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Naila

Schule will noch kreativer werden

Die Musische Realschule in Naila nimmt am Pilotprojekt "Kulturschule" teil. Die bestehende Vielfalt soll vernetzt werden. Die ersten Schritte sind getan.



Das Schulentwicklungs-Team der Nailaer Realschule arbeitet am Pilotprojekt "Kulturschule" (von links): Regina Kempf, Kathrin Reuter, Evelyn Beißel, Julian Zeitler und Silvia Melzner. (Es fehlt Constanza Linke).	Foto: Ertel
Das Schulentwicklungs-Team der Nailaer Realschule arbeitet am Pilotprojekt "Kulturschule" (von links): Regina Kempf, Kathrin Reuter, Evelyn Beißel, Julian Zeitler und Silvia Melzner. (Es fehlt Constanza Linke). Foto: Ertel  

Naila - Kultur ist nicht nur Musik oder Kunst. Kultur ist im Grunde alles, was der Mensch gestalterisch erschafft. Um dieser Definition noch näher zu kommen, will die Musische Realschule Naila die Kultur mehr als bisher in den Schulalltag integrieren. Sie ist eine von neun Schulen in Bayern, die vom Kultusministerium für das Pilotprojekt "Kulturschule" ausgewählt wurde (wir berichteten). "Das ist eine Freude und eine Auszeichnung", sagt Projektleiterin und stellvertretende Schulrektorin Evelyn Beißel bei einem Pressegespräch.

Diese Auszeichnung bedeutet aber nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch eine Menge Arbeit. Deshalb hat sich ein sechsköpfiges Schulentwicklungs-Team gebildet, das dieses Projekt im Laufe von drei Jahren vorantreiben will . Für das erste Jahr gibt es ein Budget von 8000 Euro.

Zunächst analysierten die beteiligten Lehrer, was die Schule an kultureller Arbeit bereits leistet, welche Aktionen und Projekte stattfinden und wie sichtbar sie für die Schule selbst und für die Öffentlichkeit sind. Sie stellten fest: "Alle Künste sind im Unterricht verankert, es gibt tolle fächerübergreifende Projekte wie Theatergruppe, Lesungen oder Medienarbeit. Aber wir wollen uns in allen Bereichen weiter entwickeln", sagt Evelyn Beißel. "Schüler, Eltern und Kollegen sollen dabei einbezogen werden", ergänzt Kathrin Reuter. All diese Anstrengungen und die Vielfalt müssten aber nicht nur für die Schulfamilie selbst, sondern auch nach Außen hin sichtbarer gemacht werden - wie das etwa an den Kulturtagen bereits passiert, die am Ende eines jeden Schuljahres stattfinden.

So haben die Mitglieder des Teams in einem Brainstorming die Grundlagen für das Projekt gelegt: Sie haben verschiedene Bildungsbereiche und Fächer in vier Kategorien aufgeteilt, für die jeweils ein Lehrer zuständig sein soll. Den emotional-affektiven Bereich leitet Regina Kempf, die Kunst und Informationstechnologie unterrichtet. Für den religiös-ethischen, empathischen Bereich ist Silvia Melzner verantwortlich (Musik und Religion), für den kognitiven Bereich Constanza Linke (Mathe und Physik) und für den motorischen Bereich Julian Zeitler (Englisch, Geografie). Den Austausch mit den anderen acht Pilotschulen in Bayern - vier Mittelschulen, drei Förderschulen und einem Gymnasium - koordiniert Kathrin Reuter (Deutsch, Geschichte).

Alle Bereiche sollen sich miteinander vernetzen: "Ernährung, Hygiene und Biologie spielen auch im empathischen Bereich und mit Berührung eine Rolle", sagt Silvia Melzner. "Die Körperlichkeit hat ihrerseits viel mit Sport und Motorik zu tun." Mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer sind etwa mit der Medien- oder Präsentationskultur verbunden. Um diese Bemühungen sichtbarer zu machen, sollen zum Beispiel Portfolios mit Theaterbesuchen erstellt werden. Kunstlehrerin Regina Kempf schlägt vor, dass die Schüler sich mit ihren Kunstwerken auf Dauer an der Schule verewigen können - mit einer Skulptur im Großformat etwa.

Konkrete Projekte sollen Lehrer, Schüler und Eltern selbst entwickeln: "Wir sind nur die Denkfabrik, die Strukturen liefert", sagt Beißel. Ende November wird das Schulentwicklungs-Team am Buß- und Bettag den Kollegen ihre Ideen vorstellen. Ein paar davon verraten sie vorab: Möglich seien eine Fahrt nach Auschwitz, eine Schreibwerkstatt mit Experten oder ein Seminar zu Benehmen und Tischkultur etwa. "Wir wollen aber mit unseren Ideen die Fantasie der Kollegen und Schüler nicht einschränken", sagt Beißel.

In den Pilotschulen ist die Kultur seit Jahren ein zentraler Bestandteil des Schullebens. Ihre Erfahrungen sollen die Schulen in einem Arbeitskreis am Institut für Schulqualität und Bildungsforschung einbringen und Leitlinien für die kulturelle Bildung im Schulsystem entwickeln. Am Ende kann die Schule das Zertifikat "Kulturschule" erwerben.

Autor
Julia Ertel

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Veröffentlicht am:
18. 10. 2019
17:44 Uhr

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Julia Ertel

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18. 10. 2019
17:44 Uhr



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