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Naila

Bäckerei geht immer mit der Zeit

Die Tradition der Firma Friedrich in Straßdorf reicht 111 Jahre zurück. Zur Feier kommen viele Gäste; auch die Backstube kann besichtigt werden.



Ihr 111-jähriges Bestehen feiert die Bäckerei Friedrich in Straßdorf mit neuem Logo und Lieferauto. Unser Bild zeigt (von links): Fahrer Bernd Tschirdewahn, Tobias Friedrich, Bürgermeister Reiner Feulner, Karin und Harald Friedrich, Sandra Munzert, Bettina Peetz, Petra Tinkl, Sabine Großmann, Lena Pahl und Christine Popp. Foto: Rittweg
Ihr 111-jähriges Bestehen feiert die Bäckerei Friedrich in Straßdorf mit neuem Logo und Lieferauto. Unser Bild zeigt (von links): Fahrer Bernd Tschirdewahn, Tobias Friedrich, Bürgermeister Reiner Feulner, Karin und Harald Friedrich, Sandra Munzert, Bettina Peetz, Petra Tinkl, Sabine Großmann, Lena Pahl und Christine Popp. Foto: Rittweg  

Straßdorf - Bäckermeister Harald Friedrich ist in der vierten Generation Bäcker. "Zum Geburtstag mit der Schnapszahl 111 wird es wieder einmal Zeit für Veränderungen", verkündet der Geschäftsinhaber am Tag der offenen Backstube und enthüllt mit Bürgermeister Reiner Feulner sein neues Lieferauto. Dort ist neben einem Spruch das neue Firmenlogo zu sehen, entwickelt im Unternehmen von Thomas Mohr in Naila. Bürgermeister Feulner erwähnt, dass viele Faktoren zur Tradition und Qualität gehören. Dass die Friedrichs mit der Zeit gehen, zeige auch ihre Web- und Facebookseite. Auch Landrat Dr. Oliver Bär stattet dem Betrieb einen Besuch ab. Für Verköstigung ist gesorgt; die Kinder tollen in der Hüpfburg herum, und in der Backstube können sich die Besucher über Knetmaschine, Brötchenteig, Zutaten und noch mehr informieren.

Gut zu wissen

In den Regionen, die heute zu Deutschland gehören, ist der Beruf des Bäckers seit der Zeit Karl des Großen (768-814) bekannt. Damals arbeiteten überwiegend Leibeigene an Fronöfen oder Klosterknechte an Klosteröfen. Durch das Wachstum der Städte bildet sich im 10. Jahrhundert der Bäckerberuf als "freier" Berufsstand heraus. Verwendet wurde die Berufsbezeichnung "Beck" (kurz für becker). Anfangs verfügten die wenigsten Bäcker über einen eigenen Ofen. Ihre Waren buken sie daher in den stadteigenen Öfen, in denen sich die Bäcker abwechseln mussten.

 

Für die breite Bevölkerung spielte Brot als Grundnahrungsmittel erst seit dem späten Mittelalter eine Rolle, da Brot bis dahin zu teuer war. Stattdessen aß ein Großteil der Bevölkerung Brei. Etwa ab dem 12. Jahrhundert organisierten sich die Bäcker in Zünften, die ihre Interessen gegenüber der Politik vertraten und den Wettbewerb untereinander regelten.

 

Kräfteraubendes Handwerk bestimmte den Arbeitsalltag. Bedeutende Arbeitserleichterungen durch Maschinen erfolgten in Deutschland erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Damit wurde der Beruf auch für Frauen attraktiv. Heute ist ein Viertel der Lehrlinge weiblich. Quelle: Wikipedia

 

Im Jahr 1908 begann der in Grubenberg geborene Nikol Schmidt mit seiner Ehefrau Jette in Straßdorf zu backen. Sohn Ludwig machte wie sein Vater eine Bäckerlehre und die Meisterprüfung. Mit Frau Käthe übernahm er am 1. Oktober 1935 den elterlichen Betrieb. 1943 fiel er im Krieg in Russland. Die Bäckerei stand einige Zeit still, dann übernahm ihn Käthe mit ihrer Schwiegermutter. Nach einiger Zeit wurden ein Lehrling und ein Geselle beschäftigt. Der Schwarzenbacher Helmut Friedrich kam am 1. März 1952 als Bäckergeselle nach Straßdorf. Drei Jahre später legte er die Meisterprüfung ab, noch ein Jahr später heiratete er Elfriede, eine der drei Töchter von Besitzerin Käthe Schmidt. So wurde aus der Bäckerei Schmidt die Bäckerei Friedrich. 1966 wurde das Haus umgebaut, die Backstube neu gemacht und der Laden vergrößert. Schon damals war Sohn Harald, der jetzige Inhaber, mit in der Backstube. Nach der Bäckerlehre legte er 1987 seine Meisterprüfung ab. 1990 wurde wieder gebaut, vergrößert und ein Mehllager geschaffen. Mit seiner Frau Karin übernahm Harald Friedrich 1994 die Bäckerei. Ein neuer Backofen musste her; eine Filiale wurde 1995 in Schwarzenbach am Wald eröffnet und zehn Jahre später um ein Sitzcafé erweitert. Dazwischen wurde 2001 in Straßdorf ein neuer Laden gebaut. Sohn Tobias ist ebenfalls Bäcker. Seit 14 Jahren ist Harald Friedrich Obermeister der Bäckerinnung - er weiß, wie alte Backtradition und moderne Technik zu vereinen sind.

 

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Christine Rittweg
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 07. 2019
18:44 Uhr

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Christine Rittweg

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09. 07. 2019
18:44 Uhr



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