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Länderspiegel

Europawahl: Stimmen, Zahlen, Fakten

Die Europawahl ist ausgezählt - fest steht: 15 Abgeordnete aus Bayern haben den Sprung ist EU-Parlament geschafft. Zwei von ihnen kommen aus Oberfranken.



Die CSU muss ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Europawahl fürchten. Nach der neuesten Hochrechnung liegen die Christsozialen mit 40,4 Prozent mit minus 0,1 Prozentpunkten ganz knapp unter ihrem bisherigen Negativrekord von 2014. Verglichen mit der Landtagswahl 2018 konnte die Partei von Ministerpräsident Markus Söder aber wieder zulegen. Die Grünen kamen der Hochrechnung zufolge mit einem Rekordergebnis (19,6 Prozent) auf Platz zwei in Bayern. Dahinter liegen mit Abstand SPD (9,2 Prozent) und AfD (8,3 Prozent).
 

«Der Trend geht nach oben. Wir sind auf einem guten Weg. Das ist ein stabiles Ergebnis in unsicheren Zeiten», sagte Söder der Deutschen Presse-Agentur in München. Spitzenkandidat Manfred Weber habe einen tollen Wahlkampf gemacht. «Unser Team stimmt und steht», sagte Söder und fügte hinzu: «Und mich freut: Wir haben die AfD klar gedrückt.»

Im Landkreis Hof war der Ortsteil Schwarzenstein von Schwarzenbach am Wald am schnellsten ausgezählt. Kurz nach 18 Uhr lagen die ersten Ergebnisse vor. Die CSU kam dort auf 54,22 Prozent, die SPD lag bei 20,48 Prozent, dahinter folgten die Grünen (8,4), AfD (7,2) und Sonstige (9,6) Prozent.

In der Stadt Hof lag die Wahlbeteiligung bei exakt 50 Prozent. Nach Auszählung der aller 56 Stimmbezirke geht die CSU mit 37,9 Prozent deutlich in Führung vor den Grünen (14,5 Prozent),  der SPD (14,3) und der AfD (11,7 Prozent).

Eine knappe Stunde nach Schließung der Wahllokale hatten die ersten Gemeinden im Landkreis Hof ihre Auszählung bereits beendet. In Gattendorf (Wahlbeteiligung 58,9 Prozent) kam die CSU auf 46,25 Prozent, gefolgt von SPD (12,85 Prozent), Grüne (11,46 Prozent), AfD (8,3 Prozent).

In der Gemeinde Köditz (Wahlbeteiligung 57,02 Prozent) siegte ebenfalls die CSU (44,47 Prozen), zweistärkste Kraft waren dort die Grünen (12,91 Prozent) vor SPD (10,82 Prozent) und der AfD (9,11 Prozent).

Das Ergebnis aus Berg (Wahlbeteiligung 43,05 Prozent): CSU 43,05 Prozent,  SPD 14,77 Prozent, AfD 9,68 Prozent, Grüne 8,53 Prozent.

In Trogen wählten zwar die meisten Stimmberechtigten die CSU (insgesamt 43,89 Prozent), dahinter folgte gleich die AfD mit 13,4 Prozent vor SPD (10,6 Prozent) und Grüne (9,57 Prozent).

Ergebnis aus der Stadt Helmbrechts (Wahlbeteiligung 52,28 Prozent): CSU 41,59 Prozent, SPD (16,72 Prozent), die Grüne (11,33 Prozent), AfD (10,58 Prozent).

Die Kreisstadt Selb brachte es auf eine Wahlbeteiligung von 53,6 Prozent. Dabei liegen die Christsozialen mit 41 Prozent deutlich vor der SPD (14,7 Prozent), den Grünen (11,5 Prozent) und der AfD (10,4 Prozent).

In Rehau war zwar die CSU mit 41,31 Prozent die Partei mit den meisten Stimmen, die AfD fuhr jedoch hier ihr stärkstes Ergebnis im kompletten Landkreis Hof ein: 14,22 Prozent und damit deutlich vor den Grünen (11,7) und der SPD (11,65 Prozent).

Insgesamt lag die Landkreis Hof die Wahlbeteiligung bei 56,94 Prozent. Die CSU kam insgesamt dabei auf 43,07 Prozent, die SPD auf 14,99 Prozent, die Grünen schafften es mit 10,87 Prozent gerade noch vor die AfD (10,38 Prozent). Ort mit der höchsten Wahlbeteiligung war die Gemeinde Regnitzlosau mit 66,37 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich nach Auszählung aller 97 Gebiete im Landkreis Wunsiedel ab. Die CSU hält sich mit 41,8 Prozent an der Spitze vor der SPD (15,4 Prozent), den Grünen (11,2 Prozent) und der AfD. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,6 Prozent.

Blick in Stadt und Landkreis Coburg:

Beim Gesamtergebnis der Stadt  Coburg konnte sich die CSU mit 33,35 Prozent doch noch etwas von den Grünen (22,85 Prozent) absetzen. Die drittmeisten Stimmen bekam die SPD mit 14,10 Prozent, gefolgt von der AfD (7,6 Prozent). Die Wahlbeteiligung in der Stadt Coburg lag bei 56,57 Prozent. In acht der 46 Wahlbezirke im Stadtgebiet gingen die Grünen als Partei mit den meisten Stimmen hervor. Im Wahlbezirk "Staatliche Berufsschule II" kamen sie auf 33,74 Prozent.

