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Naila

Großer Aufwand für sauberes Wasser

Der Bund Naturschutz besucht die Kläranlage in Unterklingensporn. Dort lernen die Gäste, in welchem Umfang der Mensch das Wasser belastet.



Hoch hinaus ging es für die Gäste auf die Faultürme, wo sich ein Überblick auf die gesamte Kläranlage bot.
Hoch hinaus ging es für die Gäste auf die Faultürme, wo sich ein Überblick auf die gesamte Kläranlage bot.  

Naila - 20 Frauen und Männer haben sich für die diesjährige Fachexkursion der Ortsgruppe Frankenwald Ost des Bundes Naturschutz in Bayern (BN) interessiert. Sie besichtigten die Kläranlage des Abwasserverbandes Selbitztal. Die Geschäftsführerin des Abwasserverbandes, Barbara Denzler, führte kurzweilig und kompetent durch das Areal, angefangen vom Schneckenhebewerk des ankommenden Abwassers bis hin zur Einleitung des geklärten Wassers zurück in den Vorfluter, die Selbitz, wie es in der Mitteilung des BN heißt.

Gut zu wissen

Was jeder Einzelne zum Gewässerschutz beitragen kann:

- Feste Abfälle gehören in die Mülltonne, nicht in die Toilette.

- Reinigungsmittel sparsam verwenden. Rohrreiniger ganz vermeiden.

- Beim Waschen auf Vorwäsche verzichten, Fein- statt Vollwaschmittel verwenden, ganz auf Weichspüler verzichten

- Öle und Fette aus der Küche nicht in den Ausguss spülen

- Altöl keinesfalls ins Abwasser und immer an den Verkaufsstellen abgeben

- Farbreste und Lösungsmittel nur an Schadstoffsammelstellen

entsorgen

- Altmedikamente in der Apotheke oder am Wertstoffhof abgeben


Die Anlage wurde einst für 100 000 sogenannte Einwohnergleichwerte geplant. Heute sind 27 000 Einwohner angeschlossen, mitsamt der Industrie hat die Anlage eine Auslastung von 45 000 Einwohnergleichwerten. Pro Jahr werden in ihr sieben Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt. Angeschlossen sind die Gründungsmitglieder vom Jahr 1972 Helmbrechts, Schauenstein, Selbitz und Naila. 1989 kam Leupoldsgrün hinzu. Ab 2003 kamen dann mit Pumphebewerken auch Bad Steben und Issigau dazu.

Die Klärung des Abwassers erfolgt grob in vier Schritten: Zu Beginn findet sich die mechanische Reinigung mit Rechen und Absetzbecken, in denen feste Schwimm- und Schwebstoffe wie Sand, Steinchen des Straßenabwassers oder Feststoffe des Toilettenabwassers, mit allem was dort hineingeworfen wurde, entfernt werden. Zudem werden Öle und Fette im Ölabscheider abgetrennt. Als zweiter Schritt folgt die biologische Reinigung durch das Belebtschlammverfahren. Darin bauen Mikroorganismen und Bakterien mit Unterstützung von eingebrachter Luft komplexe organische Verbindungen zu einfacheren Verbindungen ab. Im Nachklärbecken wird nun das bereits vollständig gereinigte Wasser vom restlichen Belebtschlamm getrennt und in die Selbitz eingeleitet.

Im Anschluss wird im dritten Schritt der Restschlamm einer chemischen Reinigung unterzogen. Hier wird das Phosphat, das beispielsweise in Waschmitteln enthalten ist, sowie Stickstoffverbindungen dem Schlamm entzogen. Diese wichtigen Pflanzennährstoffe würden zur Eutrophierung, also einer Überdüngung der Gewässer und damit zur Algenbildung führen.

Der vierte und letzte Schritt ist die Schlammbehandlung und -verwertung. Dies geschieht in den beiden Faultürmen, in denen ohne Sauerstoff und bei einer Temperatur von 36 Grad die organischen Bestandteile zu anorganischem Kohlenstoffdioxid, Methan, Ammoniak und Schwefelwasserstoff abgebaut werden. Das Methan wird zum Betrieb des eigenen Blockheizkraftwerkes genutzt. Dem verbliebenen Faulschlamm wird noch über Kammerpressen größtenteils das Wasser entzogen und schließlich zur Verbrennung abgegeben.

Die Belastung der Gewässer durch hormonell aktive Stoffe, etwa aus der Antibaby-Pille und anderen Arzneimitteln, kann die in Klingensporn eingesetzte Klärtechnik nicht beseitigen. Diese können über die Nahrungskette wieder bis zum Menschen gelangen.

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Veröffentlicht am:
18. 03. 2019
18:36 Uhr

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18. 03. 2019
18:36 Uhr



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