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Naila

Ursachenforschung an der Basis

Mehr als 200 Gäste feiern in Naila das Weinfest der SPD. Landtagsabgeordneter Adelt findet mit den Besuchern Gründe für die Umfrage-Tiefs - nicht nur der SPD.



Sie freuen sich über 30 Jahre Weinfest in Naila. Die Mitglieder des SPD-Ortsvereins zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Klaus Adel (rechts) und Klaus Wolfrum, der die SPD des Landkreises früher in München vertreten hat. Heinrich Rasp (Zweiter von rechts) gehört zu den Initiatoren des Weinfestes im Jahr 1987.	Foto: Faltenbacher
Sie freuen sich über 30 Jahre Weinfest in Naila. Die Mitglieder des SPD-Ortsvereins zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Klaus Adel (rechts) und Klaus Wolfrum, der die SPD des Landkreises früher in München vertreten hat. Heinrich Rasp (Zweiter von rechts) gehört zu den Initiatoren des Weinfestes im Jahr 1987. Foto: Faltenbacher  

Naila - Seit mittlerweile 30 Jahren organisiert der SPD-Ortsverein Naila in jedem Jahr Ende August ein Weinfest, zu dem neben vielen Bürgern der Stadt und Vertretern politischer Parteien auch regelmäßig Abgeordnete des Landtags oder des Bundestags erscheinen. Mit dem Landtagsabgeordneten Klaus Adelt war gestern der SPD-Kandidat für die Wahlen am 14. Oktober zur Weinprobe nach Naila gekommen. Doch Adelt ist keiner, der allein wegen des Wahltermins zu dem herrlichen Platz inmitten der Stadt gekommen war. Der ehemalige Selbitzer Bürgermeister sucht stets den Kontakt zu den Bürgern im Frankenwald. "Deshalb gehört dieses Fest in jedem Spätsommer zu den Terminen, die ich mit viel Freude besuche, schließlich kenn ich in Naila unzählige Bürger und natürlich auch alle Mitglieder des SPD-Ortsvereins", sagt Adelt.

Wie kommt man in der Bierregion Bayerns dazu, ein Weinfest zu organisieren? Diese Frage beantwortet Heinrich Rasp mit einem Lächeln, denn er gehörte Ende der 1980er-Jahre zum Kreis der SPD-Stadträte, die das erfolgreiche Fest ins Leben gerufen haben. "Wir dachten uns, dass viele Nailaer nach dem Reigen der vielen Wiesen- und Heimatfeste in der Stadt sowie im Landkreis offen sind für eine andere Art des gemütlichen Beisammenseins." Der Apotheker hat bis vor wenigen Jahren in der Kronacher Straße die Franken-Apotheke geführt, unmittelbar neben dem gemütlichen Platz im Zentrum der Stadt. "Neben Willi Kaiser, Heinz Künzel, Friedhold Schmid, Heinz Künzel, Siegmar Hohberger, Dietmar Langnickel war Klaus Albert damals in der SPD-Fraktion des Nailaer Stadtrats aktiv, und gemeinsam mit den Mitgliedern des Ortsvereins haben wir mit großer Begeisterung 1988 dieses neue Fest in Naila ins Leben gerufen." Offenbar eine gute Idee, denn die Nailaer nutzen das Angebot gerne. Gestern waren die 200 Plätze an den Tischen bereits gegen 15 Uhr besetzt und die Besucher genossen fränkische Weine..

Daniel Hohberger, der Vorsitzende des Nailaer SPD-Ortsvereins, strahlte mit der Sonne um die Wette, denn seine Gäste nutzten das Speisen- und Getränkeangebot ausgiebig. Werner Thieroff begleitete das Weinfest musikalisch. Auch wenn sich die SPD, wie einige andere etablierten Parteien, mit dem Umfrage-Tief für die bevorstehenden Wahlen befassen müssen, waren die meisten für die Zukunft der Volkspartei positiv gestimmt. Der Musiker Werner Thieroff, selbst von 1997 an sieben Jahr als SPD-Stadtrat aktiv, bedauerte, dass in der Politik besonders bei den großen Volksparteien einiges im Argen liege. "Es fehlen Charakterköpfe, die wir früher hatten. Die braucht es, um die Menschen in unserem Land von Ideen und notwendigen Entscheidungen zu begeistern. Die Mandatsträger sind größtenteils ältere Herren, die zu wichtigen politischen Themen keine klare Meinung vertreten." Mit Blick auf die aktuellen Probleme im Land machte Thieroff seine Meinung an Entscheidungen zur Flüchtlingspolitik deutlich. "Von den Wählern, die CSU und SPD verlieren, sind viele Protestwähler. Ich wünsche mir mehr junge engagierte Politiker, die den Bürgern realistische Zukunftsperspektiven aufzeigen und etwas bewegen." Daniel Hohberger drückt sich bei der Bewertung der aktuellen großpolitischen Situation etwas vorsichtiger aus: "Man muss doch nur nach Berlin zur Großen Koalition schauen. Die beiden Parteien sind da, jede für sich, nicht mit klarer individueller Meinung aktiv. Um bei den Bürgern mehr Akzeptanz zu erreichen müssen sich die großen Parteien neu erfinden und ein unverwechselbares Profil entwickeln. Mit der aktuellen Politik fördern sie Protestwähler, die zur AfD überwechseln. Wir haben glücklicherweise mit Klaus Adelt eine Persönlichkeit, die sich für die positive Entwicklung unserer Region massiv einsetzt, auch wenn er dabei bei seinen Abgeordneten-Kollegen in der Landeshauptstadt nicht immer Freunde gewinnt." Gerade als Hohberger den Lobesvortrag beendet, kommt Adelt zum Fest, und der Applaus bei vielen Festbesuchern belegt, was der Vorsitzende über Adelt erzählt hat. "Adelt ist einer, der weiß, wie unsere Bürger ticken", schließt Hohberger, während der Landtagsabgeordnete von Tisch zu Tisch schlendert, um die Nailaer zu begrüßten.

Klaus Adelt gibt dabei seine Einschätzung der aktuellen Situation zu Besten. Auch er ist davon überzeugt, dass in erster Linie Protestwähler zu anderen Parteien, "leider häufig auch zur AfD überlaufen". Für ihn gelte jedoch trotz negativer Umfragewerte: "Ich werde bis zum Wahltag um jede Stimme kämpfen. Und das nur mit fairen Mitteln." Adelt will in erster Linie weiter für die Belange der Bürger in Oberfranken eintreten, und dabei für die Schulen, Kitas und die Belange der Ehrenamtlichen kämpfen. "Auch in Bereichen wie im öffentlichen Personennahverkehr muss einiges passieren. Es gibt viel zu tun, die Kassen sind voll, deshalb muss die bayerische Staatsregierung in die Probleme der Region investieren."

Persönlich hat Adelt ein sportliches Ziel vor Augen, das nach seiner Überzeugung auch am 14. Oktober realistisch sei: "Ich will wieder ein Spitzenwahlergebnis erreichen." Das war ihm vor fünf Jahren gelungen, denn der Selbitzer zog mit dem zweitbesten Stimmenergebnis der SPD in ganz Bayern in den Landtag ein. "Im nächsten Jahr komm ich dann zum 32. Mal nach Naila zum SPD-Weinfest."

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Lothar Faltenbacher

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Veröffentlicht am:
26. 08. 2018
19:36 Uhr

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Lothar Faltenbacher

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Veröffentlicht am:
26. 08. 2018
19:36 Uhr



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