Lade Login-Box.
Corona Ticker
Topthemen: CoronavirusWohnzimmerkunstBlitzerwarnerHof-GalerieKommunalwahl 2020

Aus der Region

Frankens Bauern machen mobil

Tausende Bauern aus allen Teilen Frankens sind am Freitag in Nürnberg zu einem Großprotest gegen Pläne für eine neue Düngemittelverordnung und weitere Regulierungen in der Landwirtschaft zusammengekommen.



Traktoren so weit das Auge reicht: Zwei Landwirte verfolgen auf einem Traktor stehend die Großdemonstration fränkischer Bauern in Nürnberg. Tausende Bauern aus ganz Franken protestierten gegen Pläne für eine neue Düngemittelverordnung und weitere Regulierungen in der Landwirtschaft. Fotos: Daniel Karmann/dpa
Traktoren so weit das Auge reicht: Zwei Landwirte verfolgen auf einem Traktor stehend die Großdemonstration fränkischer Bauern in Nürnberg. Tausende Bauern aus ganz Franken protestierten gegen Pläne für eine neue Düngemittelverordnung und weitere Regulierungen in der Landwirtschaft. Fotos: Daniel Karmann/dpa  

Nürnberg/Berlin - Rund 5000 Bauern mit 2500 Traktoren aus allen Teilen Frankens sind am Freitag in Nürnberg zu einem Großprotest gegen die Agrar- und Umweltpolitik in Deutschland zusammengekommen. Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) zeigte bei einer Kundgebung Verständnis für die Wut der Landwirte. "Überall gilt die Unschuldsvermutung, nur bei den Landwirten nicht", sagte Söder. Er spielte damit auf den Ärger der Bauern an, die sich dagegen wehren, als Alleinschuldige für Phänomene wie Insektensterben und Grundwasserbelastung angeprangert zu werden.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) machte den Bauern Mut: "Ihr seid die Ernährer unseres Volkes, hier ist die Fachkompetenz. Ihr seid nicht die Grundwasserverseucher", sagte der Minister. Er forderte eine Aussetzung der geplanten Düngeverordnung, bis das zugrunde liegende Messstellennetz aussagekräftig genug sei. Die Düngeverordnung, die den Eintrag von Mineraldünger reduzieren soll, ist ein Dorn im Auge der Landwirtschaft. Die Bauern befürchten, dass bei Umsetzung der Pläne die Erträge auf den Feldern gemindert würden.

Ministerpräsident Söder sprach sich gegen Hochrechnungen zur Ermittlung von Nitrateinträgen aus. "Solche Entscheidungen müssen aufgrund von Fakten getroffen werden", sagte er. Er stellte den Bauern in Aussicht, die seit dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" von der Bewirtschaftung frei zu haltenden Gewässerrandstreifen gegebenenfalls neu zu kartieren. Söder hatte für seine Teilnahme an der Kundgebung andere Termine abgesagt.

Der Ministerpräsident will den heimischen Landwirten zudem über die Ernährung von Staatsdienern helfen: In öffentlichen Kantinen sollen mehr Produkte aus dem Freistaat auf den Tisch. "Da muss bayerisch und fränkisch gegessen werden", sagte Söder. "Es kann nicht sein, dass die Nahrungsmittel irgendwann aus dem Ausland importiert werden müssen, die unter den Standards in Bayern produziert werden."

Die Landwirte kritisieren neben der geplanten Verschärfung der Düngeverordnung auch Auswirkungen des Insektenschutzes auf die Wirtschaftlichkeit ihrer Betriebe. Eine pauschale Unterversorgung von Pflanzen mit Dünger führe zu Humusabbau im Boden und letztlich höherer CO2-Freisetzung, hieß es in einer Mitteilung der Protestbewegung. Die Landwirtschaft dürfe nicht mehr länger billiger Rohstofflieferant der Lebensmittelindustrie sein. Die Ausrichtung der Produktion auf Weltmarktpreise habe in Europa keine Zukunft.

Die Landwirte waren seit den Morgenstunden in einer Sternfahrt aus allen Himmelsrichtungen mit ihren Fahrzeugen auf Nürnberg zugerollt. Dies hatte teils zu leichten Behinderungen auf den Autobahnen geführt. In Nürnberg sei der Verkehr nur im direkten Umfeld der Veranstaltung behindert worden. "Der Kollaps ist ausgeblieben", sagte ein Polizeisprecher. An der Sternfahrt nach Nürnberg hatten sich nach einer Schätzung der Polizei Landwirte mit rund 2000 Traktoren beteiligt, mehrere Hundert seien aus dem Raum Nürnberg dazugekommen.

17.01.2020 - Bauern-Protest erreicht Bayreuth - Foto: Tobias Hofbauer

Bauern-Protest erreicht Bayreuth
Bauern-Protest erreicht Bayreuth
Bauern-Protest erreicht Bayreuth
Bauern-Protest erreicht Bayreuth
Bauern-Protest erreicht Bayreuth

11.01.2020 - CSU Neujahrsempfang Hof - Foto: Thomas Neumann

CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof
CSU Neujahrsempfang Hof

11.01.2020 - Bauernproteste in Kronach - Foto: Frank Wunderatsch

Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach
Bauernproteste in Kronach

Agrar-Organisationen hatten für Freitag bundesweit zu Protesten gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung aufgerufen. Zu großen Demonstrationen kam es unter anderem in Kiel, Hannover, Bremen, Mainz, Dresden und Stuttgart.

