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Tierliebe führt Jean-Claude Juncker in die Oberpfalz

Der Präsident der Europäischen Kommission hat ein Herz für Hunde. Er reist 530 Kilometer, um dem Terrier-Mix Peluso ein Zuhause zu geben.



Jean-Claude Juncker und seine Frau Christiane Frising holten sich ihren neuen Hund in der Oberpfalz ab. Fotot: www.hunde-ohne-lobby.de
Jean-Claude Juncker und seine Frau Christiane Frising holten sich ihren neuen Hund in der Oberpfalz ab. Fotot: www.hunde-ohne-lobby.de  

Vilseck - Der Besuch des luxemburgischen Politikers Jean-Claude Juncker und seiner Ehefrau Christiane Frising in Vilseck kam mehr als überraschend. Weder die Inhaber des Hotels Angerer, in dem die Luxemburger von Freitagabend auf Samstagmorgen residierten, noch Vilsecks Bürgermeister Hans-Martin Schertl wussten Bescheid.

Der geheime Besuch, von dem lediglich die örtliche Polizei in Kenntnis gesetzt war, hatte nichts mit Politik zu tun, sondern mit einer strubbeligen, schwarz-weißen Fellnase. Das Ehepaar adoptierte den kleinen Mischlingshund Peluso von der Franz-von-Assisi-Hundenothilfe
Vils-eck. Nach dem Tod ihres alten Hundes wollte vor allem Junckers Ehefrau wieder ein Tier in ihr Herz schließen. Um den Mischling persönlich abzuholen, reisten die beiden von Luxemburg etwa 530 Kilometer in die Oberpfalz. Auch der etwa einjährige Peluso hatte an diesem Wochenende eine lange Reise hinter sich. Der Kleine wurde von der Hundenothilfe aus einer Tötungsstation in Andalusien gerettet. Nach einer Zeit in einer Auffangstation kam er am Samstag in Vilseck an und durfte direkt zu seinem neuen Herrchen und Frauchen. Warum sich die beiden genau für ihn entschieden haben, kann Ulrike Pfosch, Vorsitzende der Hundenothilfe, nicht sagen. "Ich kann nur vermuten, dass es in Deutschland einfach mehr Tierschutzorganisationen gibt. Wir vermitteln sehr viel in den gesamten deutschsprachigen Raum und nur wenig lokal." Wahrscheinlich sind die Junckers auf einer der Tierschutzportale, auf denen die Hunde des Vilsecker Tierschutzvereins vorgestellt werden, auf Peluso gestoßen.

So plötzlich wie sie da waren, waren die Junkers zusammen mit dem neuen Familienmitglied auch schon wieder weg. Ein bisschen enttäuscht klingt der Vilsecker Rathauschef schon, er hat aber auch Verständnis, dass Juncker seine Privatsphäre wahren wollte. "Hätte ich von seinem Aufenthalt gewusst, hätte ich gerne einen Empfang gegeben und um einen Eintrag ins Goldene Buch der Stadt gebeten. So oft kommt das wahrscheinlich nicht mehr vor, dass der Präsident der EU-Kommission nach Vilseck kommt." Er selbst habe vom Aufenthalt des 64-jährigen Politikers erst erfahren, als dieser schon wieder auf dem Heimweg war.

Auch Sabine Kederer vom Hotel Angerer war ein bisschen geschockt, als an der Rezeption solch hohe Gäste eincheckten. "Ich habe damit gar nicht gerechnet", sagt die Inhaberin. Das Zimmer sei auf den Namen der Ehefrau gebucht gewesen, deshalb hatte niemand Verdacht geschöpft. "Wir haben dann ein bisserl geratscht, wie man halt mit Gästen redet. Über Gott und die Welt, das Haus, über Hunde und auch ein bisschen über seine Arbeit. Eben einfach ein nettes, älteres Ehepaar, nur, dass der Mann berühmt ist", sagt Kederer und lacht. Die Verständigung war gar kein Problem, denn Juncker spricht fließend Deutsch.

Ob den Gästen aus Luxemburg die Oberpfälzer Küche geschmeckt hat, kann die Vilseckerin nicht beantworten: "Zu Essen gab’s am Freitag bei uns nichts, da haben wir Ruhetag. Wir wussten ja nicht, wer da kommt. Aber sie sind dann in der Stadt fündig geworden."

Der Tierschutzverein Franz-von-Assisi-Hundenothilfe Vilseck rettet ausgesetzte Straßenhunde aus Tötungsstationen, vor allem im Mittelmeerraum. Dort ist die Situation für die Tiere dramatisch: Werden sie nicht innerhalb von zwei Wochen weggeholt, werden sie getötet. Für viele kommt die Hilfe zu spät, doch die Tierschützer können auch einige Hunde retten. Diese werden in eine Auffangstation in Spanien gebracht und untersucht sowie medizinisch versorgt. Wenn die Fellnasen nicht schon bei ihrer Ankunft in Vilseck eine neue Familie haben, werden sie in Pflegestellen untergebracht und von dort vermittelt.

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Anne Sophie Vogl
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Veröffentlicht am:
15. 01. 2019
21:12 Uhr

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Anne Sophie Vogl

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15. 01. 2019
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