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Das Früher im Heute

Das Mittelalter ist wieder modern. Die Burgfreunde Lichtenberg zelebrieren diese Zeit in historischer Gewandung und mit alter Handwerkskunst.



Kerstin Eckardt (links) zeigt das Brettchenweben. Das rechte Bild zeigt Achim Dresselt, der für das Lagerfeuer verantwortlich zeichnet.	Fotos: Hüttner
Kerstin Eckardt (links) zeigt das Brettchenweben. Das rechte Bild zeigt Achim Dresselt, der für das Lagerfeuer verantwortlich zeichnet. Fotos: Hüttner  

Lichtenberg - Die Burgfreunde haben wieder zum Familienlager an "Margas Scheune" eingeladen, um zu werkeln und beisammen zu sein, und natürlich nach Manier des Mittelalters. Immer wieder schauten Interessierte vorbei und beobachteten das bunte Treiben unter den Baldachinen.

Hammerschläge hallten, denn die mit einem Blasebalg angetriebene Schmiede war in Betrieb. Pfeilspitzen, Flaschenöffner und Messer sollen hergestellt werden. "Mit dem Blasebalg wird Luft in das Feuer geblasen, um die notwendige Hitze zu erzielen", erklärt Bernd Seidel, der den Blasebalg betätigt. "Jeder kommt vorbei, wie er Lust und Zeit hat, eine Anmeldung gab es nicht", erklärt Vorsitzender Stefan Eckardt, der mit Lutz Hagen und Peter Michael Tisch und Stühle aus Buchen- und Eschenbohlen baut. "Das Holz ist vom Schlossberg", erklärt Stefan Eckard.

Ein Lagerfeuer brannte natürlich. Kerzen gießen war dort angesagt, und dies geschah mit gesammelten Wachsresten. "Wir tränken Toilettenpapierrollen in Wachs, und die werden dann zu langlebigen Fackeln", erklärt Holger Knüppel und zeigt die extra geschmiedeten Halterungen, in die dann die "Kerzen" eingesetzt werden und als Fackeln gute Dienste tun.

Ute Macht ist mit Weben beschäftigt, und zwar mit eigener gesponnener Wolle, die wiederum vom Bauern kommt. "Ich webe Vierecke in verschiedenen Farben, die dann miteinander vernäht werden", erklärt sie. "Meine Finger sind Schuss- und Kettfaden", fügt sie lachend an. Webend und nähend entstanden schon eine Sofadecke und ein Poncho. Schräg gegenüber sitzt Matthias Quehl, der mit den Stemmeisen in ein bereits zurecht gesägtes Lärchenholz ein Bergwerkszunftzeichen kreiert. Er verrät, dass es für den Förderverein des Friedrich-Wilhelms-Stollens sein wird, dessen Mitglieder es als Geschenk gedacht haben. Mit seinem ersten Versuchsobjekt in Sachen Schnitzen wartet Klaus-Jürgen Köhler auf, der sich an einem Elefant probiert und schon ein beachtliches Ergebnis präsentieren kann.

Kerstin Eckardt widmet sich dem Brettchenweben, das sie sich vor vielen Jahren selbst aneignete. "Die Muster sind teilweise historisch", weiß Kerstin Eckardt, die einige Brettchen entsprechend der Mustervorlage im Einsatz hat, vier Mal vor und vier Mal zurück werden sie gedreht. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht, denn die Brettchen haben auch noch Löcher, die Fäden werden mal von vorn nach hinten, mal von hinten nach vorn gespannt. Die Borte wird dann aufs Gewand genäht, verziert es und bildet ein Detail zur "Verschönerung".

Emsig wird hantiert im Familienlager der Burgfreunde, und dabei kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Die Burgfreunde sind in Gewandung und nicht in Alltagskleidung beim Lagerleben zugange.

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Sandra Hüttner
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Veröffentlicht am:
25. 06. 2018
19:56 Uhr

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Sandra Hüttner

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25. 06. 2018
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