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Bauernhof in Schutt und Asche: Zusammenhalt nach Katastrophe

Der Großbrand im Thurnauer Ortsteil Menchau war Thema im Gemeinderat. Ein besonderes Lob gab es für die zahlreichen Helfer.



Ein Zeuge habe beobachtet, dass noch einmal Rauch aus der Ruine aufgestiegen sei. Ein Nachbar (im Bild) war zur Sicherheit gleich vor Ort.
Ein Zeuge habe beobachtet, dass noch einmal Rauch aus der Ruine aufgestiegen sei. Ein Nachbar (im Bild) war zur Sicherheit gleich vor Ort.   Foto: Gabriele Fölsche

Thurnau - Ein Vierseithof in Menchau brannte am 10. Oktober völlig nieder: Das Anwesen der Familie Groppweiß wurde ein Raub der Flammen. Ortssprecher Hermann Krauß bedankte sich im öffentlichen Teil für die große Hilfsbereitschaft nach der Katastrophe. "Der Einsatz der freiwilligen Ersthelfer hat Schlimmeres verhindert", sagte er und lobte ausdrücklich Corinna Reiche und Hans-Dieter Betz für ihre Hilfeleistung.

Spendenkonto

Das Spendenkonto besteht weiterhin (Sparkasse Kulmbach-Kronach mit der IBAN: DE 63 7715 0000 0101 7400 58, Spendenzweck "Brand Menchau". Die Hotline wurde abgeschaltet.

Der Hofbesitzer habe noch versucht, den Traktor in Sicherheit zu bringen. "Er merkte gar nicht, dass seine Haare brannten." Der 42-Jährige erlitt schwere Brandverletzungen und kam zur medizinischen Behandlung in eine Spezialklinik. Kristin Krauß, Uwe Täuber und Torsten Weber kümmerten sich um den Verkehr in der Ortsdurchfahrt. "Ohne sie wäre kein Hilfsfahrzeug reingekommen", sagte der Ortssprecher über die dramatische Situation. Sie hätten dafür gesorgt, dass eine Rettungsgasse freigehalten wurde. Um den Brand zu bekämpfen, waren rund 300 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, des Rettungsdienstes und der Polizei im Einsatz. Wie die Brandfahnder der Kriminalpolizei Bayreuth ermittelten, war ein Strohhäcksler die Ursache für das verheerende Feuer.

10.10.2019 - Bauernhof in Schutt und Asche - Foto: Melitta Burger

Bauernhof in Schutt und Asche
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Bauernhof in Schutt und Asche
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So sehr sich der Ortssprecher über die Hilfe von allen Seiten freute, so sehr ärgerte ihn ein anderer Umstand: "Am Samstag und Sonntag setzte ein regelrechter Brandtourismus ein. Mir ist das völlig unverständlich." Der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft sei unglaublich gewesen. Speisen und Getränke seien bis zu 14 Stunden freiwillig an alle Helfer verteilt worden. Die Bäckerei Schleicher aus Wonsees stellte alle nicht verkauften Backwaren zur Verfügung. Hans Schwender ließ die Reste seines Geburtstagsbüffets zur nächtlichen Brandwache bringen. Andere richteten die Wohnung im leer stehenden Pfarrhaus her. Krauß dankte der Gemeinde und der Kirche für die unbürokratische Hilfe.

Die Berndorfer Pfarrerin Anna Städtler-Klemisch wohnt in Wonsees und sagte, das Pfarrhaus sei in drei Tagen eingerichtet gewesen. "Von uns aus steht es der Familie offen, solange sie möchte." Krauß mahnte: "Ich hoffe, dass hat allen die Augen geöffnet, dass wir auch in kleinen Orten eine Feuerwehr benötigen." Wer aus Altersgründen nicht mehr im aktiven Dienst sei, könne trotzdem im Verein weitermachen. Krauß erinnerte an Artikel 13 des Bayerischen Feuerwehrgesetzes. Demnach können Gemeindeeinwohner mit Hauptwohnsitz vom vollendeten 18. bis 60. Lebensjahr zum Feuerwehrdienst hergezogen werden, wenn eine Freiwillige Feuerwehr nicht die erforderliche Mindeststärke erreicht und ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen kann. "Wir müssen darauf hinwirken, dass kleine Wehren nicht sterben", forderte Krauß und verwies auf die Situation in Felkendorf. Eine Drehleiter sei bei solchen Großbränden unerlässlich. "Wenn es darüber Diskussionen gibt, kann ich das beileibe nicht verstehen. Was wäre bei einem Brand im Schloss? Und wenn es brennt und man sie nicht hat, ist das Geschrei im Nachhinein groß."

Bürgermeister Martin Bernreuther sagte zu den Folgen des dramatischen Feuers: "Dieser Fall wird uns noch lange beschäftigen." Nun gelte es abzuklären, wie die Entsorgung des Brandschutts vonstatten gehen könne. Er sprach den ehrenamtlichen und spontanen Helfern sowie den Sach- und Geldspendern ebenfalls ein Lob aus. "Für uns war es eine Selbstverständlichkeit zu helfen." Der Familie wünscht er, sie möge bald wieder auf die Beine kommen. Da es sehr viele Spenden gegeben habe, die von der Gemeinde koordiniert wurden, sei mittlerweile das Nötigste vorhanden. Was mit der Brandruine geschehe, sei noch mit den Versicherungen auszuhandeln. "Wir haben das alles gern gemacht und unterstützen, wo’s geht."

Zur mahnenden Rede des Ortssprechers sagte Bernreuther, dass ihm keine Drehleiter-Diskussion bekannt sei. Sowohl der Kreistag als auch der Gemeinderat hätten sich dafür ausgesprochen. Thurnau bekomme eine Drehleiter für den südlichen Landkreis, Stadtsteinach eine für den nördlichen Bereich. Zehn Prozent der Kosten habe die Kommune zu tragen. Auch in Felkendorf gebe es noch eine Feuerwehr. "Sie hat nur keinen Kommandanten mehr, sondern einen Gruppenführer. Das ist auch in anderen Orten so." Die Gemeinde sei sehr bemüht, dazu beizutragen, dass die nötige Ausstattung vorhanden sei. Schließlich habe es in den vergangenen Jahren drei große Brände gegeben. Bei einem sei ein Mensch ums Leben gekommen.

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Ute Eschenbacher
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
22. 10. 2019
18:44 Uhr

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Ute Eschenbacher

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Veröffentlicht am:
22. 10. 2019
18:44 Uhr



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