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Museum Naila lädt zu neuer Ausstellung ein

Im Schusterhof geht es erstmals weniger um die Flucht als um das Danach: Wie ist den Familien die Integration in den "Westen" gelungen?



Museumsleiter Wolfgang Brügel (rechts) und Harry Kurz beleuchten mit ihrer Ausstellung auch die derzeitige Station des Fluchtballons in Regensburg. Foto: Köhler
Museumsleiter Wolfgang Brügel (rechts) und Harry Kurz beleuchten mit ihrer Ausstellung auch die derzeitige Station des Fluchtballons in Regensburg. Foto: Köhler  

Naila - Zum 40. Jahrestag der Ballonflucht der Familien Wetzel und Strelzyk aus der damaligen DDR hat das Museum Naila im Schusterhof eine neue Ausstellung zusammengestellt. Unter dem Titel "Landung im Westen" finden Besucher eine Mischung aus Ausstellung, Dokumentation und Filmen.

Die Sonderausstellung

Die Ausstellung "Landung im Westen - Ballonflucht 1979" ist an den kommenden vier Sonntagen jeweils von 14 bis 16 Uhr im Museum Naila zu erleben.

 

Jeweils ab 14 Uhr werden vier Filme gezeigt - zwei Interviews mit Peter Strelzyk, der Doku-Film "Der Wind kommt von Norden" von Klaus Fleischmann und Günter Wetzel sowie der Originalfilm "Wir sind im Westen" von Gerd Rauner.

 

Je nach Bedarf sind die Filme ab 15 Uhr noch einmal zu sehen.

 

Großformatige Fotos und Kollagen, original Zeitungsausschnitte und Interviews erinnern dabei an den 16. September 1979, als die beiden aus Pößneck in Thüringen stammenden Familien mit ihrem selbst zusammengenähten Ballon nach einer waghalsigen und lebensgefährlichen Fahrt mitten in der Nacht bei Naila landeten und von der Bevölkerung mit ausnehmender Herzlichkeit empfangen wurden.

 

"Uns geht es weniger um die Flucht selbst, über die ja viel geschrieben und die zuletzt in dem Spielfilm von Bully Herbig in allen Einzelheiten dargestellt wurde", erläutert Museumsleiter Wolfgang Brügel. "Hier im Museum steht das Danach im Mittelpunkt." Gemeint ist damit der Moment nach der Erleichterung, im Westen angekommen zu sein: Wie schafften es die Neuankömmlinge, sich in ihrer Wahlheimat zu integrieren? Zu dieser Frage äußerte sich der 2017 verstorbene Peter Strelzyk ausführlich in einem Interview, das als Video im Museum gezeigt werde. Das Besondere daran sei, dass Strelzyk nach dem ersten Rummel um die Flucht die Öffentlichkeit eher gemieden und sich selten geäußert habe - im Gegensatz zu Günter Wetzel, der bis heute persönlichen Kontakt zum Museum Naila pflegt.

Die Zeit nach der Flucht ist für Brügel aber noch in einer anderen Hinsicht interessant: "Der Ballon hat seitdem eine Metamorphose durchgemacht von einem Nutzobjekt hin zu einem Symbol. So etwas gibt es nicht oft."

Tatsächlich habe er überhaupt nur das eine Mal funktioniert, als er gebraucht wurde. Später, als man in Naila versucht habe, die Hülle zumindest aufzurichten, um sie in voller Größe zu sehen, habe er sich sozusagen verweigert - und ging kaputt. Und nach all den Jahren seitdem sei der Ballon ohnehin, trotz Restaurierung, viel zu mürbe, um je wieder seine Funktion zu erfüllen.

Manfred Köhler

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Veröffentlicht am:
15. 09. 2019
18:42 Uhr

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15. 09. 2019
18:42 Uhr



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