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Naila

Gegner warnen vor 6000 Tagesbesuchern

Bürger aus Eichenstein wollen den Bau der Hängebrücken verhindern. Sie befürchten negative Auswirkungen und schildern Erfahrungen anderer Orte.



Lichtenberg - Für die Gegner der Höllentalbrücken brachte Stefan Pfeiffer erhebliche Bedenken vor. Als Vertreter einer Gruppe brückenskeptischer Eichensteiner berichtete er von Besuchen bei bestehenden Vergleichsprojekten im Harz an der Rappbodetalsperre sowie an der Hängeseilbrücke Geierlay in Mörsdorf. "Was wir hier vorgefunden haben, hat nichts mit der Naturidylle vor Norwegen zu tun" - mit diesen Worten zielte er auf die vorherige Schilderungen des Architekten Bernd Hüttner ab. Mit Fotos belegte Pfeiffer den abschreckenden Eindruck, den die beiden "vergleichbaren Projekte bei den Besuchern aus dem Frankenwald erzeugt haben". Er erinnerte an 560 000 Besucher pro Jahr, mit denen die Bürger im Bereich der Geierlay-Brücke zu kämpfen hätten.

"Das sind bis zu 6000 Besucher am Tag. Glauben Sie nicht, dass wir mit 600 Parkplätzen in Lichtenberg hinkommen", warnte er. Auch die Titanbrücke im Rappbodetal belege, dass mit derartigen Bauwerken die Landschaft wesentlichen Veränderungen ausgesetzt sei. "Ich verstehe, dass es unser gemeinsames Ziel ist, Lichtenberg zu beleben. Doch die Erfahrungen, die wir bei unseren Besuchen sammeln konnten, lassen mich daran zweifeln, dass dies mit der Höllentalbrücke gelingt."

Seine These begründete er damit, dass Wanderer und Naturliebhaber nicht das Publikum seien, das solch spektakuläre Punkte suche. "Gewandert ist bei den Brücken, die wir besichtigt haben, keiner." Pfeiffer zitierte den Rat des Bürgermeisters von Mörsdorf, Standort der Geierlay-Brücke: "Der Tourist, der nur rücksichtslos über die Brücke geht und wieder wegfährt, ist genauso zu vermeiden wie die Kurz-Tripper, die nur Ärger bringen und nichts in der Region lassen." Auch die These von der Stärkung der Gastronomie versuchte Stefan Pfeiffer mit Fotos von unappetitlich wirkenden Imbissständen zu widerlegen, die er im Harz und in Mörsdorf vorgefunden habe. "Gasthöfe und Hotels bleiben hier leer." Die Besuche bei Vergleichsbrücken hätten deutlich belegt, dass dieses Konzept nicht funktioniere.

Pfeiffer vermisste eine Würdigung des Naturschutzgesetzes. "Davon haben wir heute wenig gehört."

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Lothar Faltenbacher

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Veröffentlicht am:
14. 09. 2017
19:33 Uhr

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14. 09. 2017
19:33 Uhr



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