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"Kavalier der Straße": Geroldsgrüner hilft schwer verletzter Bad Stebenerin

Thomas Stäck hat einer schwer verletzten Frau aus Bad Steben geholfen. Für seinen selbstlosen Einsatz hat er nun in Regensburg die Ehrung erhalten.



Thomas Stäck aus Geroldsgrün (Mitte) ist "Kavalier der Straße". Mit im Bild (links) Axel Bartelt, oberpfälzischer Regierungspräsident, und Hermann Fetsch, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft "Kavalier der Straße".
Thomas Stäck aus Geroldsgrün (Mitte) ist "Kavalier der Straße". Mit im Bild (links) Axel Bartelt, oberpfälzischer Regierungspräsident, und Hermann Fetsch, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft "Kavalier der Straße".   Foto: Tino Lex

Geroldsgrün/Regensburg - Thomas Stäck aus Geroldsgrün gehört zu den 28 Helfern, die in Regensburg von der Arbeitsgemeinschaft "Kavalier der Straße" geehrt worden sind. Eine Frau aus Bad Steben hatte ihn in einem Brief dafür vorgeschlagen. Sie war am 9. Dezember vorigen Jahres bei Schneesturm und Glätte auf einem Geh- und Radweg gestürzt und hatte sich dabei einen Trümmerbruch des Sprunggelenkes zugezogen. "Herr Stäck hat sofort angehalten und mich unter Mithilfe eines Lkw-Fahrers in sein Auto gebracht", schildert die Frau in ihrem Schreiben. Er brachte sie sofort 15 Kilometer weit in die Klinik Hochfranken in Naila. "Unterwegs waren er und seine Beifahrerin sehr um mich besorgt. Dass ich wieder einigermaßen zu Fuß sein kann, verdanke ich neben der sehr guten Versorgung in der Klinik Naila und der Reha-Behandlung vor allem diesem jungen Mann, der dies bei sehr schlechten Wetterbedingungen für mich auf sich genommen hat." Die Frau schließt: "Sie sind auch ein Vorbild für viele junge Menschen. Dafür unser Dank."

Die 28 "Kavaliere der Straße" erhielten Plakette und Anstecknadel für herausragende Hilfsbereitschaft. Sie wurden während der 60. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft ausgezeichnet. Ein wichtiges Thema dabei war, dass immer häufiger Helfer und Retter von sensationshungrigen Gaffern gestört werden - "zwei Welten, die inzwischen allzu häufig aufeinanderprallen", wie es in einer Mitteilung heißt.

"Ich finde es abstoßend, wenn sich andere am Leid Dritter ergötzen", sagte Regierungspräsident Axel Bartelt in seiner Festansprache. "Ich kann an Verkehrsteilnehmer nur appellieren, sich auf den Verkehr zu konzentrieren und nicht zum Katastrophentouristen zu werden."

Mehr als 65 000 Kavaliere sind seit Gründung der Arbeitsgemeinschaft im Jahr 1959 für ihr Engagement geehrt worden. Der erste von ihnen war ein Oberpfälzer, wie Bartelt feststellte: Walter Weber aus Schierling im Landkreis Regensburg half damals einem Ehepaar mitten in der Nacht mit einem Abschleppseil, das er aus Hosenträgern und Perlonstrümpfen bastelte. Aber nicht selten ging es auch vor 60 Jahren um dramatische Notfälle.

Andrea Jakob, stellvertretende Chefredakteurin des "Mittelbayerische Medienhauses", sprach die abnehmende Bereitschaft zu rücksichtsvollem Verhalten und Helfen im Straßenverkehr an. "Anstatt stehen zu bleiben, um zu helfen, bleiben viele stehen, um zu gaffen." Eine Feuerwehr schrieb unter ihren Kavaliersvorschlag folgenden Satz: "Beschämend ist die Unverschämtheit mancher Pkw- und Lkw-Fahrer, welche die dringend notwendige Rettungsgasse blockieren und teilweise Videos und Bilder von den Unfällen anfertigen."

Auch Gänsehautmomente gehörten zum Festakt, etwa als Michaela Eschle, Philipp Metzger und Zoltan Sabo geehrt wurden. Ein Familienvater hatte gerade erst seine Frau verloren und dann selbst wegen gesundheitlicher Probleme auf der A 94 einen schweren Unfall. Die drei Helfer wechselten sich über längere Zeit mit den Wiederbelebungsmaßnahmen ab. Sie konnten den 48-jährigen Witwer retten und so verhindern, dass seine kleinen Kinder zu Vollwaisen wurden.

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Veröffentlicht am:
25. 10. 2019
20:22 Uhr

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25. 10. 2019
20:22 Uhr



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