Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019EhrenamtskampagneVER Selb

Länderspiegel

Auf der Heimfahrt vom "Suwalki-Korridor"

Autofahrern begegnen derzeit lange Kolonnen von US-Radpanzern auf den Autobahnen. Sie kommen von einem Großmanöver im Baltikum.



Die US-Soldaten aus Vilseck gehören zu den schnellen Eingreiftruppen, die im Juni in Polen und Litauen geübt haben. Foto: Georgina Stubbs/dpa
Die US-Soldaten aus Vilseck gehören zu den schnellen Eingreiftruppen, die im Juni in Polen und Litauen geübt haben. Foto: Georgina Stubbs/dpa  

Oberfranken - Lange Militärkolonnen mit schweren Fahrzeugen auf den Bundesstraßen und Autobahnen, dies ist ein Bild, das man nur noch aus den Zeiten des Kalten Krieges in Erinnerung hat. Umso mehr fallen die Konvois auf, die seit Tagen auf den Autobahnen A 9, A 72 und A 93 unterwegs sind. Sie zeigen, dass die Spannungslinien in Europa inzwischen ein paar Hundert Kilometer nach Osten gerückt sind. Bei den Kolonnen handelt es sich um die Radpanzer des 2nd Cavalry Regiment, die zu ihrer Kaserne im oberpfälzischen Vilseck zurückkehren. Sie haben am Nato-Manöver "Saber Strike" (zu Deutsch: Säbelhieb) teilgenommen, das vom 3. bis zum 15. Juni im Grenzgebiet von Polen, Litauen, Estland und Lettland stattfand.

Seit 2011 üben die Streitkräfte der Nato dort die Abwehr eines möglichen russischen Angriffs auf die Länder des Baltikums. Nach der Annektion der Krim und der russischen Beteiligung an kriegerischen Handlungen in der östlichen Ukraine im Jahr 2014 wurden die Manöver erheblich ausgeweitet. In diesem Jahr waren nach Angaben der US-Armee insgesamt etwa 18 000 Soldaten aus 19 Staaten beteiligt. Darunter sind auch Soldaten der Bundeswehr, die in Litauen stationiert sind.

Allein aus Vilseck fuhren fast 1000 US-Soldaten an die polnische Grenze zu Litauen. Das 2nd Cavalry Regiment ist mit seinen Stryker-Radpanzern und Unterstützungsfahrzeugen ein bedeutender Teil der schnellen Eingreiftruppe der US-Armee. Binnen 96 Stunden sollen sie per Luft an jeden Krisenherd der Welt verlegt werden können. Am Manöver nahmen aber auch Einheiten mit schweren Panzern und Kampfhubschraubern teil.

Ihr Übungsgebiet ist der nach einer polnischen Stadt benannte " Suwalki-Korridor". Dabei handelt es sich um einen nur rund 100 Kilometer breiten Landstrich. Er trennt die hochgerüstete russische Exklave Kaliningrad (früher Königsberg) im Norden vom Verbündeten Weißrussland im Süden. Genau durch diesen Korridor müssten die Streitkräfte der Nato, um den Ländern des Baltikums im Falle eines russischen Angriffs beizustehen. Nach Überzeugung der US-Armee stehen ihnen dafür nur 60 Stunden zur Verfügung, um das Baltikum zu halten.

Auf russischer Seite gab es Kritik an einem "Säbelrasseln" zeitgleich zur im Land stattfindenden Fußballweltmeisterschaft. Auf ihrem Heimweg sind die US-Kolonnen mitten im sommerlichen Reiseverkehr unterwegs - bemerkenswerterweise zumeist ohne jede Absicherung. Von Unfällen mit ziviler Beteiligung ist jedoch bislang noch nichts bekannt geworden.

Autor
Joachim Dankbar

Joachim Dankbar

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 06. 2018
20:34 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Autobahnen Autofahrer Baltikum Bundeswehr Nato Nato Response Force US-Armee
Oberfranken
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
In den großen Hallen im Atommüllager in Mitterteich soll Abbruchmaterial aus Gundremmingen eingelagert werden. Foto: Archiv

29.03.2019

Brisante Fracht aus Reaktor B

Abbruchmaterial des Atomkraftwerks Gundremmingen kommt nach Mitterteich. Eine Umweltaktivistin schlägt Alarm. » mehr

Gepflegtes Areal, gepflegte Wohnblöcke - und rundherum ein langer Zaun. Wer nicht hierher gehört, der kommt nicht rein. Darüber wacht die Security.

10.05.2019

Zwischen Angst und Albtraum

Oberfrankens Flüchtlinge sind gut untergebracht in den früheren Wohnungen der US-Armee in Bamberg. Doch schneller gehen die Asylverfahren deshalb nicht unbedingt. » mehr

Familie

19.09.2019

Familien leben besonders gern in der Region Oberfranken

Eine repräsentative Umfrage bescheinigt dem Bezirk ein positives Image. Sowohl Einheimische als auch Auswärtige finden viele gute Seiten. Nachholbedarf hat vor allem der ÖPNV. » mehr

Genussbotschafterin Kerstin Rentsch sieht es als ihre Aufgabe an, altes Wissen rund ums Kochen und Backen weiterzugeben. Ihre Kunden - hier beim Oberfränkischen Trachtenmarkt in Bamberg - wissen das zu schätzen. Fotos: Pechmann; Stadt Hof; Privat

07.08.2019

Wo Leib und Seele zusammenkommen

Das Essen, die Landschaft, die Geschichte: Vielen gilt Oberfranken als wahres Schatzkästlein. Der Verein Genussregion Oberfranken will nun neue kulinarische Botschafter ausbilden. » mehr

Ein Eurofighter. Maschinen dieses Typs werden für Alarmrotten eingesetzt.

15.10.2017

Alarmrotten stehen 365 Tage im Jahr zum Einsatz bereit

Am häufigsten steigen die Jets der Luftwaffe auf, wenn der Funkkontakt zu einem zivilen Luftfahrzeug abreißt. Das war auch beim aufsehenerregenden Fall in der Region so. » mehr

Stau auf der Autobahn

07.10.2019

Herbstferien in vielen Bundesländern: Staugefahr auf A 9 und A 93

Vorsicht Staugefahr! Der ADAC erwartet für das nächste Wochenende auch auf den hochfränkischen Autobahnen zahlreiche Herbsturlauber und Ausflügler aus ganz Deutschland. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Sprengung des Schornsteins in Selb Selb

Sprengung des Schornsteins in Selb | 16.10.2019 Selb
» 8 Bilder ansehen

10. Hofer Steinparty

10. Hofer Steinparty | 12.10.2019 Hof
» 61 Bilder ansehen

"Trails 4 Germany" in Kulmbach

"Trails 4 Germany" in Kulmbach | 14.10.2019 Kulmbach
» 10 Bilder ansehen

Autor
Joachim Dankbar

Joachim Dankbar

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 06. 2018
20:34 Uhr



^