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Issigauer Kirche bleibt eine Baustelle

Noch ist nicht abzusehen, wann der Schwamm aus dem Gotteshaus komplett entfernt sein wird. Zum Heiligen Abend jedenfalls noch nicht.



Balken werden am Boden in einem eigens aufgestellten Zelt präpariert, befallenes Holz wird entfernt, neues, gesundes angesetzt. Fotos: Hüttner
Balken werden am Boden in einem eigens aufgestellten Zelt präpariert, befallenes Holz wird entfernt, neues, gesundes angesetzt. Fotos: Hüttner  

Issigau - Dass die Issigauer den Weihnachtsgottesdienst heuer in der Simon-Judas-Kirche feiern können, das war schon ein sportliches Ziel; jetzt ist der Plan ad acta gelegt. "Es gibt mehr Schwammbefall. Den, der vorher von außen sichtbar war und der an Stellen, die erst im Zuge der Bauarbeiten zutage traten", erklärte der Hofer Architekt Günter Hornfeck bei der jüngsten Baubegehung.

Es ist auch Befall oberhalb der Patronatsloge in den Randbereichen der Kassettendecke aufgetaucht, der sofortiges Handeln erfordert. Und keiner weiß im Moment, wie weit fortgeschritten er ist und ob sogar schon die Randbilder betroffen sind. "Hier wird zeitnah die Restauratorin Anja Fuchs aus Strullendorf arbeiten, das Gerüst steht schon", informierte der Architekt, der auch von Zeitdruck spricht, weil sinkende Temperaturen angekündigt sind. "Wir können die Präparate zur Vorbeugung des Schwammbefalls nur bis zu bestimmten Temperaturen einbringen", erklärt der Architekt.

Von diesen Problemen einmal abgesehen, geht es aber systematisch vorwärts. Zurzeit wird das Holz für die sogenannte "Mann-Mann-Decke", auf der später wieder der Kirchturm aufgesetzt wird, eingebracht. Auch hier müssen die Arbeiter befallene Balken behandeln, Schadstellen entfernen und durch gesundes eingepasstes Holz ersetzen. Die Turmzwiebel ist fast komplett mit spanischem Schiefer eingedeckt, die Schlaufen für das Anhängen zum Hochhieven am Kran sind schon integriert.

Der Turmschaft wird als Nächstes eingedeckt. In dieses Holzkonstrukt wird auch noch der neue Glockenstuhl aus Eichenholz integriert, bevor es in die Höhe geht. "Nur die Glocken werden erst eingesetzt, wenn der Schaft wieder auf dem Dach steht", erklärt der Architekt. Dazu komme, dass für das Aufsetzen das Notdach geöffnet werden muss. "Deshalb kommt es stark auf das Wetter an, denn Feuchtigkeit darf auf keinen Fall ins Gebälk eindringen." Angepeilt ist Ende November. Hornfeck merkt an, dass die abgesetzten zwei Teile mit Turmschaft und Turmzwiebel auch eine Überdachung erhalten, um die Holzkonstrukte vor Nässe zu schützen. Steht der Schaft wieder auf dem Dach, dann wird zuerst eine Verbindung für die Standfestigkeit geschaffen.

Die Mitarbeiter einer Ettersburger Firma sind momentan mit der Mauerkrone beschäftigt, die auch vom Schwamm befallen war. Die Arbeiter haben einiges an Gesteinsmaterial abgetragen und durch Ziegel ersetzt und verputzt. Die Balken, die rundum auf dem Sims verliefen, gilt es später wieder anzubringen. Architekt Hornfeck erklärt, dass die alte Schalung aus senkrecht angebrachten Holzschindeln bestand, die auf quer verlaufenden Leisten befestigt waren. "Damit an den Sparren durch die Wegnahme kein Leerraum entsteht, werden in Millimeterarbeit Holzstücke eingepasst." Kiefer, Fichte und Eiche sind die drei Holzarten, die bei der Sanierung des Tragwerkes zum Einsatz kommen. Architekt Hornfeck schätzt, dass die Arbeiten am Dachtragwerk zu 70 Prozent erledigt sind, und lobt das Team.

Was noch geklärt werden muss, ist, wie man das richtige Raumklima für das Gotteshaus und im Besonderen für die Kassettendecke erreicht. Dabei soll auch untersucht werden, ob eine Wärmedämmung zwischen Kassettendecke und Dachbodendielen sinnvoll ist. "Wärmedämmung ist nicht nur positiv behaftet", merkt der Architekt an und plädiert für eine Hinterlüftung. Lüften ist überhaupt das Zauberwort, da Feuchtigkeit im Gotteshaus vermieden werden soll. Fenster zum Öffnen gibt es nicht.

Als Ziel steht nun, dass zum Weihnachtsfest zumindest die Glocken läuten. Dann übrigens die alten, die an einer neuen Aufhängung schwingen, sodass ein weicherer Klang zu erwarten ist. Architekt Günter Hornfeck: "Aber sicher ist nichts, denn vor weiteren Überraschungen sind wir nicht gefeit."

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Sandra Hüttner
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Veröffentlicht am:
21. 11. 2018
00:00 Uhr

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