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Naila

Klare Mehrheit im Kreistag steht zu Brückenprojekt

Der Hofer Kreistag hat sich in seiner heutigen Sitzung mit 35 zu 15 Stimmen für das Projekt Frankenwaldbrücke ausgesprochen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf mehr als 20 Millionen Euro.



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So soll die Höllentalbrücke aussehen.   Foto: Landratsamt Hof » zu den Bildern

Landkreis - Mit einem 70-Prozent-Votum hat der Hofer Kreistag am Montagnachmittag bekundet, dass er hinter dem Millionenprojekt Frankenwaldbrücken steht. Nach einer fast dreistündigen denkwürdigen Sitzung und einer intensiven Debatte stimmten 35 Kreisräte für das rekordverdächtige Vorhaben im Höllental, 15 dagegen. Der nächste Schritt: Nun reicht der Landkreis Hof den Förderantrag für Höllental- und Lohbachtalbrücke ein.

Gut zu wissen

Der Kreistagsbeschluss vom Montag ist eine klare Willensbekundung: Das Gremium entscheidet sich für die Umsetzung des Brückenprojekts. Zweiter wesentlicher Punkt: Der Landkreis Hof stellt bei der Regierung von Oberfranken einen Förderantrag. Ein Zuschuss von 80 Prozent der förderfähigen Kosten steht in Aussicht. Damit einher geht der Antrag auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn - das heißt, mit Zustimmung der Behörden könnten die Planungen ohne Verzögerung weitergehen.

Drei Jahre sind vergangen, seit erstmals die Idee für die Frankenwaldbrücken aufkam. Im Sommer 2016 gab es eine erste Begehung von Verantwortlichen des Landratsamts, des Naturparks Frankenwald und der Staatsforsten. Im Dezember 2016 entschied sich der Kreisausschuss dafür, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Zahlreiche Sitzungen, Besprechungen und Planänderungen folgten seitdem. Und auch zwei Bürgerentscheide: In Issigau und Lichtenberg sprach sich jeweils eine klare Mehrheit für das Millionenprojekt aus. Ein entscheidender Schritt waren die Untersuchungen zum Naturschutz, die nun nach einem Jahr abgeschlossen sind.

 

Die Planer: Die Ingenieure aus dem Stuttgarter Büro Schlaich, Bergermann und Partner sind seit einem halben Jahr mit den Detailplanungen betraut. Lorenz Haspel schickte seinem Vortrag im Kreistag voraus: "Wir haben hier einen sehr speziellen Ort, den man eigentlich kaum bereichern kann." Daher müsse jeder Eingriff genau bedacht sein. Und so legte Haspel dar, wie er und seine Kollegen immer wieder an den Entwürfen gefeilt hätten. Verankerungen, Widerlager und Wege habe man ein ums andere Mal auf den Prüfstand gestellt. Für das Landratsamt begleitet Christine Schmölzer-Glier die technischen Planungen.

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So soll die "Frankenwaldbrücke" aussehen

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Die Dimension: Nur je ein Pylon markiert Start- und Endpunkt der 387 Meter langen Lohbachtalbrücke. Die Sicht auf das Kulturdenkmal Burg Lichtenberg soll davon unberührt bleiben. Als weltweit einmalig gilt die Konstruktion der Höllentalbrücke, die laut den neuesten Plänen eine Länge von 1030 Metern aufweist. Sie soll komplett ohne Unterspannung auskommen; die Tragseile der Brücke laufen stattdessen oberhalb der Geländer. Damit ist eine wichtige Forderung der Naturschutz-Gutachter erfüllt: Kollisionen von Zugvögeln sollen damit weitgehend ausgeschlossen sein.

 

Der Naturschutz: Gutachter Dr. Helmut Schlumprecht und Naturschutz-Koordinator Alexander Trobisch stellten die Ergebnisse der Untersuchungen vor. Trobisch zog das Fazit, dass die Pläne "FFH-verträglich" seien. Gleichwohl seien Ausgleichsmaßnahmen für den Arten- und Naturschutz zwingend notwendig. Dazu gehören laut Schlumprecht sogenannte Horst-Plattformen für Störche. Wichtig sei auch, dass möglichst wenig Fläche von Buchenwäldern verbraucht werde.

 

Die Kosten: Der Bau der Höllentalbrücke wird nach aktuellen Schätzungen 9,135 Millionen Euro kosten. Für die Lohbachtalbrücke werden nach derzeitiger Kalkulation 4,35 Millionen Euro fällig. Hinzu kommen Ausgaben für die Verweilplattform "Höllentalterrasse", das Besucherzentrum und den Naturschutz. Die Gesamtkosten schwanken zwischen 21 und 22,3 Millionen Euro - je nachdem, wie die Pläne für das Besucherzentrum aussehen.

 

Der Zeitplan: Noch in diesem Jahr wollen die Verantwortlichen die Ausschreibungen auf den Weg bringen. Danach soll es zur Auftragsvergabe kommen. Der Baubeginn ist im Sommer 2020 geplant. Rund eineinhalb Jahre wird das Projekt in Anspruch nehmen. Dabei gibt es Sperrzeiten aufgrund von Brutzeiten. Ziel ist eine Eröffnung der Brücken Ende 2021 oder im Frühjahr 2022.

Die Befürworter: Ein Plädoyer für das Projekt hielt der Bad Stebener Bürgermeister Bert Horn (CSU). Er bezeichnete die Brücken als "Leuchtturm-Projekt", das auch Arbitsplätze schaffe. Ein eindeutiges Ja kam auch von Elke Beyer (ALB), der früheren Bürgermeisterin von Lichtenberg. Es sei ein bisschen Mut nötig, um ein derartiges Projekt anzugehen. Doch diesen Mut brauche es, um die Region - und auch Lichtenberg - voranzubringen: "Vielleicht kann man damit das Dornröschen doch noch wachküssen." Landrat Dr. Oliver Bär verwies darauf, dass jeder Schritt mit der Regierung von Oberfranken abgestimmt sei und die Behörde nun ein Signal des Kreistags erwarte, um über die Förderung entscheiden zu können.

 

Die Kritiker: Massive Bedenken äußerte der stellvertretende Landrat Frank Stumpf (FW). Der Nailaer Bürgermeister warnte vor einer "Kostenentwicklung, die wir nicht mehr im Griff haben". Höhere Kosten könnten eine Erhöhung der Kreisumlage zur Folge haben. Thomas Friedrich (Grüne) sagte, das Projekt trage dazu bei, dass Lebensräume für gefährdete Tiere und Pflanzen zurückgedrängt würden.

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Veröffentlicht am:
03. 06. 2019
17:07 Uhr

Aktualisiert am:
03. 06. 2019
19:58 Uhr

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03. 06. 2019
17:07 Uhr

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03. 06. 2019
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