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Länderspiegel

CSU nimmt Bahn in die Pflicht

Der Bezirksverband sieht in ganz Oberfranken einen Verbesserungsbedarf bei der Bahn-Infrastruktur. Bayerns Verkehrsminister Reichhart will einige neue Projekte unterstützen.



Bei der Modernisierung von Bahnsteigen, wie demnächst hier in Marktredwitz, pochen die oberfränkischen CSU-Mandatsträger darauf, dass die Bahnsteig-Überdachungen nicht verkürzt werden. Sonst droht nach Einschätzung des Bundestagsabgeordneten Dr. Hans-Peter Friedrich eine Konzentration der Fahrgäste auf wenige Türen und damit eine Zugverspätung.
Bei der Modernisierung von Bahnsteigen, wie demnächst hier in Marktredwitz, pochen die oberfränkischen CSU-Mandatsträger darauf, dass die Bahnsteig-Überdachungen nicht verkürzt werden. Sonst droht nach Einschätzung des Bundestagsabgeordneten Dr. Hans-Peter Friedrich eine Konzentration der Fahrgäste auf wenige Türen und damit eine Zugverspätung.   Foto: Werner Rost

Oberfranken - Die CSU Oberfranken hat bei ihrer Schienenkonferenz am Samstag in Lichtenfels wichtige Projekte für die Verbesserung des Bahnverkehrs in der Region hervorgehoben. Der oberfränkische Bezirksvorsitzende Dr. Hans-Peter Friedrich begrüßte es, dass die Bahn mittlerweile mit einem großen Ingenieurteam an den Vorplanungen für die Elektrifizierung der Strecken von Hof nach Regensburg sowie zwischen Nürnberg, Marktredwitz und der tschechischen Landesgrenze arbeite.

Friedrich zeigte Verständnis dafür, dass der nachträglich beschlossene Lärmschutz für den Ostkorridor nach Regensburg zu einer zeitlichen Verzögerung führe. Er bedauerte, dass die elektrische Anbindung Bayreuths an die Franken-Sachsen-Magistrale nicht im Bundesverkehrswegeplan enthalten sei. Der jüngsten Resolution von acht Wirtschaftsverbänden an den Bund und an die Bahn für die elektrische Anbindung Bayreuths (wir berichteten) signalisierte Friedrich seine Unterstützung. Die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (Wahlkreis Kulmbach-Lichtenfels-Bamberg) hob eine weitere dringend nötige Ausbaumaßnahme hervor, die für die gesamte Region von Relevanz sei. "Die Oberfrankenachse von Bamberg nach Hof muss durchgehend elektrifiziert werden", betonte Zeulner mit Blick auf den Abschnitt von Hochstadt-Marktzeuln nach Oberkotzau.

Die Straßenbrücken für die Ortsumgehung der B 289 seien kein Problem. "Die Bahngleise können tiefergelegt werden", erläuterte Zeulner. Friedrich plädierte bei dieser Strecke außerdem für die Wiederherstellung des zweiten Gleises zwischen Marktschorgast und Stammbach. Durch die Züge von und nach Bayreuth sei die Strecke heutzutage weitaus stärker frequentiert als zur Zeit des geteilten Deutschlands.

Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart sieht für die Oberfrankenachse gute Chancen durch das Sonderförderprogramm des Bundes für die Elektrifizierung von wichtigen Güterverkehrsstrecken. Die Oberfrankenachse sei als Querverbindung zweier wichtiger Güterverkehrsstrecken von großer Bedeutung.

Um unnötige Verspätungen im Bereich des ICE-Bahnhofs Coburg zu vermeiden, fordern Zeulner und der Coburger CSU-Landtagsabgeordnete Martin Mittag den zweigleisigen Ausbau des zwei Kilometer langen Abschnitts zwischen dem Güter- und dem Personenbahnhof von Coburg. Martin Mittag zeigte sich erfreut über das große Fahrgastaufkommen aus der Region in den ICE-Zügen über Coburg. Wie Verkehrsminister Reichhart zur laufenden Ausschreibung des Regionalexpress(RE)-Netzes Franken/Thüringen bekannt gab, sind von Dezember 2023 an optional fünf RE-Zugpaare nach Erfurt geplant, wenn die Deutsche Bahn (DB) in den entsprechenden Zeitlagen keine ICE-Züge einsetze.

