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Nur nicht überrumpeln lassen!

Die Kriminalpolizei informiert Selbitzer Rentner über die Maschen von Dieben und Betrügern. Wichtig ist ein gesundes Misstrauen, um sich zu schützen.



Selbitz - Trotz heißer Temperaturen war der Mehrzweckraum der Selbitzer Schule fast voll besetzt: Peter Hobelsberger, Fachberater der Kripo Hof, klärte über Sicherheit für Senioren, über Trickdiebstahl und Betrug auf. Eine Aussage zog sich durch den ganzen Vortrag: dass Trickbetrüger und Diebe vor allem auf Ablenkung und Überrumpeln setzen.

Mit einer Aufnahme einer Überwachungskamera in einem Zeitschriftenladen zeigte Hobelsberger, wie geschickt die Täter vorgehen, um Geldbörsen zu stehlen. Manchmal arbeiten sie zu zweit: Einer lenkt das Opfer ab und greift sich die Beute, der andere bietet ihm Sichtschutz vor möglichen Zeugen und Kameras. "Wenn ein Laden voller Menschen ist, sind Berührungen ganz normal. Deswegen merken die Opfer oft erst gar nicht, dass ihnen beispielsweise in die Handtasche oder die Jacke gelangt wird", erklärt Hobelsberger.

Wenn auch die EC-Karte gestohlen wird, ergibt sich ein weiteres Risiko. Vor allem ältere Menschen bewahren die PIN oft im Portemonnaie auf - dann hat der Täter leichtes Spiel, Geld vom Konto abzuheben.

Was ist nach einem Diebstahl zu tun? "Auf jeden Fall versuchen, sich eine Personenbeschreibung zu merken, und die Polizei anrufen. Und so schnell wie möglich die EC-Karte sperren lassen - über den Sperrnotruf 116 116 und über die Polizei für das Lastschriftverfahren."

Ein Rat lautet: Niemals Tasche oder Jacke unbeaufsichtigt lassen, auch nicht in einem Wartezimmer mit wenigen Patienten. Häufiger langen die Diebe jedoch in Supermärkten oder auch bei großem Gedränge zum Beispiel auf Volksfesten zu.

Nicht nur in der Öffentlichkeit findet Diebstahl statt, auch im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung. Da man niemandem ansehen kann, ob er kriminell ist, sollte man nie jemanden hereinlassen, den man nicht kennt oder nicht bestellt hat. So gibt es immer wieder Diebstähle durch falsche Handwerker. "Auch Fälle von Tätern, die sich als Polizisten ausgeben, hatten wir schon. Da kann ich nur raten: Dienstausweis zeigen lassen und im Zweifelsfall bei der Polizei anrufen und nachfragen, ob der angebliche Polizist gerade wirklich einen Einsatz hat." Generell prüfe die Polizei weder Falschgeld in Wohnungen noch nehme sie Wertgegenstände oder Geld zur Sicherheitsverwahrung mit.

Auch von sogenannten Haustürgeschäften ist abzuraten. Oft werde hier nur Ramsch oder auch Diebesgut verkauft. Hat man doch einen Vertrag unterschrieben, muss man sich unbedingt eine Abschrift davon geben lassen, mit Anschrift des Verkäufers und Art des Kaufs. "Vor allem das Datum genau überprüfen", rät Hobelsberger, denn innerhalb von 14 Tagen kann man schriftlich vom Vertrag zurücktreten.

Im Briefkasten können Gefahren lauern in Form von angeblichen Gewinnmitteilungen. Diese dienen häufig nur dazu, Adressen und schlimmstenfalls Kontodaten zu erhalten.

Bekommt man eine unerwartete Mitteilung über einen Gewinn, sollte man erst mal nachdenken, ob man an diesem angeblichen Gewinnspiel überhaupt teilgenommen hat. Wenn nicht, kann es sich um Betrug handeln. Spätestens wenn Geld beispielsweise an einen Notar zu überweisen ist, um den Gewinn zu erhalten, sollte man stutzig werden und sich zumindest per Telefonauskunft zu dem angeblichen Notar verbinden lassen.

Ausführlich ging Hobelsberger auf den Enkeltrick ein. Betrüger rufen ihre Opfer an und geben sich als vermeintliche Verwandte aus, die in einer Notsituation stecken und ganz schnell Geld benötigen. "Man fragt sich oft selbst, wie aktive und topfitte Rentner darauf reinfallen können. Aber wenn man mal eine Originalaufnahme eines solchen Gesprächs hört, zeigt sich, wie geschickt und skrupellos die Täter vorgehen. Deswegen haben sie auch so viel Erfolg mit dieser Masche." Mittlerweile seien auch Bankangestellte angehalten, in bestimmten Situationen Senioren zu fragen, warum sie eine große Summe abheben wollen.

Auch folgende Fälle gibt es: Ein Opfer erkennt, dass es am Telefon betrogen werden soll, und legt auf. Wenige Minuten später ist angeblich ein Polizist am Apparat, der das Telefonat mitgehört habe, und man solle ihm das Geld übergeben. "Das gibt es nicht", sagt Hobelsberger. "Wir hören nicht einfach Telefonate mit und holen auch kein Geld bei Ihnen ab." Der Fachmann fasst zusammen: "Immer wachsam sein, eine gesunde Portion Misstrauen haben und keine Fremden ins Haus lassen."

Autor

Jessica Kuhnert
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Veröffentlicht am:
02. 08. 2018
18:30 Uhr

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Jessica Kuhnert

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02. 08. 2018
18:30 Uhr



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