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Naila

Mit dem Radl zur Einweihung

Der neue Radweg vom Bahnhof Naila zur B 173 ist offiziell eröffnet. Bei brütender Hitze kommen mehr als 100 Gäste zur Zeremonie auf der Bogenbrücke.



Alt und Jung eröffneten die Brücke gemeinsam. Im offiziellen Auftrag der Stadt Naila waren Ernst Heckel und Paul Knörnschild (beide mit Fahrrädern) beim Durchschneiden des roten Bandes dabei.	Foto: Köhler
Alt und Jung eröffneten die Brücke gemeinsam. Im offiziellen Auftrag der Stadt Naila waren Ernst Heckel und Paul Knörnschild (beide mit Fahrrädern) beim Durchschneiden des roten Bandes dabei. Foto: Köhler  

Naila - Der Geh- und Radweg BA 02 von Naila nach Schwarzenbach am Wald ist seit Dienstag offiziell durchgängig begeh- und befahrbar - wenn auch noch nicht komplett auf der alten Bahnlinie. Bürgermeister Frank Stumpf eröffnete auf der Bogenbrücke Naila den neuen Abschnitt zwischen Kaufland und Bahnhof. Dabei war die Brücke regelrecht verstopft von weit über 100 Gästen aus Naila und Umgebung, die bei dem Ereignis dabei sein wollten. Die meisten trafen sich bereits vorher am Bahnhof per Fahrrad und legten das knapp einen Kilometer lange Stück bis zur Bogenbrücke auf dem neuen Radweg zurück. Auch die Landtagsabgeordneten Klaus Adelt und Alexander König radelten zur Brücke.

Zahlen und Daten

Bürgermeister Frank Stumpf ließ bei der Einweihung des Geh- und Radweges BA 02 zwischen dem Bahnhof und dem Kaufland in Naila die Baugeschichte noch einmal

Revue passieren und nannte Zahlen und Daten. Zu der Gesamtmaßnahme gehörte auch die Sanierung der denkmalgeschützten Bogenbrücke in den Jahren 2015 und 2016, die ohne Radweg allein 753 000 Euro gekostet hat. Den größten Teil der insgesamt 90-prozentigen Förderung trug mit 410 000 Euro die Städtebauföderung. Von der Oberfrankenstiftung kamen 180 000 Euro, von der Landesstiftung 50 000 Euro und vom Denkmalschutz 20 000 Euro.

Der Geh- und Radweg von der Fußgängerbrücke Martinsberg bis zum Bahnhof, gebaut in den Jahren 2017 und 2018, ist 1600 Meter lang und hat insgesamt 1,33 Millionen Euro gekostet. Zuwendungsfähig waren 1,17 Millionen Euro gewesen, die 90-prozentige Förderung lag bei 1,05 Millionen Euro.

Offen ist nun noch der dritte Teil der Maßnahme, der Geh- und Radwegbau im Bereich der geplanten Kreuzung der B 173 mit der Frankenwaldstraße, der Staatsstraße 2158. Der Abschnitt ist rund 280 Meter lang und wird schätzungsweise 65 000 Euro kosten. Der Baubeginn ist noch ungewiss.

 

Und so war Bürgermeister Frank Stumpf bei seiner Eröffnungsansprache eingekeilt von Menschen - ein krasser Gegensatz zu dem jahrelangen Dornröschenschlaf der Brücke nach der Stilllegung der Bahnverbindung nach Schwarzenbach. "Als wir uns überlegten, auf der alten Bahnlinie einen Radweg zu bauen, konnten wir nicht ahnen, dass wir jahrelang um Fördergelder kämpfen würden", erzählte der Bürgermeister. Weil man von Anfang an wegen der 100-prozentigen Förderung auf einen bundesstraßenbegleitenden Radweg gesetzt habe, seien auch zahlreiche Ortstermine und teils zermürbende Gespräche notwendig gewesen.

 

Frank Stumpf wandte sich an seine Bürgermeisterkollegen Reiner Feulner und Stefan Busch aus Schwarzenbach am Wald und Selbitz, die ebenfalls per Fahrrad zur Brücke gekommen waren. Nun gelte es, den Radweg auch bis Selbitz zu verlängern, sagte Stumpf. Und auch ein kleiner Abschnitt Richtung Schwarzenbach, der wegen des geplanten Kreuzungs-Umbaus an der B 173 noch nicht auf der alten Bahnlinie fertiggestellt werden konnte und derzeit umfahren wird, werde auf jeden Fall noch gebaut. Besonders würdigte Stumpf die interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt Schwarzenbach: "Die nicht förderfähigen Kosten haben wir zu gleichen Teilen getragen." Und zwar, wie Bürgermeister Reiner Feulner auf Anfrage sagte, nicht im Verhältnis zur Länge auf dem jeweiligen Gebiet, sondern als insgesamt gemeinsames Projekt.

Das große Miteinander beim Entstehen des Radweges wurde auch beim Durchschneiden des roten Bandes symbolisch deutlich. Mit Paul Knörnschild hatte eine Schere ein ganz junger Radler in der Hand, die andere mit Ernst Heckel ein sehr betagter. Beide durchschnitten das Band, unterstützt von weiteren Radlern, im offiziellen Auftrag der Stadt Naila. "Als Besitzer der Marmormühle hat Ernst Heckel ganz besonders auf die Eröffnung hingefiebert", sagte Frank Stumpf. Und das nicht nur, weil sein Grundstück direkt daneben liegt, sondern weil der 87-Jährige nach wie vor Rennrad fahre und schon vor Jahren gesagt habe: "Wenn der Radweg mal eingeweiht wird, dann möchte ich dabei sein."

Und noch einen ganz besonderen Gast konnte der Bürgermeister begrüßen: Baudirektor Hans-Peter Jander von der Regierung von Oberfranken, Sachgebiet Straßen- und Brückenbau. "Ohne die Regierung wäre das Projekt nicht zu machen gewesen", sagte Frank Stumpf. Hans-Peter Jander bestätigte, dass 2,1 Millionen Euro Gesamtkosten ein Betrag seien, "die finanziell erst mal geschultert werden müssen". Auf Nachfrage sagte der Regierungsvertreter: "Auch dank der wunderschönen denkmalgeschützten Bogenbrücke ist der neue Radweg ein herausragendes bautechnisches Projekt in Oberfranken." Als einen Lückenschluss bezeichnete Dekan Andreas Maar den neuen Radweg-Abschnitt: "Jetzt können wir endlich vom Bahnhof Naila aus die Tour zu unserem Christian-Keyßer-Jugendtagungshaus in Schwarzenbach machen." Er freue sich, in ökomenischer Verbundenheit mit Pfarrer Andreas Seliger die Brücke einweihen zu dürfen. Pfarrer Seliger, der den Segen sprach, meinte angesichts der brütenden Hitze auf der Bogenbrücke: "Vielleicht war die Einweihung heute schweißtreibender als der ganze Bau."

Autor

Manfred Köhler
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Veröffentlicht am:
31. 07. 2018
17:48 Uhr

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Autor

Manfred Köhler

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
31. 07. 2018
17:48 Uhr



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