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Naila

Jenseits des Rampenlichts

Seit bald fünf Jahren veranstalten zwei Nailaer das CFN-Fest im März. Auch für 2020 stehen fünf hochkarätige Bands fest. Lehrgeld, sagen sie, haben sie nur einmal gezahlt.



Bei der Premiere 2015 waren Dead Lord aus Schweden der große Abräumer beim CFN-Fest. Ihr Gitarrist Olle Hedenström kommt nächstes Jahr mit seiner neuen Band Acid‘s Trip erneut in den Frankenwald. Archiv-Foto: Andreas Geißer
Bei der Premiere 2015 waren Dead Lord aus Schweden der große Abräumer beim CFN-Fest. Ihr Gitarrist Olle Hedenström kommt nächstes Jahr mit seiner neuen Band Acid‘s Trip erneut in den Frankenwald. Archiv-Foto: Andreas Geißer  

Naila - Wenn am 14. März 2020 das Saallicht in der FT-Turnhalle ausgeht und die ersten Töne aus der PA dringen, liegt eine monatelange Vorbereitung hinter Sebastian Kaske und Florian Tomaschek. Es wird die fünfte Auflage ihres CFN-Festes sein. Und das Duo hat im Schnelldurchlauf gelernt, was es heißt, die inhaltliche Verantwortung und das finanzielle Risiko einer aufwendigen metallischen Musikveranstaltung zu tragen. Zwei goldene Regeln formuliert Tomaschek: "Erstens sollte man so günstig wie möglich planen und zweitens nicht damit rechnen, dass der Abend ausverkauft ist." Die erste Regel hat sich umso mehr eingebrannt, weil Tomaschek und Kaske, nach eigener Aussage, beim Premieren-Fest etwas zu viel für ihren schwedischen Headliner hingeblättert haben. "Dieses Lehrgeld haben wir aber nur einmal gezahlt", sagt Florian Tomaschek lachend.

Die Ausgabe 2020

Das Line-up für das nächstjährige CFN-Fest steht bereits fest. Als Headliner haben die Veranstalter mit Iron Angel aus Hamburg eine echte deutsche Speed- und Thrash-Metal-Legende verpflichtet. In den Achtzigern hat die Truppe mit "Hellish Crossfire" und "Winds of War" Klassiker abgeliefert, auch das neueste Werk von 2018, "Hellbound", kam bei Fans und Presse sehr gut an.

Ein Wiedersehen feiert Naila mit den Donaueschingern Blackslash , die schon beim ersten CFN-Fest 2015 am Start waren und abräumten. Heroischer Heavy Metal mit echten Hymnen und Pathos, technisch hochwertig dargeboten, ist echter Konsens-Stoff für den Headbanger.

Der Name Acid‘s Trip dürfte vielen noch nicht so geläufig sein. Hört man aber, dass hinter der jungen Band Dead-Lord-Gitarrist Olle Hedenström steckt, ist die Verbindung nach Naila klar. Dead Lord spielten die Premiere und waren stimmungsmäßig die wohl stärkste Hauptband. Acid‘s Trip bringen demnächst ihr erstes Album raus.

Große Motivation bringen Salem (UK) aus dem Königreich mit in den Frankenwald. 1980 gegründet, widmete sich die Band der New Wave of British Heavy Metal, veröffentlichte einige Singles und EPs, die ersten drei Alben datieren aber alle auf das neue Jahrtausend. Am Sonntag nach dem CFN-Fest 2020 haben sie einen Gig in Paris.

Noch ganz frisch im Geschäft sind Torpedo aus Nürnberg. Ihr klassischer Heavy Metal atmet den Geist der Achtziger mit unverbrauchter Energie.

Karten gibt es auf cowboysfromnaila.bigcartel.com.

