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Brückenbau beginnt frühestens 2020

Die Frankenwaldbrücken sind Thema im Hofer Kreistag. 2019 wird ein reines Planungsjahr.



Landkreis - Im April soll die favorisierte Planung für die Frankenwaldbrücken im Höllental feststehen. Wie in der Kreistagssitzung am Montag im Landratsamt Hof zu erfahren war, soll dann in einer zweiten Stufe die Genehmigungsplanung beginnen und bis Spätsommer abgeschlossen sein. Stufe drei ist die "Ausführungsplanung", die im September beginnt. Das Jahr 2019 soll somit ein reines Planungsjahr werden. Frühestens 2020 beginnt die Bauphase.

Der Sachstandsbericht zu den Frankenwaldbrücken war ein erweiterter Tagesordnungspunkt der Sitzung. Wie Stefan Krippendorf vom Bereich Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung des Landkreises Hof sagte, waren 2017 und 2018 sehr intensive Jahre der Bürgerbeteiligung. Die Bürgerbegehren seien deutlich pro Brücken ausgefallen. Das Infrastrukturkonzept sei ein Prozess, in dem immer wieder Anregungen eingingen, so auch zur Verlegung des Besucherzentrums in Richtung der geplanten Parkplätze. "Monatlich werden Bürgersprechstunden in Lichtenberg angeboten, die immer gut besucht sind", sagte Krippendorf. 2019 fänden Workshops statt, zum Beispiel zur regionalen Wertschöpfung.

Über die Planungen informierte Christine Schmölzer-Glier, Fachbereichsleiterin Hochbau des Landratsamtes. "In einem europaweiten Verfahren konnten sich Architektur- und Ingenieurbüros um den Auftrag bewerben", sagte die Rednerin. "Fünf Büros kamen in die engere Auswahl, haben sich vorgestellt und wurden bewertet." In allen Punkten überzeugt hätten das Ingenieurbüro Schlaich Bergermann Partner Stuttgart und das Architekturbüro Walch und Partner aus Reutte in Österreich. Nun sei die erste intensive Planungsstufe erreicht. "In dieser Phase werden verschiedene Varianten für die Brücken entworfen und durchgerechnet", sagte Schmölzer-Glier. Neben Konstruktion und Kosten gehe es auch um den Projektterminplan und Gutachten, zum Beispiel in Sachen Naturschutz und Denkmalschutz, was die Lichtenberger Burg betrifft. "Jetzt werden Weichen gestellt", sagte die Rednerin. "Was jetzt geplant wird, lässt sich später nur unter hohem Kostenaufwand ändern."

Neben der Architekturplanung, bei der es unter anderem um das künftige Besucherzentrum, die Wegeführung oder "Foto-Points" geht, spiele auch die Verkehrsplanung eine wichtige Rolle. "Für ein Gutachten wurden recht aufwendige Zählungen durchgeführt", sagte Stefan Krippendorf. Die Daten seien zu einem dicken Gutachten verarbeitet worden. Eines der Ergebnisse sei, dass der Straßenverkehr nach dem Brückenbau auch am Wochenende den Werktagsverkehr nicht übertreffen werde. Über den Planungsstand in Sachen Naturschutz informierte Alexander Trobisch vom Landratsamt. Mögliche Belastungen durch den Tourismus müssten bedacht und durch gute Planung vermieden werden. "Was den FFH-Status betrifft, werden wir eine ziemliche Punktlandung hinlegen", sagte Trobisch, "und wir werden auch keine artenschutzrechtlichen Probleme bekommen, die uns Bauchschmerzen machen müssen."

Stefan Krippendorf informierte über seine Erfahrungen bei der diesjährigen Messe "Expo Real" in München: "Wir haben festgestellt, dass die Brücken Türöffner sind. Im Vorjahr mussten wir noch auf die Leute zugehen, jetzt kamen sie zu uns." Allein 20 Vor-Ort-Termine in Sachen Tourismus hätten sich aus der Messe ergeben.

Klaus Adelt, SPD, machte die Besucherlenkung in Eichenstein zum Thema. Man müsse verhindern, dass die Leute quer durch den Wald und über Felder laufen, sonst werde er dem Projekt nicht zustimmen. Landrat Dr. Oliver Bär erinnerte daran, dass zu diesem Punkt bereits intensive Gespräche geführt worden seien.

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Manfred Köhler
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Veröffentlicht am:
11. 12. 2018
19:10 Uhr

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Manfred Köhler

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11. 12. 2018
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