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Länderspiegel

Bayern schaltet Corona-Ampel frei

Auf der Internet-Seite des Gesundheitsministeriums sind ab sofort die Regionen mit überschrittenen Werten genannt. In Oberfranken liegt Wunsiedel bei 37,2.



Hof/Coburg/Bayreuth - Der Freistaat Bayern stellt seine Informationspolitik zur Corona-Krise neu auf: Von sofort an wird im Internet eine täglich aktualisierte Corona-Ampel zu finden sein. Auf seiner Startseite - www.stmgp.bayern.de - unterrichtet das Gesundheitsministerium mit einem täglichen Update um 15 Uhr über die Kreise und kreisfreien Städte, die entweder einen Sieben-Tage-Inzidenzwert von 35 (Signalwert, gelb) oder 50 (Schwellenwert, rot) erreicht haben. Der Inzidenzwert gibt an, wie viele neue Infektionen in einer Region innerhalb der vergangenen sieben Tage, bezogen auf 100 000 Einwohner, ermittelt wurden. Aktuell gelten die Landkreise Tirschenreuth und Neustadt an der Waldnaab, die Stadt Weiden in der Oberpfalz sowie Landkreis und Stadt Schweinfurt in Unterfranken als rote Gebiete; in Oberfranken hat - neben Lichtenfels (35,9) - der Kreis Wunsiedel den Signalwert überschritten: Nach einer Mitteilung des Landratsamtes liegt der Wert bei 37,2. In Unterfranken sind die Kreise Haßberge und Kitzingen nun gelbe Regionen.

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sagte am Samstag: "Wir wollen alles dafür tun, damit Kitas und Schulen weiter offen bleiben und die Bürgerinnen und Bürger ihrer Arbeit nachgehen können. Aber das geht nur, wenn jeder verantwortungsbewusst handelt und mitmacht. Denn die Infektionszahlen lassen keinen Zweifel: Die Lage ist weiterhin ernst!" Deswegen habe sich die Staatsregierung entschlossen, die Ampel einzuführen und die Bürgerinnen und Bürger zu informieren. Die Infektionszahlen sind in Bayern drastisch angestiegen, allein am Samstag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 1383 neue Infektionen innerhalb von 24 Stunden.

Sobald eine Region den Signalwert 35 überschreitet (Ampel auf Gelb), gilt vor allem deutlich öfter die Maskenpflicht. "Der Mund-Nasen-Schutz muss überall dort getragen werden, wo Menschen dichter zusammenkommen, zum Beispiel auf gut besuchten öffentlichen Plätzen, im Schulunterricht, bei Sport- und Kulturveranstaltungen sowie in öffentlichen Gebäuden", erklärte Huml. Die Einschränkungen betreffen auch die Gastronomie: Ab 23 Uhr darf nichts mehr verkauft werden. Private Treffen und Feiern sind ab dem Signalwert auf zehn Personen oder zwei Haushalte begrenzt. Sobald eine Region in die rote Kategorie fällt, gilt zusätzlich zu den vorher genannten Regeln, dass in der Gastronomie ab 22 Uhr Schluss ist. "Private Treffen und Feiern werden auf fünf Personen oder zwei Hausstände begrenzt", sagte Huml. Die neuen Regeln gelten vor Ort ab dem Folgetag, nachdem der Landkreis oder die Stadt erstmals in der Ampel-Bekanntmachung aufgelistet ist.

Huml erläuterte, der Staatsregierung sei bewusst, das die neuen Regeln große Einschränkungen bedeuten. Aber: "Wir haben mit unseren neuen Corona-Regeln ein komplexes Regelwerk geschaffen. Die Stärke unserer Regeln liegt darin, dass wir individuell auf die Lage vor Ort reagieren können." Ziel sei es letzten Endes, eine Lage wie im Frühjahr zu vermeiden, als das ganze Land unter einem strengen Lockdown gelitten habe. Damals sei es zu massiven Einbrüchen in der Wirtschaft, aber auch zu besonders tiefen Einschnitten in das gesellschaftliche und persönliche Leben gekommen. "Unsere neuen Regeln sollen uns helfen, einen landesweiten Lockdown möglichst zu vermeiden. Die Bürgerinnen und Bürger brauchen angesichts des komplexen Regelwerkes Transparenz."

Indes forderte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit einem Appell die Menschen in Deutschland auf, sich des Ernstes der Lage bewusst zu sein. Merkel rief zu weniger sozialen Kontakten auf. "Wir müssen jetzt alles tun, damit das Virus sich nicht unkontrolliert ausbreitet. Dabei zählt jetzt jeder Tag", sagte sie in ihrer am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Videobotschaft. "Ich bitte Sie: Verzichten Sie auf jede Reise, die nicht wirklich zwingend notwendig ist, auf jede Feier, die nicht wirklich zwingend notwendig ist. Bitte bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause, an Ihrem Wohnort." Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier begab sich am Wochenende in Selbst-Isolation: Einer seiner Personenschützer war positiv getestet worden. Ein erster Test Steinmeiers war negativ. Seite 5, Kommentar Seite 4

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Maximilian Busl
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Veröffentlicht am:
18. 10. 2020
19:56 Uhr

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Maximilian Busl

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18. 10. 2020
19:56 Uhr



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