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Naila

Herbert Punzelt sagt Servus

Der Pastoralreferent in der katholischen Kirchengemeinde Naila geht bald in den Ruhestand. 1980 zog er in die Stadt und kümmerte sich am liebsten um die Jugend.



Pastoralreferent Herbert Punzelt geht bald in Rente. Foto: Hüttner
Pastoralreferent Herbert Punzelt geht bald in Rente. Foto: Hüttner  

Naila - Die Stadt Naila kannte er nicht, bevor ihn sein Arbeitgeber Diözese in Bamberg hierher geschickt hat. Das gibt Herbert Punzelt schmunzelnd zu. Seit dem 1. September 1980 ist er als Pastoralreferent in der katholischen Kirchengemeinde tätig. Und dies gern, wie er sagt. Am 31. August geht er offiziell in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin wird Gemeindereferentin Michaela Meusel ab September sein, die auch Aufgaben im Dekanat übernehmen wird.

Gottesdienst

Die Verabschiedung von Pastoralreferenten Herbert Punzelt findet am Sonntag, 4. August, um 14 Uhr im Rahmen eines Gottesdienstes in der katholischen Kirche "Verklärung Christi" statt. Im Anschluss ist Zeit und Raum für persönliche Gespräche.

Herbert Punzelt stammt aus Effelter. Fünf Jahre, nachdem er nach Naila zog, baute er ein Haus, gründete mit seiner Frau Barbara eine Familie. Heute ist er Vater zweier Töchter und hat drei Enkel.

 

Nach fünfjährigem Theologiestudium in Bamberg mit Abschluss Diplomtheologe wurde Punzelt Pastoralreferent im kirchlichen Dienst. Das war für den 65-jährigen nicht nur ein Beruf, sondern auch Berufung, wie er erzählt.

Die Partnerschaft mit den Pfarrern Udo Zettelmaier, Matthias Untraut, Arpad Bernath, Andreas Eckler und nun Andreas Seliger sei immer gleichberechtigt gewesen. "Wir haben immer als Team gearbeitet und konnten so seelsorgerisch wirksam sein", erklärt Herbert Punzelt. "Durch Pfarrer Zettelmaier bin ich groß und stark geworden", betont der Pastoralreferent.

Anfang August will er nochmals das Zeltlager der katholischen Jugend in der Effelter Mühle organisieren und begleiten. Mit dabei werden Zeltlagerneulinge im Grundschulalter sein wie auch "Alte Hasen", die in der Lagerleitung mitarbeiten. "Im Zeltlager werden wir den 75. Geburtstag von Pfarrer Zettelmaier feiern, der als Vater des beliebten Zeltlagers gilt", erzählt Punzelt. Zettelmaier sei von 1979 bis 1994 Pfarrer in Naila gewesen.

In Naila habe es ihm immer gefallen, sagt Punzelt. "Ich mag die gute Teamarbeit, den kleinstädtischen Raum und die Menschen der Gemeinde." Er schwärmt von einem "pulsierenden Leben ohne Ende" in der katholischen Kirchengemeinde in den 80er- und 90er-Jahren. Der demografische Wandel sowie schwindendes religiöses Bewusstsein machten die Arbeit aktuell schwerer. Erfolge blieben häufiger aus. "Die früher bunte und starke Jugendarbeit im Kettelerhaus gehört leider der Vergangenheit an."

Die Ökumene spiegelte sich beispielsweise in Wiesenfest- und Schuljahresanfangsgottesdiensten, an Christi Himmelfahrt und am Jahresschluss, bei Segnungs- und Abschiedsfeiern wider. Es habe auch sehr viele Veranstaltungen und Feste im Kirchenjahr gegeben, wie die Jungscharwochenenden, die Ministrantenfahrten, die Sternsinger oder die Kinderbibelwochenenden. "Wir hatten früher bis zu 50 Ministranten zu betreuen und im Altarraum standen bis zu 25." Doch diese Zeiten sind vorbei. Genau wie die tägliche Mehrfachbelegung mit Jugendstunden im Kettelerhaus. Jugendarbeit, die mit Jugendlichen gemeinsam organisierten Gottesdienste, das mochte Herbert Punzelt sehr.

Der Arbeitsbereich Jugend habe sich hin zur Kranken- und Klinikseelsorge gewandelt. Der Hospizverein wurde gegründet unter dem Namen Hospizverein Naila-Bad Steben-Selbitz (heute Hospizverein Frankenwald). Punzelt wurde dessen erster Vorsitzender.

Die kleinen Dinge im Leben, die schätzt Herbert Punzelt, und davon zehrt er im Alltag. Der Pastoralreferent erzählt zum Beispiel von einem Achtklässler, der im Religionsunterricht mal sagte: "Was, die Stunde ist schon rum? Schade." Das habe Punzelt sehr gefreut.

Herbert Punzelts Persönlichkeit machen sein Talent für das Erzählen aus, seine einnehmende Art, seine Natürlichkeit und Offenheit. Er erwartet von seinen Mitmenschen nichts - oder zumindest nur das, was er selbst auch geben oder tun würde. "Ich bin ich", sagt er ganz einfach und dabei steckt so viel mehr dahinter. "Nicht lange überlegen, sondern einfach für die Menschen tun - das ist ein unschätzbares Gut, dass ich gerne gebe."

Herbert Punzelt hatte das Glück, in seinem Beruf aufgehen zu können. Und oft hörte er andere Leute sagen: "Herr Punzelt, das ist aber nicht ihre Aufgabe." Und trotzdem übernimmt er gerne viele Aufgaben. "Und delegieren ist eh nicht mein Ding."

Er hat immer gerne einen roten Faden in den Predigten, will die Menschen mitnehmen und erzählt nur das, wovon er selbst überzeugt ist, sagt er. Ein "Repräsentant" will Herbert Punzelt nicht sein, dafür aber ein Mitgestalter und ein Helfer - überall dort, wo er gebraucht wird, ohne auf die Uhr zu schauen.

Der 65-Jährige befürchtet nicht, in ein Loch zu fallen. Er werde es genießen, nicht mehr zu "müssen": "Ich werde mich rufen lassen, wenn ich denn Zeit habe", sagt er mit einem Schmunzeln. Er will sich ehrenamtlich einsetzen. "Dem Kirchenchor werde ich weiterhin ein treuer Sänger sein." Nach dem 31. August will er aber erst einmal eine Sabbatzeit einlegen.

Autor

Sandra Hüttner
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Veröffentlicht am:
10. 05. 2019
19:40 Uhr

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Sandra Hüttner

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Veröffentlicht am:
10. 05. 2019
19:40 Uhr



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