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Länderspiegel

Antrag auf über fünf Jahre Haft

Der Prozess gegen drei mutmaßliche Trickdiebe aus Polen geht dem Ende zu. Die Verteidiger verlangen Freispruch.



Hof - Im Prozess gegen drei mutmaßliche Trickdiebe hat die Staatsanwaltschaft Hof langjährige Haftstrafen gefordert. Gegen alle Angeklagte beantragte Staatsanwalt Stefan Salzinger am Freitag eine Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten.

Von 2014 bis zu ihrer Festnahme im Februar 2018 sollen die Männer im Alter zwischen 40 und 72 Jahren immer im Winter aus ihrer Heimat in Polen aufgebrochen sein, um Raststätten in Bayern und Österreich unsicher zu machen. Ihr Trick: Sie setzen sich an einen der Tische und legten ihre Jacken über die Stuhllehne. Dann rückten die Stühle näher an den Nachbartisch. Während seine Komplizen ihn absicherten, habe dann einer der Angeklagten durch den Ärmel der eigenen Jacke in die Jacke am Nachbartisch gegriffen, um dort die Geldbeutel auszuräumen. In zehn bekannten Fällen, von denen jetzt in Hof noch sieben zur Verurteilung anstehen, machten die Täter eine Beute von rund 15.000 Euro.

Von etlichen Tatorten gibt es Aufzeichnungen der Überwachungskameras. Auf Grund von Gang, Verhalten, Größe und Kleidung gibt es für den Staatsanwalt keinen Zweifel daran, dass es sich bei den Männern in den Videos um die drei Angeklagten handelt. In einem Fall wurde einer der Angeklagten durch einen Gutachter anhand seiner Körpermerkmale zweifelsfrei identifiziert. Vor allem das große Ohrläppchen hatte keine Frage offengelassen. Aber es gebe auch genug andere Beweise: In einem Geldbeutel fand die Polizei die DNA eines der Angeklagten; alle drei wurden schließlich auf frischer Tat festgenommen.

Die Verteidiger zogen die Beweiskraft der Videos in Zweifel. Letztlich sehe man auf den unscharfen Aufnahmen nur drei Männer, die sich in einer Raststätte aufhielten. Nicht ein einziges Mal sei der Diebstahl selbst von der Kamera festgehalten worden. Sie beantragten daher Freisprüche für ihre Mandanten

Der Senior des Trios, der 72-jährige Waldemar Z., beteuerte in seinem Schlusswort, dass er wegen einer ansehnlichen Rente gar nicht auf Diebstähle angewiesen sei. Er sei nur gern mit Freunden nach Süden aufgebrochen, weil die Luftqualität in Polen im Winter doch sehr zu wünschen übrig lasse. Das gelte übrigens auch für JVA Weiden, wo er in U-Haft sitzt. Dort werde viel zu viel geraucht.

Das Urteil wird in der kommenden Woche gesprochen.

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Joachim Dankbar

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Veröffentlicht am:
09. 02. 2019
00:00 Uhr

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