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Naila

"Auch mal positive Nachrichten verbreiten"

Leonhard Crasser vom Bund Naturschutz ist für den Newsletter im Frankenwald zuständig. Ihm ist es wichtig, beide Seiten zu sehen, damit sich Menschen eine Meinung bilden.



Leonhard Crasser ist Pressereferent und Schriftführer der BN-Ortsgruppe Frankenwald Ost. Foto: Köhler
Leonhard Crasser ist Pressereferent und Schriftführer der BN-Ortsgruppe Frankenwald Ost. Foto: Köhler  

Frankenwald - Wer im zurückliegenden Winter zu Kalium-Formiat gegriffen hat statt zu Streusalz, hat etwas für eine saubere Umwelt und mehr Artenvielfalt getan. So lautet "Die gute Nachricht" des Monats der Ortsgruppe Frankenwald Ost des Bundes Naturschutz (BN). Regelmäßig gibt Leonhard Crasser, Pressereferent und Schriftführer der Ortsgruppe, fundiert recherchierte Newsletter heraus, die über umweltfreundliche Alternativen informieren.

Zur Person

Leonhard Crasser wurde 1962 in Hof geboren und ist in Naila aufgewachsen. Nach einer Lehre als Kunstschmied machte er einen Abschluss als Diplomingenieur (FH) Luft- und Raumfahrttechnik. Es folgte eine Laufbahn als Offizier bei der Luftwaffe bis 1993, danach wirkte er acht Jahre in Führungsposition eines großen Mittelständlers im Raum Hof. Nach 17 Jahren Selbstständigkeit im Bereich Maschinenbau ist Leonhard Crasser seit letztem Jahr bei einem Mittelständler angestellt. Bereits seit 25 Jahren ist er Mitglied beim Bund Naturschutz.

 

 

 

An welche Zielgruppe richten sich Ihre Newsletter?

An jeden Einzelnen, der etwas für die Umwelt tun will. Privat braucht man ja nicht so viel Salz zum Streuen, höchstens zwei Kilo im Winter. Da macht es nichts, mal ein bisschen mehr zu bezahlen und dafür Wasser und Böden das schädliche Streusalz zu ersparen. Es geht uns um kleine Schritte vor Ort und praktizierte Bürgernähe. Wir wollen nicht nur Verhinderer sein, sondern auch mal positive Nachrichten verbreiten.

 

Wie finden Sie Ihre Themen?

Wenn man technikverliebt ist, sucht man ständig nach Neuheiten. Manchmal sind es aber auch Themen, die mir selbst auf den Nägeln brennen. Erste Entwürfe gehen per Mail an unseren Vorsitzenden Klaus Schaumberg, der als Diplombiologe einen ganz anderen Blickwinkel hat. Wir mailen einen Text dann mit immer neuen Ergänzungen so lange hin und her, bis er rund ist. Dann geht der Beitrag an die Presse.

 

Was ist Ihr genereller Anspruch, den Sie mit den Newslettern im Hinterkopf haben?

Es ist ein grundsätzliches Problem, dass Dinge nicht den Preis haben, den sie haben müssten, würde man die Umweltfolgen einkalkulieren. Das betrifft nicht nur das viel zu billige Steinsalz, sondern zum Beispiel auch Braunkohle oder Fleisch. Würde man allein die Schäden durch Gülle und Antibiotikaresistenzen einpreisen, würde billiges Fleisch verschwinden. Traurig macht mich, was Lobbyisten so veranstalten, um genau das zu verhindern. Die Verlierer sind unter anderem die kleinen Bauern.

 

Liegt hier Ihre Motivation, sich für den BN zu engagieren?

Mein Engagement begann, als Anfang der 1990er-Jahre eine Klärschlammtrocknungsanlage nach Naila kommen sollte. Damals veranstalteten wir eine große Demo mit über 1000 Leuten und konnten die Pläne verhindern. Seitdem bin ich mit meiner Familie Mitglied beim BN. Anfangs war ich auch schon mal als Pressesprecher tätig, hatte das Amt aber niedergelegt, während ich Stadtrat in Naila war.

 

Seit Sie das Amt zurückhaben, sorgen Sie auch mit Ihren besonders dicken jährlichen Pressemappen für Aufsehen. Was steckt dahinter?

Es ist mir wichtig, dass wir als mit 570 Mitgliedern größte Ortsgruppe in unserem Kreisverband nicht einfach nur eine Loseblattsammlung zusammenstellen. Wir nehmen die örtliche Naturschutzarbeit sehr ernst und wollen das auch zeigen. Darin schwingt die Hoffnung mit, wie bei den Newslettern, dass wir eine Vorbildfunktion erfüllen. Der Landesverband schaut nämlich sehr genau, was die Ortsgruppen machen, und greift gute Initiativen auch auf.

 

Welche Themen wollen Sie für die nahe Zukunft in Angriff nehmen?

Die nächsten Themen für "Die gute Nachricht" sind heimische Superfoods, Granitsteinvorgärten und Mähroboter. Unabhängig davon werden wir unter dem Stichwort "Naturschutzfakten" auch über Themen wie die geplante Stromtrasse, die Höllentalbrücken oder eine Reaktivierung der Höllentalbahn informieren. Ziel dabei ist es, beide Seiten neutral darzustellen, damit die Leute sich eine Meinung bilden können.

 

Wie würde das in der Praxis aussehen?

Bei der Höllentalbahn kann man ja auch aus BN-Sicht gespalten sein: Einerseits wäre ein Teil der Flora und Fauna gefährdet, andererseits könnten rund 14 000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Anspruch ist es also, nicht einfach nur dafür oder dagegen zu sein, sondern die Vor- und Nachteile klar vor Augen zu führen. Denn viele Diskussionen kranken daran, dass die Leute schlecht informiert sind und einseitig argumentieren.

Das Gespräch führte Manfred Köhler

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Veröffentlicht am:
25. 02. 2019
00:00 Uhr

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25. 02. 2019
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