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Wie viel Licht braucht man in der Nacht?

Die Stadt Schwarzenbach am Wald überlegt, wie sie nachts ihre Straßen beleuchten will. Sie will zwar Kosten sparen, den Bürgern aber auch Sicherheit geben.



Schwarzenbach am Wald - In Schwarzenbach am Wald ist die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Leuchten nun abgeschlossen. In der jüngsten Sitzung des Stadtrats ging es darum, ob während der Nacht die Beleuchtung komplett abgeschaltet werden soll.

Stichwort Lichtverschmutzung

Ende des 19. Jahrhunderts zog die elektrische Beleuchtung in die Städte Europas ein. Inzwischen leuchten unsere Städte zum Teil 4000 Mal heller als das Nachtlicht. Schlafforscher haben herausgefunden, dass zu viel Kunstlicht auf Dauer krank machen kann. Es hat Folgen für Mensch und Tier, wenn die Nacht zum Tag wird. Lichtverschmutzung lässt die stockdunkle Nacht selten werden. Lichtsmog stört die Finsternis und ganze Ökosysteme - und macht auch Menschen krank.

 

Wie Bürgermeister Reiner Feulner zum Thema erklärte, reduziert die Stadt die Beleuchtung bisher zwischen 22 und 0 Uhr auf 50 Prozent, bis 5 Uhr am Morgen ist das Licht aus. "Nach der Umrüstung auf LED liegt der jährliche Stromverbrauch ohne die Weihnachtsbeleuchtung bei geschätzten 10 000 Euro", verwies der Bürgermeister auf eine Berechnung des Bayernwerks. Diesen Berechnungen zufolge würde der Stromverbrauch bei 17 400 Euro liegen, wenn man das Licht nicht komplett abschalten würde. "Hätten wir also das Straßenlicht während der ganzen Nacht mit 50 Prozent brennen lassen, wäre das eine finanzielle Mehrbelastung von 7400 Euro gewesen."

 

Nach Diskussionen innerhalb der Fraktionen vertrat Siegfried Witzgall, CSU/ÜHL, die Meinung, dass das Sicherheitsgefühl für die Bürger der Stadt bei Licht besser sei. Sein Fraktionskollege Matthias Wenzel bezeichnete die Energie- und Kostenersparnis als wichtige Argumente. Bürgermeister Feulner brachte den Vorschlag zur Diskussion, die Zeit zu verkürzen, in der man die Beleuchtung komplett abschaltet. Demnach sollten die Beleuchtungszeiten um eine Stunde bis 1 Uhr verlängert und die Abschaltung am Morgen um eine halbe Stunde auf 4.30 Uhr verkürzt werden. Dieser Meinung schloss sich das Gremium bei der Abstimmung geschlossen an.

"Nach den aktuell zu erwartenden Strompreiserhöhungen für das Jahr 2020 ist mit zusätzlichen Kosten von etwa 2000 Euro zu rechnen", blickte Feulner auf die Entwicklung im nächsten Jahr. "So könnten wir im Ergebnis durch die erheblichen Einsparungen durch die LED-Umrüstung die alten Beleuchtungszeiten in unserer Stadt und damit mehr Sicherheit erreichen." SPD/FW-Rat Fredi Häßler sprach sich dafür aus, die Schaltzeiten flexibel anzupassen, während Günter Schmidt, SPD/FW empfahl, die Schaltzeiten in den Sommermonaten anders zu steuern als in den Wintermonaten. Das wäre aber laut dem Bürgermeister ein unverhältnismäßig großer Aufwand für die Schaltungssteuerung in den verschiedenen Straßenzügen und Ortsteilen.

Gerhard Brütting, CSU/ÜHL, plädierte dafür, dass eine zeitweise Komplettabschaltung beibehalten wird. Er argumentierte mit der sogenannten Lichtverschmutzung für Natur und Menschen. Der Biologie- und Chemielehrer sprach von der Gefahr eines "tödlichen Staubsaugereffektes der Straßenlaternen" für Insekten und der Bedeutung der Dunkelheit für die Produktion des wichtigen Schlafhormons Melatonin. "Auch nachtaktive Vögel und Insekten werden durch zu viel nächtliches Licht in ihrem Rhythmus und bei ihrer Orientierung gestört." Ein Grund für die zunehmende Lichtverschmutzung sei der vermehrte Einsatz von LED-Leuchten.

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Lothar Faltenbacher

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Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
18:50 Uhr

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Lothar Faltenbacher

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24. 09. 2019
18:50 Uhr



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