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Länderspiegel

Bauarbeiter soll vor 30 Jahren seine Tochter bei Naila verscharrt haben

Immer wieder war die Polizei zuletzt an der Staatsstraße bei Marxgrün aktiv. Die Staatsanwaltschaft äußert sich nicht zu den Ermittlungen.



Die Staatsstraße zwischen Naila und Marxgrün.
Die Staatsstraße zwischen Naila und Marxgrün.   Foto: Lothar Faltenbacher

Naila - Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Hof haben in den vergangenen Monaten mehrfach die Gegend an der Staatsstraße zwischen Naila und Marxgrün im Landkreis Hof untersucht. Die Hintergründe sind unklar, ein Verbrechen aber scheint nicht ausgeschlossen. Recherchen unserer Zeitung zufolge soll vor über 30 Jahren ein Bauarbeiter seine Tochter im Zuge des Neubaus der Straße verscharrt haben. Der Mann wäre inzwischen im gesetzten Alter. Beamte der Kripo sollen ihn bereits vernommen haben.

Die Staatsanwaltschaft Hof bestätigte bislang lediglich Ermittlungen vor Ort und kündigte "demnächst" eine Stellungnahme an. An der Untersuchung sind offenbar auch Geologen der Technischen Universität München beteiligt, die diverse Bohrungen durchgeführt haben. Wie es Gerüchten zufolge hieß, sollen sie dabei auf ein Skelett gestoßen sein. Diese Mutmaßung hat sich aber nicht bestätigt. Die Staatsanwaltschaft hat den Skelett-Fund dementiert. 

Polizei und Staatsanwaltschaft versuchten, so diskret wie möglich vorzugehen. Das aber gelang ihnen nur bedingt. Im Raum Naila jedenfalls ist die Angelegenheit für viele Bürger Gesprächsthema Nummer eins. "Wir Marxgrüner fragen uns schon, was da seit Wochen im Bereich der Kläranlage passiert", berichtet ein Ortsbewohner.

Einer, der bei den ersten Ermittlungen zufällig vor Ort war, berichtet von großer Geheimhaltung. Nicht einmal die Streifenpolizisten sollen über den Grund für die Absperrungen in diesem Bereich informiert gewesen sein. Für Aufregung sorgte der Einsatz aber allein schon deshalb, weil Fuß- und Radweg entlang der Staatsstraße im Zuge der Ermittlungen immer wieder für kürzere Zeit gesperrt waren. Zudem ist die Straße viel befahren. Besucher der Therme Bad Steben, die aus Richtung Hof und Kronach kommen, nutzen sie ebenso wie Touristen, Kurgäste und Urlauber aus dem Frankenwald. Nicht weit entfernt hat zudem die Firma Karl Mayer Textilmaschinen, die frühere Liba, einen Standort. Auch hier ist die Suche Thema.

Unklar ist bislang, wie alt das Mädchen zum Zeitpunkt seines Todes war. Schätzungen zufolge dürfte sie fast oder seit Kurzem volljährig gewesen sein. Ob damals eine junge Frau in der Region als vermisst galt, dürfte eine der Fragen sein, mit der sich die Ermittler beschäftigen. Nach Einschätzung eines Insiders könnte der Fall auch heute noch - 30 Jahre später - bundesweit für Aufsehen sorgen.

Veröffentlicht am:
06. 09. 2018
06:00 Uhr

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Autor

Sören Göpel

Lothar Faltenbacher

Kontakt zu den Autoren

Veröffentlicht am:
06. 09. 2018
06:00 Uhr



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