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Naturschützer fordern Rückbesinnung

Die Ortsgruppe Frankenwald Ost sieht Chancen in alten landwirtschaftlichen Methoden. Die Abhängkeit von Saatgut-Konzernen ließe sich vermindern.



Das Bild zeigt links den Vorsitzenden des Vereins "Schwarzblaue Frankenwälder Kartoffel", Michael Söll, auf dem Acker von Rainer Horn (rechts) in Hirschberglein. Dort wächst die heimische Kartoffel "Blaua Erpfl".
Das Bild zeigt links den Vorsitzenden des Vereins "Schwarzblaue Frankenwälder Kartoffel", Michael Söll, auf dem Acker von Rainer Horn (rechts) in Hirschberglein. Dort wächst die heimische Kartoffel "Blaua Erpfl".  

Selbitz - Die Chancen der althergebrachten Landwirtschaft würden oft unterschätzt, meint die Ortsgruppe Frankenwald Ost des Bundes Naturschutz in Bayern und präsentiert eine "gute Nachricht". Ein Prinzip, das seit der Sesshaftwerdung der Menschheit Tausende von Jahren funktioniert habe, sei wieder im Aufwind: der Anbau von Feldfrüchten mit samenfesten Sorten. Diese erlaubten die Folgesaat im nächsten Jahr, Bauern würden dadurch wieder unabhängig von Saatgut-Konzernen. "Diese verkaufen Hybridsorten, die einmalig hohen Ertrag versprechen, aber jedes Jahr aufs Neue gekauft werden müssen", gibt der Bund zu bedenken: "Ein Riesengeschäft für die Konzerne und gleichzeitig eine fatale Abhängigkeit für die Bauern."

Eine Rückbesinnung der Landwirte auf das nachhaltige Wirtschaften mit ökologisch sinnvollen Fruchtfolgen und Humusaufbau schaffe neue Möglichkeiten. Bio-Kartoffeln vom Bauern des Nachbardorfes oder das Strohschwein-Schnitzel des örtlichen Metzgers seien nicht nur eine Angebotserweiterung in den Discountern, sondern stünden für den notwendigen Systemwechsel in der Agrarwirtschaft. Dass ein Bauer dazu sein eigenes Saatgut nutzt, "bedeutet eine neue Freiheit", aber auch eine Chance für Sorten, die angepasst sind an hiesige Böden und ans Klima". Heimische Sorten, die seit eh und je hier wachsen und Ertrag bringen, liefen Gefahr, in Vergessenheit zu geraten und schlimmstenfalls sogar ganz zu verschwinden.

Problematisch sei das stetig wachsende Interesse von Spekulanten und Finanzinvestoren, "die Land und Boden zu Renditeobjekten machen". Diesen gehe es nicht um das Beackern, sondern um einen möglichst hohen Wiederverkaufswert. "Hat der durchschnittliche Hektar in Deutschland 2008 noch 10 000 Euro gekostet, so sind es nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2018 schon mehr als 25 000 Euro: eine Rendite von 150 Prozent nach bereits zehn Jahren." Jungen Landwirten, die Land ankaufen oder pachten müssen, werde so die wirtschaftliche Grundlage entzogen. red

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Veröffentlicht am:
25. 06. 2020
18:16 Uhr

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25. 06. 2020
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