 

Im Zentrum der Planungen stehen, wenig verwunderlich, die Bands und ihre Gagen. Die beiden Veranstalter haben genaue Vorstellungen darüber, was eine Band mitbringen muss, um auf dem CFN-Fest zu spielen. Zu extrem sollte sie nicht sein, weil auch gerne einige Altrocker kommen und nicht verschreckt werden wollen von allzu schroffem Death oder Black Metal. Musikalisch limitieren wollen sich Kaske und Tomaschek aber dennoch nicht. "Der Headliner sollte möglichst allgemeintauglich sein", sagt Sebastian Kaske. Vor diesem Hintergrund ist die Rechnung mit der Verpflichtung von Dead Lord, Tokyo Blade, Picture und Talon für die ersten vier Auflagen aufgegangen. Wichtig ist auch: "Die Bands müssen Bock haben, bei uns zu spielen", sagt Tomaschek. Mittlerweile hat das CFN-Fest über die regionalen Grenzen hinaus einen guten Namen erworben. Bands wie Salem (UK), die 2020 auftreten, hatten sich vor zwei Jahren schon von sich aus beworben und kommen nun zum Zuge. Die meisten Bewerbungen lehnen Tomaschek und Kaske allerdings ab, auch wenn sich Bewerber die Mühe machen, ihre Demos aus Südamerika, Russland oder Spanien nach Naila zu schicken. "Wir stellen unser Wunsch-Line-up zusammen", stellen beide klar. Was den beiden musikalisch nicht gefällt, tritt nicht auf. "Wenn der Name passt und die Band bezahlbar ist", wie Tomaschek betont, lohnt sich ein Engagement für beide Seiten. Eine Band fürs CFN eingeflogen hat das Duo bisher erst einmal, nämlich die Briten von Tokyo Blade. Ob es das erneut tut, wird sich angesichts des großen zeitlichen und finanziellen Aufwands zeigen.

 

Neben den Bandgagen sind die Kosten für den Saal und die Technik einzuplanen. Bei den Bedienungen an der Bar und bei der Security können sich Kaske und Tomaschek seit dem Start auf eine Truppe aus Freunden und Bekannten verlassen, die sich freiwillig und kostenlos hinter die Theke und an den Eingang stellen. Das ist mitunter ein Knochenjob. "Dieses Jahr haben sie erzählt, sie hätten von 17 Uhr bis 1 Uhr durchgezapft", sagt Tomaschek. Irgendwie müssen die 700 Liter Bier, die getrunken wurden, ja an den Mann und die Frau gelangen. Damit sparen die Veranstalter Geld, das sie an anderer Stelle, etwa für die Bands, ausgeben können. Eine Kostenstelle, die gerne in Vergessenheit gerät, ist die Gema. "Die muss man einfach im Hinterkopf behalten, weil es nach Antrag lange dauert, bis der Bescheid kommt, man dann aber zügig bezahlen muss", sagt Tomaschek. Die Kosten für die Gema einzukalkulieren, gestaltet sich nicht immer einfach, weil sich, so die Erfahrung der beiden Nailaer, die Berechnungsgrundlage ständig ändert. Mal orientiere sich die Gebührenhöhe an der Saalgröße und den Besuchern, mal am Ticketpreis.

Ein Faktor, der nicht direkt mit den Finanzen zu tun hat, ist die Zeit. "Von der sollte jeder, der etwas in der Art veranstalten möchte, lieber zu viel als zu wenig einplanen", sagt Florian Tomaschek. Im Falle des CFN-Festes bedeutet das, dass er und Sebastian Kaske von Mittwoch bis Freitagabend beim Aufbau der Bühne und der weiteren Technik in der Halle sein müssen. Der Veranstaltungstag, seit Beginn der Samstag, ist der Großkampftag. "Von den Bands bekommen wir selbst am wenigsten mit", sagen die Veranstalter. "Ich bin immer schon froh, wenn wir beim Headliner eine Viertelstunde reinschauen können", sagt Kaske. Viel Schlaf können sich die beiden nach dem Konzert nicht gönnen: Am nächsten Tag steht das große Saubermachen an. "Das ist vielleicht eine der Sachen, die wir künftig auslagern werden", sagt Florian Tomaschek.

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Patrick Gödde

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Veröffentlicht am:
10. 09. 2019
17:54 Uhr

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10. 09. 2019
17:54 Uhr



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