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Komplettes Gefängnis evakuiert

Am Freitagmorgen ist es zu einem Feuer in der JVA Kronach gekommen. Kripo und Staatsanwaltschaft vermuten Brandstiftung. Die rund 100 Häftlinge wurden in Gefängnisse in ganz Bayern verlegt.



Feuer in der JVA Kronach
Über eine Drehleiter rückten die Feuerwehrleute den Flammen zu Leibe.   Foto: Radio Eins Coburg

Kronach - Nach einem Brand ist am Freitag das Gefängnis in Kronach evakuiert worden. Das Feuer in der Justizvollzugsanstalt (JVA) und die Verlegung der rund 100 Insassen beschäftigten eine große Anzahl Einsatzkräfte von Feuerwehr, Justiz und Polizei. Die Brandfahnder der Kriminalpolizei Coburg und die Staatsanwaltschaft Coburg gehen nach bisherigen Erkenntnissen von Brandstiftung aus.

31.08.2018 - Feuer in der JVA Kronach - Foto: Radio Eins Coburg

Feuer in der JVA Kronach
Feuer in der JVA Kronach
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Feuer in der JVA Kronach
Feuer in der JVA Kronach

Laut Heiko Mettke, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, bemerkten Angestellte der JVA kurz nach 6 Uhr morgens das Feuer im zweiten Stock des Gebäudes. Die Einsatzkräfte der Feuerwehren konnten die Flammen schnell unter Kontrolle bringen und führten noch Stunden später vereinzelte Löscharbeiten durch. Unterstützt wurden sie dabei vom Technischen Hilfswerk. Bedienstete der Justiz brachten die Häftlinge zwischenzeitlich in einen gesicherten Bereich innerhalb des Gefängnisses.

Nach ersten Erkenntnissen dürfte das Feuer im Bereich der Lüftungsanlage einer Gefängniszelle ausgebrochen sein. Nach Erkenntnissen der Polizei wurde das Feuer dort vorsätzlich gelegt. Derzeit richtet sich der Tatverdacht gegen einen 27-jährigen Häftling. Die Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Coburg wegen schwerer Brandstiftung dauern an.

"Zwei Justizangestellte wurden bei dem Brand leicht verletzt", informierte Heiko Mettke. Die Löscharbeiten gestalteten sich "einigermaßen schwierig", da ein Gefängnis natürlich gut gesichert sei. Da man nicht einschätzen könne, inwieweit sich noch weitere Brandherde in den Zwischendecken des Gebäudes befinden, habe man die JVA sicherheitshalber komplett geräumt. Die Häftlinge wurden mit Unterstützung von Einsatzkräften aus angrenzenden Regierungsbezirken in andere Justizvollzugsanstalten verlegt. Der entstandene Sachschaden liegt nach bisherigen Schätzungen im niedrigen sechsstelligen Bereich.

Laut Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger waren zwölf Feuerwehren mit insgesamt rund 150 bis 180 Mann an dem Einsatz beteiligt. "Das größte Problem war, dass der Brandherd schlecht zu erreichen war", sagte er. Die Zwischendecken der JVA seien mit Metall verstärkt, deshalb seien die Arbeiten sehr zeitintensiv und aufwendig gewesen. "Wir mussten uns da nach und nach langsam heransägen. Aber es ist halt ein Gefängnis: Die Insassen kommen schwer raus und wir dementsprechend schwer rein", meinte er. In seiner über 35-jährigen Karriere in der Kreisbrandinspektion sei es für ihn der erste Einsatz in einer JVA gewesen. Das sei nicht alltäglich.

Die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden ist laut Joachim Ranzenberger prima gelaufen. "Es ging alles sehr schnell und unkompliziert", freute er sich.

Ein weiterer Knackpunkt bei dem Einsatz an der JVA war die Zufahrt. Denn die Festungsstraße, in der das Gebäude steht, wird derzeit saniert und ist für den Verkehr eigentlich komplett gesperrt. Die offizielle Umleitung für Lastwagen - und somit auch für große Feuerwehrautos - erfolgt über den Kronacher Stadtteil Dörfles und dann über einen landwirtschaftlichen Weg bis zur Festung Rosenberg, die direkt oberhalb der JVA liegt. Doch die Einsatzkräfte am Freitag hatten Glück: Sie konnten die Baustelle passieren und sich so diesen Umweg sparen. "Das hat gut funktioniert. Die Kronacher Feuerwehr, die logischerweise zuerst dort war, hat gleich über Funk durchgegeben, dass man gerade so durchfahren kann", berichtet Joachim Ranzenberger.

Kronachs zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU), die Rathauschef Wolfgang Beiergrößlein (Freie Wähler) derzeit im Amt vertritt, war am Freitagvormittag ebenfalls vor Ort, um sich persönlich ein Bild von der Lage zu machen. "Vonseiten der Stadt möchte ich einen ganz, ganz großen Dank an alle Einsatzkräfte aussprechen."

Dieser Artikel wurde aktualisiert. Im Laufe des Tages präzisierten sich die Zahlen zu den Verletzten sowie den beteiligten Rettungskräften.

Lesen Sie dazu auch: "Feuer in der JVA Kronach: Brandeinsatz ohne sichtbare Flammen"

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Julia Knauer

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Veröffentlicht am:
31. 08. 2018
10:02 Uhr

Aktualisiert am:
31. 08. 2018
15:42 Uhr

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