Für die optimale Anbindung an den ICE-Bahnhof Coburg sei ein weiterer Bahnsteig nötig, um das Gleis 6 für den Regionalverkehr nutzen zu können, betonte Landtagsabgeordneter Mittag. Die Planungskosten in Höhe von 300 000 Euro trage der Freistaat. Der barrierefreie Bau dieses Bahnsteigs mit der Anbindung an den Bahnhof sei auf 2,5 Millionen Euro veranschlagt. Reichhart bezifferte die Kosten für den Haltepunkt Coburg-Beiersdorf auf 600 000 Euro, der im Rahmen der Stationsoffensive Bayern als erste von 19 neuen Bahnstationen im Freistaat eröffnet werde. Die Inbetriebnahme des neuen Bahnhalts Hof-Mitte, für den ein Wendegleis gebaut werden müsse, kündigte Reichhart für Ende 2025 an. Zeulner will sich für einen weiteren Bahnhalt Lichtenfels-West starkmachen. Sie verwies auf einen neuen großen Arbeitgeber im Gewerbegebiet.

Neben dem Neubau von Bahnhaltepunkten hält der CSU-Bezirksverband den barrierefreien Ausbau der bestehenden Stationen für dringend nötig. Zeulner zeigte sich optimistisch, dass die DB diese Aufgabe künftig verstärkt angehen werde. Sie verwies auf eine Neuregelung, wonach die DB die Bundesmittel für den Unterhalt der Infrastruktur künftig nicht nur für das Gleisnetz verwenden dürfe, sondern auch für die Modernisierung der Bahnstationen. Voraussetzung dafür sei eine Qualitätsverbesserung der bestehenden Stationen.

In diesem Zusammenhang warnte Friedrich vor einer drohenden Verschlechterung bei der Modernisierung von Bahnsteigen. Wie der Hofer Bundestagsabgeordnete in Erfahrung gebracht hat, will die Bahn bei der Erneuerung die Überdachungen nur in verkürzter Form errichten lassen. "Dies hätte zur Folge, dass sich alle Fahrgäste dort unterstellen und an nur zwei Türen in den Zug einsteigen, was zu unnötigen Verspätungen führen würde", warnte er. Friedrich pocht auf eine Beibehaltung der Bahnsteig-Dachlängen.

Die Produktion von Wasserstoff in Wunsiedel und demnächst auch durch die ZPR in Blankenstein bietet nach Friedrichs Einschätzung künftig eine alternative Energiequelle, die man auch für den Zugverkehr nutzen könne. Wie berichtet, fuhr im Sommer ein mit Wasserstoff betriebener Triebwagen der Firma Alstom testweise von Coburg nach Bayreuth. Verkehrsminister Reichhart hält derartige Wasserstoffzüge auf Nebenstrecken für denkbar, wie zwischen Hof und Bad Steben.

Wie berichtet, plant die Bayerische Eisenbahngesellschaft bei der bevorstehenden Ausschreibung des Dieselnetzes Oberfranken, auf der Linie Bamberg-Ebern Akku-Hybrid-Züge durch den künftigen Betreiber einsetzen zu lassen. Diese Fahrzeuge sollen zwischen Bamberg und Breitengüßbach die Oberleitungen nutzen und dabei den Akku aufladen, der im Abschnitt zwischen Breitengüßbach und Ebern die Energie liefert.

"Wasserstoff- oder Hybrid-Züge sind keine dauerhafte Alternative zur Elektrifizierung der Oberfrankenachse", betonte Reichhart. Der elektrische Zugverkehr dieser für ganz Oberfranken wichtigen Bahnstrecke müsse über Oberleitungen gewährleistet werden.

Autor

Werner Rost
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
27. 10. 2019
18:13 Uhr

Aktualisiert am:
28. 10. 2019
21:33 Uhr

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Werner Rost

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27. 10. 2019
18:13 Uhr

Aktualisiert am:
28. 10. 2019
21:33 Uhr



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