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Naila

Ehrenmal erzählt Nailaer Geschichte

Im Waldfriedhof Naila steht ein altes Denkmal, das nun neu hergerichtet ist. Albin Klöber ließ es im Jahr 1921 errichten.



Das Denkmal des betenden Soldaten im unteren Bereich des Wald- und Naturfriedhofes Naila ist, saniert und in die Umgebung eingepasst, Teil der würdevollen Umgebung. Foto: Hüttner
Das Denkmal des betenden Soldaten im unteren Bereich des Wald- und Naturfriedhofes Naila ist, saniert und in die Umgebung eingepasst, Teil der würdevollen Umgebung. Foto: Hüttner  

Naila - Am Sonntag ist der Wald- und Naturfriedhof Frankenwald feierlich eingeweiht worden (wir berichteten). Das Areal liegt zum Teil in der ehemals zur Villa Albin Klöber gehörenden Parkanlage. Darüber informierte Frank Stumpf bei der Einweihungsfeier. Der Nailaer Bürgermeister erinnerte an Albin Klöber (1857 bis 1947), Kommerzienrat und bisher einziger Ehrenbürger der Stadt Naila. Er war im Jahr 1884 Mitbegründer der Schuhfabrik Seifert & Klöber. "Mit über 1000 Beschäftigten und einer Tagesproduktion von über 3000 Paar Schuhen im Jahr 1934 gehörte die Schuhfabrik zu den wichtigsten Arbeitgebern unserer Stadt", berichtete Stumpf. Albin Klöber ließ im Jahr 1921 ein Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Werksangehörigen errichten. "Einmal im Jahr haben sich die Witwen im Park der Villa auf Einladung von Albin Klöber versammelt, um der Gefallenen und Vermissten zu gedenken", berichtete Frank Stumpf. Das Denkmal habe in erster Linie den Angehörigen Trost geben sollen. Klöber gab das Denkmal bei der 1891 in Dresden geborenen Bildhauerin Ilse Plehn in Auftrag. Es handelt sich um die zweite gleichartige Skulptur eines "Betenden Kriegers", den Ilse Plehn 1918 für die Rosental-Anlagen in Leipzig geschaffen hatte. "Das Denkmal spiegelt hauptsächlich das soziale Gewissen des Fabrikanten gegenüber den im Krieg gefallenen Werksangehörigen der Schuhfabrik wider", bilanzierte Stumpf. Mit dem Ehrenmal habe Klöber auch seine grundsätzliche Verbundenheit und Fürsorgehaltung gegenüber seiner Belegschaft gezeigt. Wie Stumpf weiter berichtete, sei es mit Hilfe von Hans Raithel, dem Vorsitzenden des Schuhmachervereins Naila und Umgebung, gelungen, die Ehrentafel zu retten. Eine Reproduktion der Original-Ehrentafel ist nun, in einem Goldrahmen und unter Glas, hinter dem Denkmal angebracht. In der Mitte prangt "Sanct Michael" hoch zu Ross. Die Inschrift lautet: "Ihren in den Weltkrieg 1914 - 18 gezogenen Mitarbeitern in Dankbarkeit gewidmet die Firma Seifert & Klöber, Schuhwarenfabriken, Naila in Bayern." Darunter sowie links und rechts sind die Namen derer nachzulesen, die "für das Vaterland gefallen" sind, mit Sterbedatum, Wohnort und Beruf: 32 Namen - 32 Menschenleben. Sie kamen aus Naila, Lippertsgrün, Schwarzenbach am Wald, Culmitz, Gerlas und Selbitz wie auch Pirmasens, um nur einige der Herkunftsorte zu nennen. Das Denkmal war im Laufe der Jahrzehnte zugewuchert und wäre sicher in Vergessenheit geraten. Jetzt steht es im Waldfriedhof, an einem besonderen Platz, einem Ort der Ruhe und des Gedenkens. Stumpf erinnerte daran, dass viele Familien in der Schuhfabrik von Albin Klöber ihr Geld verdienten. "Das darf nie vergessen werden und muss der Nachwelt erhalten bleiben."

Im hinteren Bereich um das Denkmal sind Gesteinsblöcke als passende Be- und Abgrenzung angebracht, übrigens aus grauem fränkischen Muschelkalksandstein. In diese kleine Wand ist die Gedenktafel integriert, und jeder kann die Namen derjenigen Nailaer Fabrikarbeiter, die im Ersten Weltkrieg ums Leben kamen, nachlesen. Das Denkmal kann über den neu angelegten Fußweg von der Christian-Schlicht-Straße über den Fußübergang der Bahnanlagen erreicht werden kann, wie übrigens auch der Wald- und Naturfriedhof Frankenwald-Naila.

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Sandra Hüttner
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Veröffentlicht am:
07. 05. 2019
18:50 Uhr

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Sandra Hüttner

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07. 05. 2019
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