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Peter Gluth hatte Glück

Vor acht Jahren hat der gebürtige Frankenwäldler ein Spender-Herz bekommen. Nun wirbt er für die Organspende. Unterstützung kommt aus der Familie.



Isabell Puff wirbt für den Vortrag ihres Bruders Peter Gluth. Er hat vor acht Jahren ein Spender-Herz bekommen und erzählt davon. Fotos: Hüttner
Isabell Puff wirbt für den Vortrag ihres Bruders Peter Gluth. Er hat vor acht Jahren ein Spender-Herz bekommen und erzählt davon. Fotos: Hüttner   » zu den Bildern

Geroldsgrün-Silberstein - Täglich sterben drei Menschen in Deutschland, weil sie kein geeignetes Spende-Organ bekommen. Peter Gluth hatte Glück: Vor acht Jahren bekam er ein Spender-Herz. Nun will der 57-Jährige, der seit einigen Jahren in Ostfriesland lebt, am kommenden Donnerstag in seiner alten Heimat seine Lebensgeschichte erzählen und damit auch für die Organspende werben. In der Lothar-von-Faber-Grundschule Geroldsgrün wird er einen Vortrag halten und Fragen beantworten. Seine Schwester Isabell Puff, die im Geroldsgrüner Ortsteil Silberstein lebt, rührt für den Vortrag die Werbetrommel.

Termin

Am Donnerstag, 2. Mai, um 19 Uhr wird Peter Gluth in der Aula der Lothar-von-Faber-Grundschule Geroldsgrün über seine Lebensgeschichte sprechen. Vor acht Jahren hat ein Spender-Herz sein Leben gerettet. Gluth beantwortet auch Fragen zum Thema Organspende.

 

Organspende war in der Familie Gluth schon immer ein Thema. Das liegt wohl daran, dass die drei Geschwister Peter, Isabell und Sabine der BRK-Bereitschaft Geroldsgrün angehören und treue Blutspender sind. Mit 18 Jahren hat sich Isabell Puff dazu entschlossen, Organspenderin zu werden, wie auch der Rest der Familie. "Wir reden offen darüber, und jeder kennt die Einstellung des anderen", sagt Isabell Puff. Denn die Entscheidung - Organspende ja oder nein - sollten nach dem Tod nicht die Angehörigen treffen müssen. "Das ist äußerst schwierig, wenn niemand den Willen kennt."

 

Wenn ein Verstorbener sich nicht zu Lebzeiten pro oder contra Organ- und Gewebespende festgelegt hat, müssen die Angehörigen nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden. Maßgebend ist dabei, was der Tote gewollt hätte. "Aber wer weiß das schon, wenn es nie ein Thema in der Familie war?" Diese Entscheidung sei deshalb eine zusätzliche Belastung für die Angehörigen, die sich ohnehin in einer Ausnahmesituation befinden.

Aus vielen Gesprächen weiß Isabell Puff, dass sich nur wenig Menschen mit dem Thema Organspende befassen. Deshalb begrüßt sie den Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Demnach soll jeder als Organspender gelten, der zu Lebzeiten nicht widersprochen hat. "So werden die Menschen aktiv und überlassen die Entscheidung nicht ihren Angehörigen."

Isabell Puff weiß, wie wichtig die Chance auf ein Spenderorgan für den Betroffenen ist. "Bevor meine Organe die Würmer auffressen, sollen damit lieber Menschenleben gerettet werden." Dabei gibt sie auch zu, dass sie anfangs im Organspendeausweis das Herz als Organspende ausgeschlossen hatte. Dann wurde ihr bewusst, dass auch das Herz nur ein Muskel ist und nichts mit Gefühlen zu tun hat.

Die engagierte Silbersteinerin hat bereits 300 Organspenderausweise verteilt. "Ich weiß nicht, ob sie ausgefüllt oder weggeworfen wurden. Aber ich habe auch aktiv in Diskussionen für die Organspende geworben." Dabei habe sie oft beim Blick in die Gesichter Desinteresse wahrgenommen, weil die Menschen nicht persönlich betroffen sind.

Die Meinung, dass bei der Organspende der menschliche Körper "ausgeschlachtet" werde, teilt Isabell Puff nicht: "Mit der Organspende kann man bis zu sieben Menschenleben retten. Das ist doch bei allem Verlust für die Angehörigen ein schöner Gedanke." Sie selbst findet es beruhigend, anderen helfen zu können.

So war sie auch froh, als ihr Bruder gerettet werden konnte: Im Januar 2011 sei Peter Gluth ins Krankenhaus gekommen. "Sein Herz hatte nur noch eine Leistung von 20 Prozent, schon der kleinste Spaziergang fühlte sich für ihn an wie ein Marathon für einen gesunden Menschen." Am 10. Juni 2011 kam dann die erlösende Nachricht: Ein Spender-Herz steht zur Verfügung. Peter Gluth weiß, dass er ohne das Spenderherz nicht mehr leben würde. Er ist dankbar für diese Chance und wirbt deshalb für die Organspende. Deshalb kommt er auch für eine Woche in seine alte Heimat, der er berufsbedingt 1993 den Rücken kehrte. Er wohnte in Silberstein, machte bei der Firma Faber Castell in Geroldsgrün eine Ausbildung zum Technischen Zeichner und heiratete später seine Frau Karola aus Lichtenberg. Gluth besitzt seit seinem 15. Lebensjahr einen Organspenderausweis und ist auch Mitglied des Vereins Organtransplantierte Ostfriesland.

Niemals hätte er gedacht, dass sich das Blatt einmal wenden könnte und er selbst ein Organ brauchen würde. Deshalb möchte er anderen Menschen Mut machen, "Ja" zur Organspende zu sagen.

Autor

Sandra Hüttner
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Veröffentlicht am:
29. 04. 2019
19:22 Uhr

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Sandra Hüttner

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Veröffentlicht am:
29. 04. 2019
19:22 Uhr



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