Topthemen: HöllentalbrückenBrandserieHof-GalerieKaufhof-PläneGerch

Naila

Lichtenberg stellt sich die Brückenfrage

Gegner und Befürworter sind zuversichtlich, dass am Sonntag viele Wähler zum Bürgerentscheid gehen. Die notwendige Beteiligung von 20 Prozent ist schon erreicht.



Lichtenberg - Showdown am Sonntag in Lichtenberg: Dann können die Bürger über die geplanten Hängebrücken über das Höllen- und das Lohbachtal entscheiden. Der genaue Wortlaut auf dem Abstimmungszettel lautet: "Sind Sie dafür, dass die Stadt Lichtenberg a) sämtliche politischen und rechtlich zulässigen Maßnahmen ergreift, um sicherzustellen, dass das Projekt 'Fußgängerhängebrücken über das Höllen- und Lohbachtal' auf dem Gebiet der Stadt Lichtenberg nicht verwirklicht wird, und b) keine weiteren Schritte unternimmt, um das Projekt 'Fußgängerhängebrücken über das Höllen- und Lohbachtal' auf dem Gebiet der Stadt Lichtenberg zu fördern und zu unterstützen?" Bürgermeister und Brückenbefürworter Holger Knüppel ist optimistisch: "Ich glaube, es geht 70 zu 30 für die Brücken aus - hoffe ich", sagt er. Ralph König, Sprecher der Bürgerinitiative gegen die Höllentalbrücken, hält sich zurück: "Momentan positioniert sich kaum einer. Die Argumente sind ohnehin inzwischen alle ausgetauscht."

Gut zu wissen

Am Sonntag können die über 800 wahlberechtigten Lichtenberger von 8 bis 18 Uhr im Rathaus ihre Stimme abgeben. Zehn Wahlhelfer und drei Helfer aus der Verwaltung sorgen dafür, dass alles ordnungsgemäß abläuft. Um 18.30 Uhr beginnt die Auszählung, die etwa eine Stunde dauern wird. Uwe Jäger rechnet mit dem Ergebnis frühestens um 19.30 Uhr. Amtlich wird es aber erst am Dienstag, wenn der Abstimmungsausschuss zusammenkommt. "Da wird sich aber nicht viel ändern", sagt Uwe Jäger. Die Auszählung findet öffentlich statt.

 

Damit der Bürgerentscheid Gültigkeit erlangt, müssen mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten abstimmen. Sowohl Knüppel als auch König sind zuversichtlich, dass das klappt. "Ich schätze, dass wir eine sehr hohe Beteiligung haben werden. Immerhin gibt es kaum einen Lichtenberger, der um das Thema herumkommt", sagt König. Laut Abstimmungsvorsitzendem Uwe Jäger ist diese Hürde bereits genommen: "Etwas über 200 Menschen haben schon per Brief abgestimmt - bei über 800 wahlberechtigten Bürgern haben wir damit die 20 Prozent schon erreicht", berichtet er. Er schätzt, dass die Wahlbeteiligung ähnlich wie in Issigau bei 65 bis 70 Prozent liegt. In Issigau hatten sich beim Entscheid im Juli 56,76 Prozent gegen das Bürgerbegehren und damit zugleich für die Brücke ausgesprochen.

 

In den vergangenen Wochen konnten sich die Lichtenberger in Bürgerstunden zum Thema informieren. "Aber die Leute kamen nur sporadisch", berichtet Knüppel. "Oft haben wir ganz allein darauf gewartet, dass jemand kommt, und in der Zeit weitere Details abgesprochen." Die Hauptthemen der Bürger waren die Anliegersituation, Besucherlenkung, Parkplätze in der Altstadt und die Zukunft des Freizeitzentrums.

Laut Knüppel ist die Stimmung zurzeit relativ ruhig, das Burgfest am Wochenende habe die Diskussion überlagert. König jedoch stellt fest, die Parteien zurzeit in einem sehr angespannten Verhältnis stünden. "Aber ich bin dankbar für alle, Gegner und Befürworter, die sich an sachlichen Dialogen und konstruktiven Gesprächen beteiligt haben."

Sollten die jetzigen Pläne in die Tat umgesetzt werden, wird Lichtenberg der Ausgangspunkt der Brücken sein. Vom Freizeitzentrum aus geht es zum Kesselfelsen und zum Aufgang zur Höllentalbrücke, die 720 Meter lang sein soll. Sie soll auf den Höllental-Terrassen im Issigauer Ortsteil Eichenstein enden. Zurück am Kesselfelsen, kommt der Besucher nach 450 Metern zur Lohbachtalbrücke, die über 380 Meter zurück nach Lichtenberg führt. 12 Millionen soll das Projekt kosten, der Freistaat hat eine 80-prozentige Förderung zugesagt.

