bis ihr "Bernsteinbrot" den richtigen Geschmack und die richtige Farbe hatte. Anstatt Wasser kommt nun Bier in das Roggenmischbrot. Die Malzigkeit des Getränks soll ihm die besondere Note geben.

Der Braumeister weiß, dass sich Bäcker und Brauer von Alters her gut ergänzen. "Wenn die Hefe der Bäcker in der Luft lag, ist der Gärprozess gelungen." Deswegen befand sich eine Brauerei meist neben einer Bäckerei.

Nun sind die beiden bespannt, wie ihr Gemeinschaftswerk bei den Münchbergern ankommt. Jeden Donnerstag wird Jürgen Roßner das Brot in seiner Bäckerei anbieten. "Ich finde die Idee top, aber letztendlich entscheidet der Kunde", weiß der Bäckermeister.

Beide versprechen sich viel von Münchbergs "Kulcity"-Idee, zu der das Gemeinschaftswerk ihrer Meinung nach perfekt passt. Im "Fachwerkhaisla" könnte man Werbeflyer auslegen und über das Brot informieren. Der Braumeister kann sich auch gut vorstellen, Bierbrau-Kurse für Besucher anzubieten, falls dies gewünscht wird.

"Der Grundgedanke des Konzepts ist super", meint auch Jürgen Roßner. Allerdings glauben die beiden Meister, dass es wohl noch einige Jahre dauern wird, bis aus ihrer Stadt "Kulcity" geworden ist.

Autor

Claudia Sebert
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
28. 11. 2019
17:42 Uhr

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Autor

Claudia Sebert

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Veröffentlicht am:
28. 11. 2019
17:42 Uhr



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