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Länderspiegel

Bayern bleibt dem "Grünen Band" fern

Der ehemalige Todesstreifen soll Nationales Naturmonument werden. Der Freistaat weist dazu keine Flächen aus. Man wolle Grundbesitzern keine neue Schutzzone überstülpen.



Das "Grüne Band" entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze soll Nationales Naturmonument werden. Foto: Peter Gercke/dpa
Das "Grüne Band" entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze soll Nationales Naturmonument werden. Foto: Peter Gercke/dpa  

München - Bayern wird sich nicht mit eigenen Flächen an der Ausweisung des "Grünen Bandes" entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs zu einem Nationalen Naturmonument beteiligen. CSU, Freie Wähler und AfD lehnten im Landtag dazu Dringlichkeitsanträge von Grünen und SPD ab. Bayern habe keinen Anteil am "Grünen Band", da sich die entsprechenden Flächen allesamt auf dem Gebiet der früheren DDR und Tschechiens befänden, erklärte Alexander Flierl (CSU).

In Thüringen seien für das "Grüne Band" 6500 Hektar unter Schutz gestellt worden. "Wir von der CSU wollen auf bayerischer Seite kein derart großes Schutzgebiet ausweisen", betonte Flierl und verwies auf bestehende gut 40 kleinere Schutzgebiete entlang des ehemaligen Todesstreifens sowie die Beteiligung Bayerns an grenzüberschreitenden Projekten mit Thüringen und Tschechien. "Wir sind uns der ökologischen und geschichtlichen Bedeutung dieses Streifens bewusst und leisten deshalb unseren Beitrag zu seinem Erhalt", sagte Flierl. Man weigere sich aber, den dortigen Grundbesitzern eine neue Schutzzone "überzustülpen".

Sabine Weigand (Grüne) sprach von einem "lebenden Denkmal" für die Teilung Europas, das die perfekte Symbiose von Naturschutz und Erinnerungskultur darstelle. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs sei der ehemalige Grenzstreifen zu einem "einzigartig zusammenhängenden Naturraum" und einem der "bedeutendsten Naturschutzprojekte Europas" geworden. Neben Thüringen und Sachsen-Anhalt sollte sich deshalb auch Bayern an der Aufwertung zum Nationalen Naturmonument beteiligen. Weigand sprach zudem von einer Chance für den sanften Tourismus. Unterstützung kam von Klaus Adelt (SPD). Es gelte im Einvernehmen mit Landwirten und Waldbesitzern Lücken im nationalen Biotopverbund zu schließen. Mit Blick auf die Toten am Grenzzaun sagte Adelt, es gehe nicht darum, Gras über die Sache wachsen zu lassen, sondern ein "einzigartiges Miteinander von Naturschutz und historisch bedeutsamen Gedenk- und Lernorten zu schaffen".

Die FDP stellte sich grundsätzlich hinter den Vorstoß von Grünen und SPD, forderte aber vorab die genaue Abgrenzung des Gebiets. Man müsse erst den konkreten Verlauf bestimmen, um dann im Rahmen des kooperativen Naturschutzes Landwirte und Waldbesitzer in die Schutzmaßnahmen einzubinden, erklärte Christoph Skutella (FDP). Ein Antrag der Liberalen dazu fand jedoch keine Mehrheit. Der AfD-Fraktionschef Ingo Hahn sprach von einem "grünen Schaufensterantrag". Zudem kritisierte er, das "Grüne Band" für den Tourismus erschließen zu wollen. Der Streifen sei nur wegen der Nichtnutzung durch den Menschen nach 1989 ökologisch wertvoll geworden. Dort nun Tourismus etablieren zu wollen, nütze weder Pflanzen noch Tieren.

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Jürgen Umlauft
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Veröffentlicht am:
07. 11. 2019
20:32 Uhr

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Jürgen Umlauft

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Veröffentlicht am:
07. 11. 2019
20:32 Uhr



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