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Demos und Sitzblockaden gegen Nazis

Das Verwaltungsgericht Bayreuth hatte den Aufmarsch in Bamberg genehmigt. Letztendlich verlief die Veranstaltung jedoch anders als „Der Dritte Weg“ es sich erhofft hatte.



Demokraten aus ganz Oberfranken demonstrieren gegen Nazis
Demokraten aus ganz Oberfranken demonstrieren gegen Nazis   Foto: Andreas Wolfger » zu den Bildern

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Widerstand gegen die Nazi-Demo in Bamberg

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15.02.2020 - Demonstrationen in Bamberg - Foto: Andreas Wolfger

Demonstrationen in Bamberg Bamberg
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Bamberg - Gemäß dem Motto "Demokratie muss wehrhaft sein" haben sich Menschen aus ganz Oberfranken in Bamberg versammelt. Grund dafür war die Demo der Partei "Der Dritte Weg", die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird. Ein Verbot dieser Veranstaltung durch die Stadt Bamberg hatte das Verwaltungsgericht Bayreuth am Donnerstagabend für ungültig erklärt. Dennoch verlief der Tag nicht so, wie es sich die Rechtsradikalen gewünscht hatten.


„Wir sind aus Solidarität nach Bamberg gekommen“, erklärte der Coburger Landtagsabgeordnete Michael Busch, der mit einer Gruppe von „Coburg bleibt Bunt“ in die Domstadt gereist war. Die Entscheidung an der Demonstration teilzunehmen, hätten er und die anderen Mitglieder des Bündnisses bereits vor über einer Woche gefällt. „Auch wir Coburger würden in so einer Situation nicht gerne allein gelassen werden“, betonte er. Demokratie müsse geschützt werden und dafür müsse man Einsatz zeigen.

 

Insgesamt organisierten die Gegendemonstranten in Bamberg drei Veranstaltungen, um den Rechtsextremen zu zeigen, dass sie in der Domstadt nicht willkommen sind. „Sofort als wir erfahren haben, dass es Pläne für solch einen Marsch gibt, haben wir uns zusammengetan, um ein Fest der Demokratie auf die Beine zu stellen“, berichtet Marco De Pietri vom Migranten- und Integrationsbeirat der Stadt Bamberg. Dieses fand auf dem Bamberger Maximiliansplatz statt. Dort, wo die Rechtsextremen das Ende ihrer Demonstration geplant hatten.


„Ich bin 1999 nach Deutschland gekommen und habe mich hier immer wohl gefühlt“, berichtet der gebürtige Italiener. Das Gleiche wünsche er sich auch für seine Tochter. Rechtsextreme und faschistische Strömungen wie „Der Dritte Weg“ würden ihm jedoch Sorgen bereiten. Insbesondere die öffentliche Inszenierung von bekannten Nazi-Symbolen gehe zu weit. So war bereits frühzeitig bekannt dass „Der Dritte Weg“ ausgerechnet durch die Lange Straße, die unter der Nazi-Herrschaft in Adolf-Hitler-Straße umbenannt worden war, einen Fackelzug führen würde. Das hatte in dieser Art zuletzt 1933 die NSDAP getan.

 

„Wer Demokratie will, muss immer wieder ein Fest der Demokratie feiern“, erklärte Bambergs Erzbischof Ludwig Schick. Denn damit Demokratie möglich sei, brauche es zuallererst gute Demokraten. Die bewusst und gemeinwohlorientiert handelten. „Wir müssen aber auch eine wehrhafte Demokratie sein“, mahnt Schick. Auch Hitler sei schließlich zunächst demokratisch gewählt worden.

 

Um etwa 15 Uhr begann schließlich die zweite Veranstaltung der Aufmarschgegner – eine Gegendemonstration, die von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes angemeldet wurde. Sie führte am Versammlungsplatz des rechtsradikalen Marschs vorbei und verlief weitgehend parallel zu dem Umzug der Nationalisten. Weit mehr als 1000 Personen beteiligten sich an dieser Veranstaltung – auf der Seite der Rechtsextremen hingegen laut Einschätzung der Polizei lediglich 120. An Stellen an denen die beiden Bewegungen aufeinander trafen, wurde es erwartungsgemäß laut, blieb aber gewaltlos.

 

Bei der dritten angemeldeten Aktion handelte es sich um einen interreligösen Gottesdienst. Dieser fand in den frühen Abendstunden am Zelt der Religionen auf dem Markusplatz statt, während „Der Dritte Weg“ unweit eine Zwischenkundgebung abhielt. Neben den Vertretern der christlichen Kirchen beteiligten sich hierbei die Israelitische Kultusgemeinde Bamberg sowie islamische Verbände.

 

Neben den angemeldeten Veranstaltungen fanden auch zahlreiche unangemeldete Störaktionen statt. So übertönten Anwohner einige Reden der Nationalisten mit Pfeifen, Vuvuzelas sowie klassischen Blechblasinstrumenten. Desweiteren gelang es den Gegendemonstranten mit zwei Blockaden den Verlauf des Marschs aufzuhalten. Während es den Beamten gelang, die erste Blockade in der Langen Straße schnell in den Griff zu bekommen, stellte sich die zweite als Herausforderung für die Polizei heraus. Ab 19 Uhr sammelte sich nämlich eine große Menschentraube auf der Bamberger Kettenbrücke – einen wichtigen Knotenpunkt des Demonstrationswegs - und weigerte sich beharrlich diese zu räumen.


Um 19.50 Uhr entschloss sich die Polizei, den Demonstrationszug über eine Ausweichroute zu lotsen. Diese blockierten die Gegner binnen kurzer Zeit jedoch ebenfalls. Die Polizei ordnete einen weiteren Richtungswechsel an und führte den Aufmarsch zu seinem Ausgangspunkt zurück. Auch hier wurde "Der Dritte Weg" jedoch von Gegendemonstranten empfangen.


Gegen 20.20 Uhr entschied sich "Der Dritte Weg" schließlich entnervt das Ende seiner Veranstaltung einzuläuten. Mitten auf der Kreuzung vor dem Bamberger Gericht bezogen die Rechtsradikalen Stellung und hielten im Licht ihrer inzwischen zu Stummeln abgebrannten Fackeln ihre Abschlussrede. Auch dabei wurden sie wieder durch die Buhrufe, Pfiffe und Beschimpfungen der Gegenseite gestört.


Bis etwa  21.15 Uhr verharrten sie am Ort und schimpften über ihre Widersacher sowie den Staat. Dann entschiedenen die Rechtsradikalen sich jedoch, ihre Lautsprecheranlage abzubauen und abzuziehen. Gegen 21.30 Uhr gab die Polizei die Straßen in der Bamberger Innenstadt wieder frei. „Unser polizeiliches Einsatzkonzept ist aufgegangen. Durch das konsequente Einschreiten konnten wir einen sicheren Verlauf der verschiedenen Versammlungen gewährleisten“, fasste die Polizei das Geschehen in ihrer Bilanz des Tages später zusammen.  

Autor
Andreas Wolfger

Andreas Wolfger

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Veröffentlicht am:
15. 02. 2020
20:09 Uhr

Aktualisiert am:
16. 02. 2020
12:13 Uhr

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Andreas Wolfger

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15. 02. 2020
20:09 Uhr

Aktualisiert am:
16. 02. 2020
12:13 Uhr



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