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Radarstation ist frisch verkuppelt

Sie hat einen Durchmesser von zehn Metern und erinnert an ein Raumschiff aus Star Wars: die neue Radarkuppel auf dem Döbraberg. Die Installierung erfordert Geschick.



Ein spektakulärer Anblick: Mit einem Kran gelangt das neue Radom in Millimeterarbeit auf die Antennenplattform in 35 Metern Höhe über dem Erdboden. Weitere Bilder gibt es im Internet unter www.frankenpost.de .	Fotos: Hüttner
Ein spektakulärer Anblick: Mit einem Kran gelangt das neue Radom in Millimeterarbeit auf die Antennenplattform in 35 Metern Höhe über dem Erdboden. Weitere Bilder gibt es im Internet unter www.frankenpost.de . Fotos: Hüttner  

Schwarzenbach am Wald-Döbra - Nur wenige Schaulustige sind anwesend, als die Radarstation der Bundeswehr auf dem Döbraberg eine neue Kuppel, ein sogenanntes Radom, aufgesetzt bekommt. Das Radom bietet dem Radargerät Schutz vor Witterungseinflüssen. Über zwei Tage zieht sich die spektakuläre Aktion hin. Am Montag begannen vor Ort die Vorbereitungen: Der 500-Tonnen-Kran fand seinen Platz. Am Dienstagmorgen hebt dann Thomas Ernstberger von der Hofer Firma Auto Klug mit ruhigem Händchen das alte Radom millimetergenau ab. Er legt dabei eine faszinierende Präzision an den Tag.

Genaues Arbeiten ist schon deshalb nötig, weil das 3D-Radargerät während der Arbeiten ein Schutzgerüst umgibt. "Wenn man einen guten Einweiser hat, ist das aber alles kein Problem", erklärt Ernstberger. "Ich agiere ja sozusagen blind und nur auf die Anweisungen über Funk." Die Ansagen scheinen akkurat zu sein: Probleme gibt es weder beim Abnehmen des alten, noch beim Aufsetzen des neuen Radoms.

Lediglich die sogenannte Radombefahranlage zur Wartung der alten Hülle, die es ebenfalls abzubauen gilt, wirft kurz Fragen auf: "Das Gewicht war mit 1,6 Tonnen angegeben, aber beim nur leichten Anheben zeigte die Gewichtsanzeige im Kran vier Tonnen an. Deshalb mussten wir die zu schwachen Ketten am Kranhaken wechseln", erläutert Oberleutnant Daniel Melzer als zuständiger Presseoffizier. Aber auch dieses Problem ist schnell gelöst. Und so schwebt das nicht mehr benötigte Gerät schon bald gen Boden, um später verschrottet zu werden.

Das neue Radom misst an seiner breitesten Stelle im Durchmesser zehn Meter. Es ist aus mehreren Platten zusammengebaut. Obenauf sitzt ein Deckel mit fünf Metern Durchmesser. Anders als beim alten Radom ist es beim neuen möglich, es von innen zu warten. Zudem gibt es keine Glühbirnen mehr, sondern LEDs. "Und die haben 10 000 Betriebsstunden", erläutert Daniel Melzer.

Vor Ort befindet sich auch Torsten Engster von der Firma Schmidtbauer. Er zeichnet für die Kranarbeiten verantwortlich. "Wir haben den Auftrag aufgrund von Maschinenausfall in unserer Firma an die Firma Auto Klug delegiert", erklärt er. Engster berichtet von der Planung der Kranarbeiten: "Wir haben eine sogenannte Kranstudie mit Berechnungen für das notwendige Krangewicht, den Ausleger und die maximal zulässige Windgeschwindigkeit erstellt." Die maximale Windgeschwindigkeit hätte bei 4,3 Metern pro Sekunde gelegen. "Aber wir haben heute optimale Wetterbedingungen", betont der Fachmann.

Nach der Mittagspause kommen Sicherheitskoordinatoren vom Kulmbacher Ingenieurbüro Iplan. Andrea Pfadenhauer-Wagner und Erich Luthardt schauen auf alles, was sicherheitsrelevant ist. Das fängt an bei Helmen und Sicherheitsschuhen und geht weiter mit dem Arbeitsgerüst.

Am Vortag war die Kranfirma noch mit acht Mitarbeitern vor Ort. Doch nun, beim Ab- und Aufheben der Kuppeln, sind nur noch zwei am Werk. Die ausführende Baufirma, G+H Kühllager- und Industriebau aus Mannheim, arbeitet mit fünf Mitarbeitern unter der Regie von Vorarbeiter Viktor Otto. Während der Abnahme hängt das alte Radom mit einem Gewicht von knapp sieben Tonnen an zehn Aufnahmepunkten. Das neue Radom gelangt dann an nur sechs Aufnahmepunkten, die alle am Kranhaken zusammenlaufen, auf die Antennenplattform in eine Höhe von 35 Metern. Fast scheint es zu schweben.

Während das alte Radom einem Fußball mit Lederflecken glich, vergleichen die Soldaten das neue Radom nun mit einem Raumschiff aus den Star-Wars-Filmen. Das komme von der glatten Kugeloberfläche, auf der die matten Klebebahnen die Spiegelung der Umgebung unterbrechen, erklären sie. Das neue Radom verschrauben die Arbeiter passgenau auf den Bolzen des alten Radoms.

 
Autor

Sandra Hüttner
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Veröffentlicht am:
25. 09. 2019
18:54 Uhr

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Sandra Hüttner

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Veröffentlicht am:
25. 09. 2019
18:54 Uhr



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