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Brandeinsatz ohne sichtbare Flammen

Das Feuer, das am Freitag in der Zwischendecke der JVA ausbricht, ist von außen kaum zu sehen. Doch genau das macht seine Bekämpfung so schwierig. Und natürlich die schweren Jungs, die im Brandobjekt einsitzen.



Kronach - Bernd Ehrhardt steht am Freitagmorgen gegen sechs Uhr im Bad, als er im Lokalradio von einem Brand in der Festungsstraße hört. Als direkter Anwohner blickt er natürlich sofort aus dem Fenster und sieht: nichts. "Da war weder ein Brand noch eine Feuerwehr. Es war alles seelenruhig so zehn nach sechs. Da habe ich gedacht: Die Meldung war vielleicht von gestern", sagt Ehrhardt der NP. "Dann habe ich erstmal Brotzeit gemacht und mich angezogen. So um halb sieben rum ging dann auf einmal das Tatü-Tata los. Die Feuerwehr war draußen gestanden, die Polizei und Rettungswagen." Als sich der Physiotherapeut gegen 6.45 Uhr aufs Fahrrad schwingt, um in seine Praxis zu fahren, ist von einem Brand jedoch noch immer nichts zu sehen. "Es hat nur ein bisschen aus den Dachluken raus geraucht, viel hat man nicht gesehen", beschreibt Bernd Ehrhardt die Situation.

31.08.2018 - Feuer in der JVA Kronach - Foto: Radio Eins Coburg

Feuer in der JVA Kronach
Feuer in der JVA Kronach
Feuer in der JVA Kronach
Feuer in der JVA Kronach
Feuer in der JVA Kronach
Feuer in der JVA Kronach
Feuer in der JVA Kronach

Gleichwohl: Die Meldung im Radio ist aktuell - und der folgende Einsatz nicht zu übersehen. Die gesamte Festungsstraße, die eigentlich wegen Sanierungsarbeiten gesperrt ist, steht wenig später voller Einsatzfahrzeuge. Wobei: Auch den insgesamt mehr als 240 Helfern aus dem Landkreis präsentiert sich das Feuer zunächst weniger spektakulär als gedacht. "Die ersten eintreffenden Kräfte konnten feststellen, dass der Dachstuhl selbst nicht in Flammen stand. Bei der ersten Erkundung vor Ort im Gebäude wurde festgestellt, dass in einem Nebenraum im Deckenbereich ein Brand ausgebrochen war", erklärt Kreisbrandinspektor Matthias Schuhbäck vor Ort. Am Nachmittag steht fest: Es war wohl Brandstiftung.

In den folgenden Stunden haben die Feuerwehrleute und das Technische Hilfswerk (THW) alle Hände voll zu tun, um überhaupt an die Glutnester ranzukommen. Hierzu muss auch das Dach aufwendig geöffnet werden. Da nicht eingeschätzt werden kann, inwieweit sich noch Brandherde in den Zwischendecken des Gebäudes befinden, wird die JVA sicherheitshalber geräumt. Die rund 100 Häftlinge werden mit Unterstützung von Einsatzkräften aus angrenzenden Regierungsbezirken in andere Justizvollzugsanstalten verlegt. Auch das sieht bisweilen spektakulär aus. Die einzelnen Transport-Konvois werden mit Blaulicht-Fahrzeugen eskortiert.

Während die Löscharbeiten noch laufen, macht sich Kronachs 2. Bürgermeisterin Angela Hofmann schon Gedanken über nächste Woche. Der bayerische Justizminister Winfried Bausback (CSU) hat für kommenden Mittwoch, 5. September, seinen Besuch in der Kronacher Justizvollzugsanstalt angekündigt. Wie Hofmann sagt, habe man bislang noch keine Info, ob dieser Besuch nach dem Brand wie geplant stattfinden kann. "Aber ich gehe davon aus. Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund, das zu verschieben", sagt sie.

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Peter Fiedler, jua
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Veröffentlicht am:
31. 08. 2018
19:46 Uhr

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Peter Fiedler, jua

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31. 08. 2018
19:46 Uhr



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