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Länderspiegel

Betrüger erhält Haftstrafe auf Bewährung

Im Prozess um millionenschwere Steuerhinterziehung bei Internet-Geschäften hat die vierte Strafkammer des Landgerichts Hof den Angeklagten wegen Beihilfe zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt.



Hof/Bayreuth - Sie wurde zur Bewährung ausgesetzt; dem Urteil liegt eine Verfahrensabsprache zugrunde. Der 40-jährige Brite mit chinesischen Wurzeln war der Gründer und Geschäftsführer einer Firma, die in einem Bayreuther Industriegebiet eine Lagerhalle angemietet hatte. Über Jahre hinweg wurden hier Artikel wie Staubsauger, Fotozubehör und Sportgeräte umgeschlagen. Die Waren kamen aus China und wurden von Bayreuth aus über Plattformen wie Ebay und Amazon an Endkunden in Europa verkauft. Wie Zollfahnder und Staatsanwaltschaft Hof ermittelten, wurde gleich auf zwei Wegen Steuer hinterzogen: Zum einen gaben die Täter den Wert der Waren in den Containern weit unter den realen Werten an. So drückten sie die Einfuhrumsatzsteuer. Zum anderen wurde die beim Verkauf anfallende Umsatzsteuer komplett hinterzogen. Insgesamt ging die Anklage von einem Steuerschaden von mindestens 3,6 Millionen Euro aus.

Bereits 2018 stand in Hof ein chinesischstämmiges Ehepaar vor Gericht, das in Bayreuth die täglichen Geschäfte des Warenumschlags besorgte. Die beiden erhielten Freiheitsstrafen von zwei Jahren und acht Monaten sowie drei Jahren. Beide Strafen lagen über der Schwelle, bis zu der Haftstrafen zur Bewährung ausgesetzt werden können.

Der 40-jährige Brite war auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hof zunächst in England in Untersuchungshaft genommen worden und hatte dann etliche Monaten gesichert mit einer elektronischen Fußfessel in Hausarrest auf seine Auslieferung gewartet. Schließlich reiste er zu seinem Prozess nach Hof an. Wie er dem Gericht darlegte, hatte er die Bayreuther Firma nur gegründet, um dem mutmaßlichen Kopf der Bande einen Gefallen zu tun. Dieser wird in China vermutet. Er selbst, so der Angeklagte, habe nach der Gründung nie wieder mit der Firma zu tun gehabt. Ihm sei aus den kriminellen Geschäften nicht ein Cent zugeflossen.

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Joachim Dankbar

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Veröffentlicht am:
08. 07. 2019
20:30 Uhr

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Joachim Dankbar

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Veröffentlicht am:
08. 07. 2019
20:30 Uhr



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