Auch zum Start der Grünen Woche in Berlin demonstrierten erneut Tausende Landwirte gegen strengere Umweltschutzregeln der Politik. "Sorry. Aber sonst werden wir nicht gehört", stand auf einem Plakat der Bauern. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) rief Kritiker der Landwirtschaft zum Dialog auf. Sie erinnerte die Verbraucher daran, dass sie durch ihren Einkauf mitentschieden, wie Tiere gehalten und Lebensmittel produziert werden.

Zum Auftakt der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin erreicht die Ernährungsdebatte damit einen Höhepunkt. Kritiker werfen Landwirten immer wieder vor, auf Kosten von Umwelt, Tieren und Klima zu wirtschaften. An diesem Samstag wollen in Berlin mindestens 15.000 Menschen unter dem Motto "Wir haben es satt" auf die Straße gehen. Auf den Plakaten der protestierenden Bauern am Freitag stand: "Mit uns statt gegen uns." Und an die Adresse von Politikern und Städtern: "Sie säen nicht. Sie ernten nicht. Doch sie wissen alles besser." Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte: "Es gehört dazu, dass die Bauern ihre Sicht und ihren Anspruch deutlich machen. Das muss man aushalten."

Autor

Matthias Arnold, Herbert Mackert, Michael Donhauser, Burkhard Fraune
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
17. 01. 2020
14:26 Uhr

Aktualisiert am:
17. 01. 2020
21:02 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
CSU FDP Freie Wähler Hubert Aiwanger Landwirte und Bauern Markus Söder Minister Polizei Polizeisprecher Regierungsmitglieder SPD Wirtschaftsminister Wähler
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
500 Besucher verfolgten die Podiumsdiskussion in Kemnath.	Fotos: Wolfgang Benkhardt

Aktualisiert am 19.02.2020

Kampf um den Landratsposten in Tirschenreuth

Vier Kandidaten wollen Landrat im Landkreis Tirschenreuth werden: Roland Grillmeier (CSU), Ely Eibisch (Freie Wähler), Thomas Döhler (SPD) und Anna Toman (Bündnis 90/Die Grünen). Am Dienstagabend fand in Kemnath die einz... » mehr

17.02.2020

Ködeltalsperre wird zur Dauerbaustelle

Bis in Mauthaus wieder alles intakt ist, werden wohl ein bis zwei Jahre ins Land gehen. Am Montag hat sich Umweltminister Thorsten Glauber selbst ein Bild vor Ort gemacht. » mehr

Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) und ihr Mann, der Hofer Landrat Oliver Bär, nahmen mit ihren Kostümen Anleihen bei "Sissi".

14.02.2020

Frankenfasching im Jubiläumsfieber

Sommerferien, Mautpleite, Brexit-Chaos - nur "der Rechtsweg" der AfD bleibt ausgeschlossen: Bei der Kultsendung "Fastnacht in Franken" bekommen wieder zahlreiche Spitzenpolitiker ihr Fett weg. » mehr

Nur per Brief ist in den betreffenden Kommunen die Stichwahl am Sonntag möglich. Foto: Sven Hoppe/dpa

Aktualisiert am 29.03.2020

Live-Ticker: Stichwahlen in der Region

Die Stadt Hof hat künftig eine SPD-Oberbürgermeisterin, Bayerns jüngster Bürgermeister regiert im Frankenwald. Das und vieles mehr zu den Stichwahlen in der Region gibt's in unserem Live-Ticker zum Nachlesen. » mehr

Bauern machen Ministerpräsident Söder Druck

02.02.2020

Bauern machen Ministerpräsident Söder Druck

Mehrere hundert Bauern und ihre Familien haben am Sonntag in Coburg protestiert. » mehr

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ist am Freitag auf seiner "Netzausbaureise" in den Landkreisen Coburg und Lichtenfels (Bild) von Demonstranten mit Pfiffen, Buhrufen und Protestschildern empfangen worden. Während Umweltverbände und Kommunalpolitiker den Bau neuer Stromleitungen von Nord- nach Süddeutschland ablehnen, betont Altmaier, dass auf den Netzausbau im Zuge der Energiewende nicht verzichtet werden könne.	Foto: Braunschmidt

16.11.2018

Geballter Protest gegen Stromleitungen

Bundeswirtschaftsminister Altmaier lotet die Stimmung zum Netzausbau aus. Kommunalpolitiker und Umweltverbände lassen kein gutes Haar an den Plänen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Die Region in der Corona-Krise Fichtelgebirge

Die Region in der Corona-Krise | 07.04.2020 Fichtelgebirge
» 62 Bilder ansehen

Your-Stage-Festival 2020 in Hof

Your-Stage-Festival 2020 in Hof | 01.03.2020 Hof
» 115 Bilder ansehen

Workout in der Corona-Krise Lorenzreuth

Workout in der Corona-Krise | 26.03.2020 Lorenzreuth
» 10 Bilder ansehen

Autor

Matthias Arnold, Herbert Mackert, Michael Donhauser, Burkhard Fraune

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
17. 01. 2020
14:26 Uhr

Aktualisiert am:
17. 01. 2020
21:02 Uhr



^