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Corona-Hotspot Mitterteich

Blick in den Nachbar-Landkreis: Die Lage wegen des Virus spitzt sich in Mitterteich zu. Das Landratsamt empfiehlt explizit, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren.



Ein Katastrophenschutzfahrzeug fährt mit Lautsprecher durch die Straßen und warnt die Bevölkerung. Foto: Josef Rosner
Ein Katastrophenschutzfahrzeug fährt mit Lautsprecher durch die Straßen und warnt die Bevölkerung. Foto: Josef Rosner  

Mitterteich/Tirschenreuth - "Es scheint so, dass sich der Coronavirus im Landkreis Tirschenreuth besonders einnistet", eröffnete Landrat Wolfgang Lippert eine kurzfristige Pressekonferenz am Landratsamt am Dienstagnachmittag. Hotspot sei die Stadt Mitterteich. Im Landkreis gibt es mittlerweile 40 bestätigte Covid-19-Fälle (Stand: Dienstag, 10.30 Uhr). Davon sind 19 in Mitterteich, sechs in Waldsassen und vier in Tirschenreuth. "Der Krankheitsverlauf kann durchaus schwerwiegend sein", warnte Lippert und verwies darauf, dass von den 40 Patienten sieben beatmet würden. Bei den Infizierten handele es sich hauptsächlich um ältere Menschen, aber es seien durchaus auch jüngere betroffen. Die Altersspanne liege zwischen neun und 83 Jahren.

Da die Zahl der Corona-Fälle von Montag auf Dienstag von 30 auf 40 gestiegen ist, war es dem Landrat wichtig, die Bevölkerung noch einmal zu sensibilisieren: "Wir haben einen wirklichen Ernstfall, mit dem nicht zu spaßen ist." Der Stab des Katastrophenschutzes habe daher am Dienstagvormittag weitere Schritte eingeleitet.

Dazu gehört, dass die Feuerwehr am Dienstag um 17 Uhr durch Mitterteich fuhr und Lautsprecherdurchsagen machte, um die einzelnen Haushalte auf die schwierige Situation hinzuweisen. Ihr Inhalt: Die sozialen Kontakte sollen sofort auf ein Minimum reduziert werden. "Das heißt aber nicht, dass man nicht mehr zur Arbeit geht", betonte Lippert. Zudem beginnen die Feuerwehren noch heute damit, an alle Haushalte im Landkreis Tirschenreuth Handzettel zu verteilen. Die Vorgehensweise sei mit der Task-Force Infektiologie am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittel (LGL) abgesprochen. "Die hat unsere Maßnahmen absolut begrüßt", sagte Lippert.

Wie er sagte, sind im Landkreis bisher zwischen 250 und 300 Bürger unter Quarantäne. Es sei wichtig, den Prozess der Infizierungen zu verlangsamen. Nur dadurch könne die medizinische Versorgung in Zukunft aufrechterhalten werden. "Wir haben eine sehr, sehr ernste Situation im Landkreis. Wir haben sie aber erkannt." Der Landrat sagte, dass man schon seit 2. März täglich alles neu bewerte.

Wo sich betroffene Bürger in Mitterteich explizit infiziert haben könnten, konnte Regina Kestel, die Leiterin des Katastrophenschutzes, nicht sagen: "Es ist sehr, sehr schwer, diese Ketten nachzuvollziehen. Wir haben Vermutungen, aber wir wissen es nicht", so die Regierungsdirektorin, die dann noch einmal auf die Entwicklung der Corona-Fälle im Landkreis einging. Den ersten bestätigten Fall gab es demnach 10. März. "Das war ein 83-Jähriger, der nicht auf irgendeiner Veranstaltung war." Das immer wieder in sozialen Medien genannte Mitterteicher Starkbierfest, könne sie als Ausgangspunkt nicht bestätigen. "Das sind Vermutungen. Man weiß es nicht."

Zum Schluss machte Lippert deutlich, dass die Hinweise nichts mit einer Ausgangssperre zu tun hätten. "Wir wollen die Leute nur sensibilisieren. Die Bevölkerung muss den Ernst der Lage erkennen." Vollkommen falsch sei aber, in Panik zu verfallen.

Für die Durchsagen waren am späten Nachmittag Fabian Krämer und Stephan Thoma in Begleitung von Günther Sommer mit dem Fahrzeug der Einsatzleitung des Katastrophenschutzes in den Straßen von Mitterteich unterwegs. Über Lautsprecher informierten sie die Bürger: "Achtung! Aufgrund der Corona-Krise empfiehlt das Landratsamt Tirschenreuth dringend, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Berufliche Verpflichtungen bleiben davon unberührt".

Wie Kreisbrandrat Andreas Wührl auf Nachfrage bestätigte, fuhren auch andere Wehren durch ihre Orte und informierten über die Situation mittels Lautsprecher, beispielsweise in Fuchsmühl und Waldershof. "Wir wollen alles versuchen, damit die Bevölkerung zu Hause bleibt", erklärte Wührl. Ausnahme sei die Arbeit.

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Martin Maier
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Veröffentlicht am:
17. 03. 2020
20:40 Uhr

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Martin Maier

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Veröffentlicht am:
17. 03. 2020
20:40 Uhr



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