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Steigende Besucherzahlen in der Spielbank

Das Bad Stebener Haus zieht mehr als 33 000 Gäste an. Auch hat die Bank Glück: Sie geht mit 2,3 Millionen Euro Umsatz aus dem Spiel-Jahr. Ein Schatten aber bleibt.



Ein Feuerwerk zur Jahresbilanz? Nein, unser Bild entstand bei einem der Sommerfeste. Trotzdem freut sich die Einrichtung über die positiven Zahlen des vergangenen Jahres.	Foto: Archiv
Ein Feuerwerk zur Jahresbilanz? Nein, unser Bild entstand bei einem der Sommerfeste. Trotzdem freut sich die Einrichtung über die positiven Zahlen des vergangenen Jahres. Foto: Archiv  

Bad Steben - Die Spielbank Bad Steben hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Direktor Udo Braunersreuther spricht's aus und seufzt erst einmal. Da spricht er gar nicht den Betrugsverdacht in der Verwaltung an, der seit einigen Wochen die Beteiligten beschäftigt (die Frankenpost berichtete). Da meint er das Auf und Ab, das es das ganze vergangene Jahr über in seinem Haus gegeben habe. Und das sich, am Ende, positiv entwickelt hat. Die Spielbank Bad Steben steht gut da - was die Zahlen betrifft ebenso wie in Sachen Image. Nun hoffen Braunersreuther und seine Mitarbeiter, dass ein schwarzes Schaf nicht die viele Arbeit der vergangenen Jahre wieder zunichte machen kann.

Ein "echt fränkisches" Jahr 2018

"Casino live" bringt Kunst und Kabarett in die Spielbank - in diesem Jahr unter dem Motto "echt fränkische Veranstaltungen". Die Reihe beginnt am 27. Januar mit einem Abend mit Volker Heißmann. Am 21. April präsentiert Oliver Tissot sein Programm "Inspiration". Eine Premiere gibt es am 23. Juni: Dann treten erstmals die beiden lokalen Promis Gert Böhm und Gery gemeinsam auf. Das große Sommerfest steigt am 3. August. Den Herbst läutet am 29. September "Das Eich" ein, gefolgt vom Jazzabend am 20. Oktober mit Ed Sperber. Das fränkische Jahr beschließt am 1. Dezember Klaus Karl-Kraus mit seinem Kabarettprogramm "Budderblädzli, Bunsch und Bäggli".

 

Einmal im Monat verwandelt die Spielbank den großen Saal zum Treffpunkt für "After Work"-Parties. Weiter geht es am 7. Februar, um 19 Uhr mit Musik von Gery and the Johnboys und dem Bund der Selbstständigen.

 

Mehr als 33 000 Besucher zählte die Spielbank Bad Steben im vergangenen Jahr. "Das ist das beste Ergebnis seit 2009", freut sich Braunersreuther. Jahrelang hatten sich die Gästezahlen knapp unter der 30 000er-Marke eingependelt, im Jahr 2015 hatte das Haus erstmals seit Langem jene Grenze überschritten. So freuen den Spielbank-Direktor nicht nur die absoluten, sondern vor allem die Vergleichszahlen: "Wir haben im Vergleich zum Vorjahr mehr als zwölf Prozent bei den Besuchern zugelegt; bayernweit haben die Spielbanken insgesamt sogar ein leichtes Minus." Garanten für viele neue Gäste sind bei Braunersreuther vor allem die Veranstaltungsreihen, die er etabliert hat.

 

"Casino live" heißt die eine - hier wird das Foyer regelmäßig zur Kabarett-, Musik- und Kleinkunstbühne. "After Work live" heißt die andere: An den Mittwochabenden kommen mittlerweile durchschnittlich 380 Gäste in die Spielbank, um die Mischung aus Musik, Unterhaltung und Firmen-Präsentationen mitten im Spielsaal zu genießen. Das Konzept der Spielbank: "Die Leute wollen mehr als Glücksspiel - sie möchten einen Abend Unterhaltung", erklärt Braunersreuther. Dass das Angebot zu funktionieren scheint, zeigt eine andere Zahl aus seiner Statistik: Selbst im dritten Jahr der After-Work-Reihe verzeichnet das Haus zu den Veranstaltungen noch 25 Prozent Erstbesucher.

