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Viele Fragen bleiben offen

Die Staatsanwaltschaft spricht den Fahrer des verunglückten Feuerwehrautos frei von Schuld. Die Stadt fordert nun die Ermittlungsakte an. Jetzt geht es um Technisches.



Am 7. August 2017 kippte ein Tanklöschfahrzeug der Coburger Feuerwehr bei einer Übungsfahrt um. Die juristische Aufarbeitung des Unfalls ist noch nicht zu Ende. Eine eindeutige Unfallursache fehlt.	Archivbild: Steffen Ittig
Am 7. August 2017 kippte ein Tanklöschfahrzeug der Coburger Feuerwehr bei einer Übungsfahrt um. Die juristische Aufarbeitung des Unfalls ist noch nicht zu Ende. Eine eindeutige Unfallursache fehlt. Archivbild: Steffen Ittig  

Coburg - Die Stadt Coburg fordert jetzt die Ermittlungsakten des tragischen Unfalls an, der am 7. August vergangenen Jahres einem jungen Feuerwehrmann das Leben gekostet hat. Das bestätigte Kai Holland, der Leiter des Coburger Ordnungsamtes, am Freitag auf Anfrage der Neuen Presse .

Wie Holland weiter sagte, wolle die Kommune prüfen, ob sich aus der Akte, zu der auch das Gutachten von Wolfgang Weiß, Sachverständiger für Straßenverkehrsunfälle aus Altenkun-stadt, gehört, weitere Erkenntnisse zur Aufklärung des Unfalls gewinnen lassen. Auf Antrag der Strafverfolgungsbehörde war das Unglück im September 2017 am Originalschauplatz in der Neustadter Straße für den Gutachter rekonstruiert worden. Die Fahrversuche, die mit einem ähnlichen Tanklöschfahrzeug durchgeführt wurden, sollten zeigen, welche Unfallursache wohl die wahrscheinlichste ist.

Die Staatsanwaltschaft ist dieser Frage nun - quasi im Ausschlussverfahren - ein Stück näher gekommen. Am Mittwoch dieser Woche veröffentlichte sie eine Mitteilung, derzufolge den Fahrer des Unfallwagens keine Schuld trifft. Damit können ein Fahrfehler, überhöhte Geschwindigkeit oder aber eine mögliche Beeinträchtigung der Fahrfähigkeit durch Medikamente, Drogen oder Alkohol ausgeschlossen werden.

Was nicht beantwortet wurde ist die Frage, ob technisches Versagen, ein Mangel am Fahrzeug, nicht korrekte Betankung und Beladung oder gar konstruktionsbedingte Merkmale am "TLF 20/40 S" - so lautet die feuerwehrtechnische Bezeichnung des Tanklöschfahrzeugs - als Unfallursache in Betracht kommen.

"Diese Frage interessiert natürlich auch unsere Versicherung, die mittlerweile den finanziellen Schaden für das vollkaskoversicherte Feuerwehrauto ersetzt hat", betonte Kai Holland. Möglicherweise sei die Ermittlungsakte auch für andere Behörden wichtig. Der Ordnungsamtsleiter meint damit das Kraftfahrtbundesamt, das für die Prüfung und Zulassung von Fahrzeugen verantwortlich ist. In den Wochen nach dem Unfall sprachen Insider immer wieder davon, dass es möglicherweise bauartbedingte Mängel am "TLF 20/40 S" geben soll. Angeblich liege der Schwerpunkt ungünstig, was den Wagen instabil mache. Tatsächlich sind schon mehrere baugleiche Tanklöschfahrzeuge bei Einsatzfahrten umgekippt. Das wiederum wirft die Frage auf, ob solche Fahrzeuge überhaupt noch eingesetzt werden können. Eine Antwort darauf wird wohl nur das Kraftfahrtbundesamt geben können.

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Norbert Klüglein

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Veröffentlicht am:
09. 02. 2018
22:30 Uhr

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Norbert Klüglein

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09. 02. 2018
22:30 Uhr



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