Topthemen: BrandserieAwallaHof-GalerieKaufhof-PläneBayern HofGerch

Naila

Brückenbefürworter formieren sich

Die Initiative Pro Frankenwaldbrücke sieht sich als Sprecher der "schweigenden Mehrheit". Sie erhofft sich durch den Tourismus einen Aufschwung in vielen Lebensbereichen.



Die Initiative "Pro Frankenwaldbrücke" sieht in den geplanten Höllental-Hängebrücken eine große Chance für die Region. Nun haben sich 50 Menschen getroffen und Jutta Kuhne aus dem Nailaer Ortsteil Hölle zur Sprecherin gewählt. Fotos: Hüttner
Die Initiative "Pro Frankenwaldbrücke" sieht in den geplanten Höllental-Hängebrücken eine große Chance für die Region. Nun haben sich 50 Menschen getroffen und Jutta Kuhne aus dem Nailaer Ortsteil Hölle zur Sprecherin gewählt. Fotos: Hüttner  

Issigau - Den Kritikern Paroli bieten will eine Initiative, die sich für die Entstehung der Fußgänger-Hängebrücken über das Höllental und das Lohbachtal einsetzt. Nun hat sich die Initiative "Pro Frankenwaldbrücke" zusammengeschlossen - auch um der "schweigenden Mehrheit", wie sie sagen, eine Stimme zu geben. 50 Brückenbefürworter aus der Region haben sich getroffen und Jutta Kuhne aus dem Nailaer Ortsteil Hölle zur Sprecherin der Initiative gewählt. Als Beisitzer fungieren Stefan Parnt, Wolfgang Müller, Michael Vogler und Dr. Martin Süß.

Gut zu wissen

Derweil entscheidet der Lichtenberger Stadtrat in seiner Sitzung am Montag, 18. Juni, 18 Uhr, darüber, ob das Bürgerbegehren "Gegen die Errichtung von zwei Fußgängerhängebrücken über das Höllen- und Lohbachtal" zulässig ist. Wenn ja, kommt es nach Issigau auch in Lichtenberg zum Bürgerentscheid.
Die Issigauer werden am Sonntag, 20. Juli, befragt. Nach Bürgerbegehren und Ratsbegehren gibt es hier nun zwei Bürgerentscheide.

Die Gruppe hat es sich auf die Fahnen geschrieben, zu zeigen, welche Chancen das Millionen-Projekt aus ihrer Sicht für die Region haben kann. "Die Herausforderungen rund um die Brücke sind auf der sachlichen Ebene alle lösbar", unterstreicht Wolfgang Müller, Marktgemeinderat der Grünen aus Bad Steben. Aus seiner Sicht sind die Brückenpläne und der Naturschutz sehr wohl miteinander vereinbar.

Die Brückenbefürworter wollen sachlich diskutieren und die Chancen aufzeigen. Aus ihrer Sicht sind die geplanten Hängebrücken nur ein erster Baustein für etwas viel Größeres. Es geht um die Entstehung neuer touristischer Angebote in Gastronomie und Hotellerie, um neue Freizeitangebote und Einkaufsmöglichkeiten in der Region. Ideen gibt es viele, etwa die touristische Nutzung von Leerständen im Altstadtkern von Lichtenberg nach dem "Albergo Diffuso"-Konzept - über die Stadt verstreute Fremdenzimmern. Die Nachfrage nach Immobilien in Lichtenberg ist seit dem Bekanntwerden der Brückenpläne bereits gestiegen, heißt es. "Die Brücken sind ein Leuchtturmprojekt für die gesamte Region, eine Initialzündung für weitere positive Entwicklungen", erläutert Sprecherin Jutta Kuhne. "Unsere Region ist positiv in aller Munde, und das ist erst der Anfang."

Die Befürworter sind überzeugt, dass sich ohne das Millionen-Projekt der Bevölkerungsrückgang fortsetzen wird. "Warum wehren wir uns eigentlich so stark gegen Veränderungen und wollen an den großen Chancen für die Region durch das Brückenprojekt nicht teilhaben?", fragt etwa auch Dr. Martin Süß. Thomas Mohr nennt die Brücken einen "Katalysator". Er räumt zwar ein, dass das Projekt vielleicht nicht "das Seligmachende" sei, aber eben doch die Chance für die Zukunft - die Zukunft der jungen Leute.

Letztlich erhoffen sich die Befürworter des Brückenprojekts durch den Tourismus einen Aufschwung auch in vielen anderen Lebensbereichen. In der Region herrsche das niedrigste Lohnniveau in Bayern, künftige Generationen seien von Altersarmut bedroht, erklären die Befürworter. Vielerorts sinken die Einwohnerzahlen, die Kaufkraft gehe zurück, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten brächen weg. Junge Menschen zögen fort und viele Immobilien in der Region stünden leer.

