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Bürger äußern Ideen zum Freizeitzentrum

Am Freizeitzentrum in Lichtenberg soll sich einiges tun. Interessierte haben sich dort getroffen, um mit Vertretern von Stadt und Landkreis darüber zu sprechen.



Viele Bürger interessierten sich dafür, wie es mit Freizeitzentrum und Campingplatz weitergeht. Dementsprechend groß war der Andrang bei der Führung durch das marode Gebäude.	Fotos: Hüttner
Viele Bürger interessierten sich dafür, wie es mit Freizeitzentrum und Campingplatz weitergeht. Dementsprechend groß war der Andrang bei der Führung durch das marode Gebäude. Fotos: Hüttner   » zu den Bildern

Lichtenberg - Etwa 80 Lichtenberger und interessierte Bürger des Landkreises haben am Freitag aktuelle Informationen über die Pläne zu Freizeitzentrum und Campingplatz in Lichtenberg erhalten. Dazu führten der Lichtenberger Bürgermeister Holger Knüppel, Landrat Dr. Oliver Bär sowie Vertreter der Fachabteilungen des Landratsamtes durch das marode Gebäude des Freizeitzentrums. Dabei hatten die Bürger Gelegenheit, eigene Ideen anzubringen.

Desolate Zustände im Freizeitzentrum

Beim Rundgang durch das desolate Freizeitzentrum zeigten sich viele Spuren des Verfalls, etwa Wassereinbrüche und Marderschäden. Christine Schmölzer-Glier, im Hofer Landratsamt als Fachbereichsleiterin für Hochbaumaßnahmen, bautechnische Gutachten und Gebäudeunterhalt zuständig, erklärte, dass nach heutigen Normen ein wirtschaftlich zu betreibendes Gebäude anders aussehen müsse. Als Gründe führte sie die immense Raumhöhe, die großen Fensterfronten, die fehlende Barrierefreiheit und die vermutlich verbauten, heute nicht mehr zulässigen Dämmmaterialien aus den 1970er-Jahren an. Wenig später erläuterte die Fachfrau in der integrierten Turnhalle, dass auch diese nicht mehr den Normen entspreche und selbst hinsichtlich der Statik Bedenken bestünden. Der Lichtenberger Bürgermeister Holger Knüppel klärte die Besuchergruppe darüber auf, dass trotz der Stilllegung des Freizeitzentrums Kosten bei der Kommune auflaufen. Dieses Geld würde er gerne für andere Dinge einsetzen - zum Beispiel für den Kindergarten.


Bürgermeister Holger Knüppel erinnerte eingangs daran, dass sich der Stadtrat wegen geschätzter Sanierungskosten zwischen zwölf und 14 Millionen Euro bereits für den Abriss des Gebäudes entschieden hat. "Es sei denn, es findet sich ein Investor mit einem tragfähigen Konzept", merkte er an. Danach informierte das Stadtoberhaupt über die geplante Ertüchtigung des Campingplatzes und die Renaturierung des Uferbereichs am Badesee. Knüppel erläuterte, dass derzeit ausgelotet werde, welche Fördermöglichkeiten es gibt.

Landrat Dr. Oliver Bär sicherte die Unterstützung des Landkreises zu, da das Areal als ein wesentlicher Bestandteil des Projektes "Höllentalbrücken" sei. Allerdings, so versicherte er, werde nichts ohne die Zustimmung der Stadt Lichtenberg und ihrer Bürger passieren. Er erinnerte daran, wie schwierig es sei, das Objekt zu erhalten. Die Kosten, die dafür anfallen, stünden in keinem adäquaten Verhältnis zum Nutzen. "Das bedeutet aber nicht, dass der Rückbau kostengünstig wird", stellte er klar. Voraussetzung für die Unterstützung durch den Landkreis sei, dass die Pläne in das Gesamtkonzept des Brückenprojekts passen. Der Landkreischef brachte auch die Idee, eine Seebühne zu bauen, wieder ins Gespräch. Ein solches Angebot könne auch dem Staatsbad Bad Steben Aufmerksamkeit verschaffen. Bürgermeister Holger Knüppel merkte an, dass sich die Stadt nicht die Planungshoheit aus der Hand nehmen lassen wird. "Das hier ist unser Kleinod", betonte er. "Ein Juwel, wie es der Landrat betitelte."

Dr. Hartmuth Hagemann fragte nach, inwiefern Toiletten für die Besucher der Brücken auf dem Areal eingeplant sind. Außerdem regte er an, die Besucher auf dem Rückweg anders zu lenken. Landrat Bär erklärt dazu: "Es wird einen konzentrierten Bereich geben mit Toiletten im Bereich des geplanten Ticketshops." Die Besucher erst in die eine und dann in die andere Richtung zu schicken, ergebe keinen Sinn. "Zudem kann man eine Wegeführung nur bedingt vorgeben."

Marga Seidel äußerte sich zur Blockhütte, die entstehen soll, um einen Kiosk mit Biergarten unterzubringen. Sie befürchtet, dass diese auf dem Terrain des Campingplatzes eventuell nicht passend sein könnte. Man könne sie sich sparen und stattdessen in die Folgeplanungen zum Areal des Freizeitzentrums mit einbinden. Bürgermeister Holger Knüppel erklärte daraufhin, dass sich der Stadtrat über die Blockhütte einig gewesen sei. Das Gebäude sei als kurzfristige Aufwertung des Campingplatzes gedacht. Bis am oder mit dem Freizeitzentrum etwas geschehe, werde noch viel Zeit vergehen. "Bis dahin stirbt der Campingplatz aus", sagte Knüppel. Es sei später immer noch möglich, die Blockhütte für andere Zwecke zu nutzen. Außerdem schlug Marga Seidel vor, die geplanten Wohnmobilstellplätze auf den bereits versiegelten Plätzen anzusiedeln, anstatt weitere Grünflächen zu opfern.

Volker Funk riet den Verantwortlichen, im Zuge des Brückenprojekts Sichtschneisen an der Angerleite zu schaffen, die den Blick auf Lichtenberg freigeben. Bürgermeister Knüppel wies darauf hin, dass das Gelände den Bayerischen Staatsforsten gehört und zuerst Gespräche nötig wären. Landrat Bär griff die Idee auf.

Alexander Brandt betonte, wie wichtig der Badesee für die Einheimischen sei. "Auch unsere Kinder und Kindeskinder sollen hier Schwimmen lernen", sagte er. Er bat deshalb darum, einen Weg zu finden, die Interessen der Lichtenberger und die der Touristen mit Bedacht in Einklang zu bringen. Die Frage, ob es geplant sei, das Pächterhaus abzureißen, verneinte Bürgermeister Knüppel. "Wir haben die Substanz gesichert und es soll Bestand haben." Weitere Ideen gebe es noch nicht.

Als nächster Schritt steht eine Standortanalyse an. Das erläuterte Christine Schmölzer-Glier vom Hofer Landratsamt. Sie soll Grundlage für den Architektenwettbewerb zu Infozentrum und Ticketshop bilden.

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Sandra Hüttner
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Veröffentlicht am:
02. 09. 2018
19:26 Uhr

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02. 09. 2018
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