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Länderspiegel

Eigentümer des Gasthofs Fels klagt gegen Vorkaufsrecht

Die Eigentumsverhältnisse um den Gasthof Fels landen vor Gericht: Der neue Besitzer Jens Hessler klagt nun doch gegen das Vorkaufsrecht, das die Landratsämter Hof und Kulmbach für den Naturpark Frankenwald geltend gemacht haben.



Schwarzenbach am Wald/Presseck - Das erklärte Landrat Dr. Oliver Bär an diesem Montag bei einem Jahresabschluss-Pressegespräch mit den Hofer Medien. Drei Tage vor dem Ablauf der Frist habe der neue Eigentümer die Klage eingereicht.

Der markante, ehemalige Gasthof an der B 173 zwischen Schwarzenbach am Wald und Wallenfels hat, wie ausführlich berichtet, im Sommer den Besitzer gewechselt. Eingezogen ist Jens Hessler mit seiner Familie. Wie berichtet, kursieren über den Familienvater zahlreiche Berichte, die ihn mit der rechten Szene in Verbindung bringen und ihn als Rechtsrocker, Neonazi-Aktivist und Größe im Hintergrund beschreiben. Hessler selbst hatte im November gegenüber der Frankenpost erklärt, früher Fehler gemacht zu haben, nun aber seine Ruhe haben zu wollen. Er plane keinen "Nazi-Treff", hatte er betont.

Doch wollten die Kreisbehörden den Besitzerwechsel nicht einfach auf sich beruhen lassen. Die Landratsämter Hof und Kulmbach haben in Vertretung für den Freistaat Bayern und zugunsten des Naturparks Frankenwald also das Vorkaufsrecht geltend gemacht für die Immobilie, die auf dem Areal des Marktes Presseck liegt. Das Vorkaufsrecht ist verankert im bayerischen Naturschutzgesetz. Der Naturpark könne davon Gebrauch machen, wenn es auf dem Grundstück ein Gewässer gibt - hier die Wilde Rodach - und wenn das Bedürfnis der Allgemeinheit nach Naturgenuss und Erholung in der Natur dieses Vorgehen rechtfertigt.

Aus Sicht der Behörden ist dies gerechtfertigt: "Der Naturpark Frankenwald beabsichtigt, ein Naturparkzentrum zu errichten", bekräftigte Oliver Bär erneut die Pläne und betonte, dass der Gasthof Fels, gelegen an der Bundesstraße und angrenzend an die drei Kreise Kulmbach, Hof und Kronach, der ideale Standort für ein solches Projekt sei. Er erinnerte zudem an die Naturoffensive Bayern, durch die der Naturpark nächstes Jahr neue Mitarbeiter einstellen kann. Diese Ranger sollen ihren Arbeitsplatz im Naturparkzentrum haben.

Wie berichtet, hatten die Behörden ihren Bescheid über das Vorkaufsrecht am 23. Oktober zugestellt. Bis 23. November hatte der neue Eigentümer Zeit, sich dagegen zu wehren. Noch kurz vor Ablauf der Frist hatte Jens Hessler gegenüber der Frankenpost angemerkt, dass die Erfolgsaussichten einer Klage gering seien und die Familie wohl das neue Zuhause verlassen müsse.

Dann hat er es sich doch anders überlegt: Drei Tage vor Ablauf der Frist hat er laut dem Hofer Landratsamt die Klage gegen den Bescheid eingereicht. Nun muss das Verwaltungsgericht in Bayreuth die Angelegenheit kären.

 

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Andrea Hofmann
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Veröffentlicht am:
18. 12. 2018
00:00 Uhr

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Andrea Hofmann

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18. 12. 2018
00:00 Uhr



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