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Neue Ideen zum Bau der Hängebrücken

Über 160 Bürger kommen zur Auftaktwerkstatt zum Bau der Höllentalbrücken. Mit Siri Frech aus Berlin begleitet eine erfahrene Planerin das Projekt.



Die Bürger hatten Gelegenheit, ihre Anregungen auf bereitliegenden Papierfähnchen zu konkretisieren und in die weiteren Planungen einzubringen. Bernd Hüttner (Mitte) diskutiert mit Bürgern am Thementisch.	Foto: Lothar Faltenbacher
Die Bürger hatten Gelegenheit, ihre Anregungen auf bereitliegenden Papierfähnchen zu konkretisieren und in die weiteren Planungen einzubringen. Bernd Hüttner (Mitte) diskutiert mit Bürgern am Thementisch. Foto: Lothar Faltenbacher  

Lichtenberg - Das Interesse der Bürger an den Planungen zum Bau der längsten freitragenden Hängebrücke der Welt über das Höllental ist enorm: Mitte September waren mehr als 540 Besucher in den Saal des Lichtenberger Freizeitzentrums gekommen, um von Landrat Dr. Oliver Bär sowie den Fachplanern Details über das Großprojekt, den Bau von zwei Brücken über das Lohbachtal und das Höllental, zu erfahren.

Nun ging es bei einer "Auftaktwerkstatt" im Vereinsheim des TSV Lichtenberg um Details - an sechs Thementischen hatten alle Bürger Gelegenheit, zusammen mit den Projekt-Verantwortlichen Ideen, aber auch Bedenken einzubringen. Und die Lichtenberger nutzten das Angebot zusammen mit vielen Interessierten aus den Nachbargemeinden - das Vereinsheim platzte aus allen Nähten. Mehr als 160 Besucher waren gekommen.

Zur Organisation des Großprojektes hatte Landrat Bär eine erfahrene Landschaftsplanerin aus Berlin nach Lichtenberg eingeladen: "Für uns ist es das erste Projekt in Verbindung mit einer großen Bürgerbeteiligung, deshalb war es mir wichtig, dass mit Siri Frech jemand mitmacht, der aus vergleichbaren Aufgaben viel Erfahrung mitbringt", gestand Oliver Bär ein und machte deutlich: "Dieses Projekt kann nur in Zusammenarbeit mit allen Bürgern erfolgreich umgesetzt werden." Dr. Bär stellte sich auch den kritischen Fragen von Stefan Pfeiffer, dem Sprecher der "Initiative Höllental", die sich gegen den Bau der Hängebrücke ausspricht. Der wollte wissen: "Ist denn die Entscheidung, ob die Brücke gebaut wird, bereits gefallen? Mehr als 1000 Menschen haben sich unserer Initiative inzwischen angeschlossen, und die würden gerne über diese Frage diskutieren." Der Landrat erwiderte, dass es sich hier um "echte Bürgerbeteiligung handelt, und viele teilen meine Meinung, dass die Brücken unsere Region erheblich vorwärts bringen können. Der Prozess zur Umsetzung ist längst nicht abgeschlossen. Auch wir werden im Lauf des Prozesses noch häufiger zusammenkommen, um uns auszutauschen", richtete sich der Landrat an Stefan Pfeiffer. Der Landrat beantwortete die Frage eines weiteren Besuchers nach den Kosten deutlich: "Die Kosten übernimmt der Landkreis Hof, wir bekommen für das Projekt 80 Prozent an Fördergeldern. Weiterhin möchte ich mit Bestimmtheit sagen, dass wir als Landkreis auch den Betrieb der Brücken übernehmen." Weiteren Fragen aus dem Kreis der Besucher kam Dr. Oliver Bär zuvor: "Wir wollen heute in Detailprojekten miteinander diskutieren. Ich stehe jedoch für allgemeine Fragen jederzeit gerne am Rand des Workshops zur Verfügung."

Siri Frech begleitet vergleichbare Planungsprozesse bereits seit zwölf Jahren. Sie betonte: "Es geht grundsätzlich um die Entwicklung der Region im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesses." Nachdem die Grundsatzfragen zur Möglichkeit eines Brückenbaus bereits positiv beantwortet seien, gehe es um einige wesentliche Ziele: "Wie können wir die vorliegende Grobplanung optimieren, und wie gehen wir mit Bedenken Einzelner um?" Weiterhin sei die entscheidende Frage: "Wie kann am Ende jeder von der Realisierung der Brücken profitieren? Heute gilt es, Details zu erarbeiten, um die Arbeit zu konkretisieren. Um eine größtmögliche Transparenz für alle Bürger zu erreichen, sollen die Planungsstände immer wieder veröffentlicht werden."

Bernd Hüttner informierte die Besucher über den aktuellen Stand aus Sicht der Planer. Sein Schwerpunkt lag auf Themen wie der Parkplatzgestaltung, der Entwicklung des Infozentrums oder des Wegs zum Startpunkt der Brücken. "Wir brauchen eine klare Lenkung und Steuerung der Besucher. Vom Parkplatz weg müssen wir unsere Gäste auf einer festgelegten Route bis zur Brücke leiten." Nachbesserungsbedarf sieht Hüttner bei der Integration der Bahnhöfe in der Region. "Naturtourismus setzt auch auf den Öffentlichen Personennahverkehr, und daran müssen wir arbeiten," Die zu erwartenden Besucherströme bezeichnete Bernd Hüttner als Größe, die zu schaffen sei. Den Zubringerweg über den städtischen Marktplatz sieht Hüttner nicht zwingend als einzige machbare Option.

An sechs Thementischen ging es um die Sammlung von Argumenten und Anregungen. "Mit diesem Format erhalten wir relativ schnell wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklungsarbeit", bezeichnete Siri Frech diesen Weg als effektives Werkzeug. Neben Bernd Hüttner, dem Architekten Rupert Schelle sowie Izabella Graczyk und Stefan Krippendorf vom Landratsamt betreuten Zoran von Waldenfels und Maximilian Stöckl die Themenfelder an den Arbeitstischen. Sie freuten sich über "viele Menschen, die mit Eifer daran arbeiten, etwas Sinnvolles auf die Beine zu stellen". Von Waldenfels lobte "neue Zukunftsperspektiven, die eine positive Entwicklung in einem weiten Radius um Lichtenberg unterstützen könnten".

"Ich freue mich auf die Auswertung der Veranstaltung, die neue Ideen geliefert hat. Damit treiben wir die Entwicklung des ganzen Landkreises voran", fasste Bernd Hüttner die Auftaktwerkstatt zusammen.

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Lothar Faltenbacher

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Veröffentlicht am:
10. 10. 2017
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Lothar Faltenbacher

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10. 10. 2017
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