"Wir haben viel Arbeit in die Steigerung der Attraktivität und die Verbesserung unseres Images gesteckt", sagt Udo Braunersreuther. So freut er sich umso mehr, dass das zu fruchten scheint: Wo man noch vor einigen Jahren eher hinter vorgehaltener Hand gesagt habe, dass man in die Spielbank gehe, habe sich das Haus mittlerweile zur begehrten Anlaufstelle nicht nur für viele begeisterte Gäste, sondern auch für andere Macher aus der Region entwickelt. "Gerade viele Firmen nutzen unsere After-Work-Parties als Image- und Mitarbeiterwerbung, das finde ich ganz klasse", freut sich der Spielbankdirektor. Denn auch im Kerngeschäft hat er Positives zu vermelden.

2,3 Millionen Euro Bruttospielertrag kann das Haus für 2017 verzeichnen; im Vorjahr waren es 1,9 Millionen Euro. Der Betrag bezeichnet de facto den Spiel-Umsatz - jener ist für alle neun bayerischen Spielbanken 2017 nur leicht gestiegen (um 0,08 Prozent). Das durchaus freudige Ergebnis wird nun allerdings vom Betrugsverdacht beeinträchtigt.

Zudem wird die Spielbank, auch wenn die Zahlen für 2017 noch nicht vorliegen, vermutlich wieder mit einem Minus aus dem Jahr gehen: 2016 hatte das Haus laut dem Beteiligungsbericht der Staatsregierung einen Zuschussbedarf von gut 1,9 Millionen Euro; sechs der neun bayerischen Spielbanken waren defizitär, die drei restlichen sorgten jedoch für eine schwarze Null in der Gesamt-Bilanz. Dass in Bad Steben heuer mehr gesetzt, verloren und gewonnen wurde, führen die Verantwortlichen auch auf die Neuerungen im Haus zurück.

Im Frühjahr hatte die Spielbank den Spielsaal umgebaut: Neben einigen Modernisierungsmaßnahmen hat man dabei unter anderem die Automaten- und die anderen Spielbereiche neu angeordnet. So hat man das "große" mehr vom "kleinen" Spiel getrennt - eine Sache, die von den Gästen als sehr angenehm wahrgenommen werde, sagt Braunersreuther. Außerdem wartet das Haus seit einigen Monaten mit einer Neuerung auf, das ihm nicht nur interessierte Spieler, sondern auch viel Fachpublikum beschert: einen halbautomatischen Black-Jack-Tisch. Dass die Spieler hier entweder per Computer oder von einem Croupier bedient werden und die Karten auf mehreren Bildschirmen angezeigt werden, hat schon die Verantwortlichen einiger großer Spielbanken im Land zu Stippvisiten nach Bad Steben gebracht. Außerdem soll demnächst in einem Fachmagazin ein Artikel über das Gerät im Haus veröffentlicht werden.

Auch einige der Entwicklungen außerhalb der Institution lassen die Verantwortlichen positiv ins begonnene Jahr blicken. Zum einen gelten seit diesem Jahr strengere Konzessionen für neue nicht-staatliche Spielhallen im Freistaat. Das könnte den Wildwuchs etwas eindämmen, der in den vergangenen Jahren in mancher Kommune um sich gegriffen hat. Zum anderen hat es zum 1. Januar auch im nahen Tschechien einige Gesetzesänderungen im Casino-Metier gegeben: So sind die Eintrittsbeschränkungen verschärft worden, die Betreiber erfassen nun wesentlich mehr persönliche Daten von den Gästen, und es gilt nun auch Rauchverbot.

So geht Udo Braunersreuther durchaus davon aus, dass viele Einwohner der Region nun wieder eher zu ihm ins Haus kommen, um dem staatlich kontrollierten Glücksspiel zu frönen. Und um die verschiedenen Unterhaltungspakete zu nutzen, die die Spielbank jenseits von Roulettetisch und Co. schnürt - ob mit kulinarischem Angebot, Musik oder Kunst. Oder allem zusammen.

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Christoph Plass

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Veröffentlicht am:
16. 01. 2018
21:12 Uhr

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Christoph Plass

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Veröffentlicht am:
16. 01. 2018
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