Vor der Abstimmung finden noch zwei Infoveranstaltungen statt: Am Donnerstag von 7 bis 13 Uhr auf dem Wochenmarkt in Naila, und am Freitag von 8 bis 12.30 Uhr auf dem Henri-Marteau-Platz in Lichtenberg. Bei der Veranstaltung am Freitag ist der Landrat zeitweise anwesend.

Autor

Laura Schmidt
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
12. 09. 2018
18:08 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bürgerentscheide Holger Knüppel Hängebrücken Hängebrücken im Höllental Optimismus Wahlberechtigte Wähler
95192 Lichtenberg
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Sonntag, 18 Uhr: Das Auszählen beginnt im Lichtenberger Rathaus. Katharina Krantz, Bettina Albig, zweiter Bürgermeister Matthias Quehl, Friedrich Jungkunz und Matthias Polig (von links) stapeln die Stimmzettel. Mehr Bilder gibt es im Internet unter www.frankenpost.de . Foto: Thomas Neumann

16.09.2018

Lichtenberger sagen Ja zu Höllental-Brücken

Die Bürger der Stadt Lichtenberg stehen hinter dem Zwölf-Millionen-Projekt des Landkreises. Mit einer deutlichen Mehrheit stimmen sie für den Bau der Hängebrücken. » mehr

Wenn die Höllental-Hängebrücken kommen, will der Lichtenberger Bürgermeister am Freizeitzentrum kein Besucherzentrum haben - das Areal mit dem Badesee solle vielmehr renaturiert werden und der Erholung dienen. Foto: Sandra Hüttner

23.07.2018

"Genug Zeit für eine saubere Planung"

In Lichtenberg können die Bürger am 16. September ihre Meinung zu den Höllentalbrücken kundtun. Bürgermeister Holger Knüppel rechnet mit einer klaren Entscheidung. » mehr

Großen Redebedarf gab es jeweils bei den Veranstaltungen des Landkreises zu den Brücken-Plänen. Landrat Dr. Oliver Bär (stehend) versuchte, die Menschen im Frankenwald von seiner Idee zu überzeugen und hörte sich ihre Anregungen und Bedenken an. Der Lichtenberger Bürgermeister Holger Knüppel (links, sitzend) hofft, dass sich die Brücken auch im Falle eines Issigauer Votums gegen das Projekt realisieren lassen. Foto: Archiv Findeiß

28.03.2018

Alles blickt auf Issigau

Was geschieht, wenn die Issigauer sich in einem Bürgerentscheid gegen die Höllentalbrücken wenden? Holger Knüppel, Bürgermeister von Lichtenberg, hofft auf die Regierung. » mehr

Landrat Dr. Oliver Bär (links) war einer der ersten Besucher, der einen Blick in den freigelegten und ausgeleuchteten Abschnitt des Friedrich-Wilhelm-Stollens werfen durfte. Im Gespräch mit Simon Pedall erhielt der Landrat Informationen aus erster Hand über die sensationellen Ergebnisse der bisherigen Stollenerforschung.	Fotos: Werner Rost

17.09.2018

Blick in den Stollen macht Lust auf mehr

Eine bunte Tropfsteinwelt hat ein Forscherteam im Friedrich-Wilhelm-Stollen entdeckt. Vorerst können Besucher nur Fotos davon bestaunen. Die weitere Erschließung ist teuer. » mehr

Beide Seiten - die Gegner und die Befürworter der Höllentalbrücken - werben für ihr Anliegen mit großen Transparenten. Fotos: Faltenbacher

20.07.2018

Am Sonntag entscheiden die Bürger

867 Issigauer dürfen an die Urnen. Sie sagen ja oder nein zur Höllentalbrücke. Und das bei gleich zwei Bürgerentscheiden - und einer Stichfrage. » mehr

Volles Haus: Weit mehr als 500 Interessierte kamen zur Informations-Veranstaltung ins Freizeitzentrum nach Lichtenberg. Foto: Thomas Neumann

13.09.2017

Höllentalbrücken: Riesiges Interesse an Infoabend

Die Vorstellung der Pläne für die Höllentalbrücken füllt das Freizeitzentrum in Lichtenberg. Erstmals dürfen die Bürger mitreden. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Miniserie "Arthurs Gesetz" Oberfranken

Die Region in Film und Fernsehen | 20.09.2018 Oberfranken
» 14 Bilder ansehen

Regnitzlosauer Open Air

Regnitzlosauer Open Air | 16.09.2018 Regnitzlosau
» 30 Bilder ansehen

HofRegatta 2018 in Tauperlitz

HofRegatta 2018 in Tauperlitz | 17.09.2018 Tauperlitz
» 168 Bilder ansehen

Autor

Laura Schmidt

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
12. 09. 2018
18:08 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".