"Jetzt haben wir die Chance, die Kehrtwende einzuleiten", argumentiert Thomas Mohr. Und Sprecherin Jutta Kuhne ergänzt: "Wir müssen der schleichend immer schlechter werdenden Lage in der Region entgegenwirken."

Der von vielen Menschen gefürchtete Massentourismus rund um die Brücken macht den Befürwortern hingegen keine Sorgen. Schon jetzt seien bei größeren Veranstaltungen im Frankenwald Zehntausende Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs - Unfälle oder Verkehrschaos gebe es dabei nicht. Die Brückenbefürworter unterstreichen zudem, dass man aus Fehlern, die anderswo gemacht wurden, lernen könne. "Was dort schiefgelaufen ist, das werden wir natürlich zu vermeiden versuchen", versicherte Jutta Kuhne.

Sie erklärte, dass die Initiative das Projekt positiv-kritisch begleiten wolle, dass man Sorgen und Einwände der Bevölkerung sammeln werde und zugleich aber auch nach Lösungen für mögliche Probleme suchen wolle. "Die Brücke bringt Freiheit", meint Jutta Kuhne: "Die Nachkommen werden ewig dankbar sein."

Autor

Sandra Hüttner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
12. 06. 2018
18:56 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aufschwung Hotel- und Gastronomiegewerbe Hängebrücken Hängebrücken im Höllental Immobilien Massentourismus Thomas Mohr Wolfgang Müller
Issigau
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Issigau - das Tor zum Frankenwald: Am Sonntag, 22. Juli, entscheiden die Wähler hier, ob sich die Gemeinde politisch und juristisch gegen die Höllental-Brücken stemmen soll. Welchen Einfluss das Ergebnis des Bürgerentscheids auf die Pläne des Landkreises haben kann, ist derzeit unklar.	Foto: Jochen Bake

14.05.2018

Hängebrücken im Paragrafen-Dschungel

Können die Issigauer durch den Bürgerentscheid das Höllental-Großprojekt verhindern? Das bleibt ohne Bauantrag weiter unklar. Knackpunkt könnte der Naturschutz sein. » mehr

Hier ist das Höllental in Bewegung: Wolfgang Degelmann und Ralph König vor einer der Steinhalden am Fuße des Aussichtspunktes König David. Darüber liegt der unter strengem Schutz stehende Schluchtwald. Foto: Köhler

06.04.2018

Schluchtwälder in Gefahr?

Wirken sich die geplanten Hängebrücken negativ auf die Natur im Höllental aus? Naturschützer und Forstleute erklären, warum das Gebiet besonders schützenswert ist. » mehr

Das Wahrzeichen des Höllentals: Die Issigauer befürchten, dass es mit der Ruhe am Hirschsprung vorbei sein könnte, wenn die Brücken kommen.

14.12.2017

Issigauer Bürger fürchten um ihre Ruhe

Die geplanten Brücken im Frankenwald nehmen einen großen Teil der Bürgerversammlung ein. Die Bewohner nehmen den Landrat in die Pflicht. » mehr

Zwei Hängebrücken über das Lohbach- und das Höllental sollen Einheimischen und Touristen den Blick über die Schönheit des Frankenwalds aus einer einmaligen Perspektive ermöglichen.

20.12.2017

Bund Naturschutz will die Hängebrücken light

Bei einem Ortstermin schlägt der BN eine Alternative vor. Die ist allerdings nicht so neu, wie sie zunächst aussieht. » mehr

Zwei Hängebrücken über das Lohbach- und das Höllental sollen Einheimischen und Touristen den Blick über die Schönheit des Frankenwalds aus einer einmaligen Perspektive ermöglichen.

07.11.2017

Kreisverkehr überm Höllental?

Viele Bürger beteiligen sich aktiv an den Planungen für die Hängebrücken im Frankenwald. Eine Idee: Der Zugang erfolgt nur von Lichtenberg aus. » mehr

Auf gute Partnerschaft in Issigau: Unser Bild zeigt (von links) den Seniorchef der Hofer Metzgerei Max, Thomas Köhn - die Metzgerei wird das neue Geschäft in Issigau beliefern -, Metzger Robert Kehl und Bürgermeister Dieter Gemeinhardt. Foto: Sandra Hüttner

09.10.2017

Hofer Wirt übernimmt Metzgerei

Robert Kehl, bekannt als Sänger der "Berger Buam" und als Wirt des Hofer "Trompeters", eröffnet eine Metzgerei in Issigau. Einer seiner Beweggründe: die Hängebrücke. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Kleinwendern

Arche-Dorf Kleinwendern | 22.06.2018 Kleinwendern
» 22 Bilder ansehen

In.Die Musik 2018

InDieMusik Festival 2018 | 16.06.2018 Hof
» 267 Bilder ansehen

Thonberglauf Sachauenstein Teil 2

Thonberglauf Schauenstein | 17.06.2018 Schauenstein
» 64 Bilder ansehen

Autor

Sandra Hüttner

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
12. 06. 2018
18:56 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".