Das schlechte Abschneiden der Bayern-SPD wirkt sich auf den oberfränkischen Kandidaten Martin Lücke aus Coburg aus. Der Sozialdemokrat hat den Einzug ins EU-Parlament verpasst.

Das Gesamtergebnis im Landkreis Coburg setzt sich so zusammen: CSU 41,42 Prozent, SPD (14,54 Prozent), Grüne (14,10 Prozent), AfD (8,91 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 57,31 Prozent.

Die große Kreisstadt Neustadt bei Coburg hat folgendermaßen gewählt: 39,7 Prozent CSU, 15,93 Prozent SPD, 13,89 Prozent AfD  (bestes AfD-Ergebnis im Landkreis Coburg), dahinter die Grünen 10,9 Prozent. Die Wahlbeteiligung wurde mit 51,21 Prozent berechnet.

Ähnliches Bild in Untersiemau: CSU (39,97 Prozent) vor den Grünen (16,8 Prozent), SPD (16,53 Prozent) und der AfD (6,87 Prozent).

In der Gemeinde Itzgrund im Landkreis Coburg ging die CSU mit 44,57 Prozent in Führung, vor den Grünen (13,5 Prozent), der SPD  (13, 01 Prozent) und den Freien Wähler (7,62 Prozent).  Die AfD dank dort in der Wählergunst auf 6,88 Prozent.

In Seßlach knackte die CSU die 50-Prozent-Marke (50,25 Prozent). Auf dem zweiten Platz reihten sich die Freien Wähler mit 11,41 Prozent vor den Grünen mit 10,41 Prozent ein. Die SPD schaffte es auf gerade 9,86 Prozent.

 

Im Landkreis Kronach sieht das Gesamtergebnis so aus: Die CSU liegt mit 47,6 Prozent an der Spitze, SPD (14,97 Prozent), Grüne (10,03 Prozent), AfD (9,33 Prozent), Freie Wähler (5,72 Prozent). Ort mit der höchsten Wahlbeteiligung war der Markt Mitwitz mit 63,4 Prozent. Das beste Ergebnis fuhr die CSU mit 60,74 Prozent in der Gemeinde Wilhelmsthal ein, die AfD in Tschirn mit 17,91 Prozent.

 

Kurz nach 19 Uhr hat sich abgezeichnet, dass es auch Christian Doleschal aus Brand/Oberpfalz im Landkreis Tirschenreuth ins Europaparlament geschafft hat. Er sei überrascht und glücklich und könne es noch gar nicht richtig fassen, sagte der 31-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Damit ist erstmals ein Abgeordneter aus dem Fichtelgebirge in Straßburg und Brüssel vertreten.

 

Der bayerische AfD-Landeschef Martin Sichert hat sich zum niedrigen Ergebnis seiner Partei bei der Europawahl im Freistaat zunächst zurückhaltend geäußert. Die Gründe müssten erst noch im Detail analysiert werden, sagte er im Bayerischen Fernsehen bei der Wahlveranstaltung seiner Partei. Über den Wahlsieger CSU sagte er, zu viele Menschen in Bayern glaubten deren «Propaganda».
Nach der BR-Prognose zum Wahlausgang landete die AfD bei 7,0 Prozent. Bei der Europawahl 2014 waren es noch mehr als 10 Prozent gewesen.


Die Europawahl war in einigen Ländern schon am Donnerstag gestartet. In einigen Ländern schließen die Wahllokale aber erst am späten Abend. Das vorläufige Endergebnis für Bayern wird frühestens gegen 23 Uhr erwartet.


Mit rund 10,2 Millionen Wahlberechtigten zählte der Freistaat nach Nordrhein-Westfalen (13,8 Millionen) die meisten potenziellen Wähler in Deutschland. Anders als in den vergangenen Jahren hat die Wahl für Bayern dieses Mal einen besonderen Reiz: Mit CSU-Stellvertreter Weber kann sich erstmals seit Jahrzehnten ein Deutscher berechtigte Hoffnungen auf den Posten des Kommissionspräsidenten machen. Der 46-Jährige ist Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP).


2014 hatte die Wahlbeteiligung in Bayern bei 40,9 Prozent gelegen. Nach Angaben der örtlichen Wahlämter zeichnete sich aber im Tagesverlauf in mehreren bayerischen Großstädten eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab als vor fünf Jahren. In München, Regensburg, Augsburg, Würzburg und Nürnberg gingen bis zum Sonntagnachmittag mehr Menschen in die Wahllokale als 2014.

 

Aus Bayern sind künftig 15 Abgeordnete im Europaparlament vertreten. Das sind:


CSU:


- MANFRED WEBER: Der europaweite Spitzenkandidat der konservativen Parteienfamilie EVP strebt das Amt des Kommissionspräsidenten an. Der Ingenieur stammt aus Niederbayern und sitzt seit 2004 im Europäischen Parlament.


- ANGELIKA NIEBLER: Seit 1999 ist die Münchnerin Mitglied des Europäischen Parlaments. Die Rechtsanwältin ist zudem seit zehn Jahren Vorsitzende der Frauen-Union Bayern.


- MARKUS FERBER: Schon 25 Jahre ist Markus Ferber Europaabgeordneter der CSU - und bleibt dies auch. Der Augsburger war bislang unter anderem Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung.


- MONIKA HOHLMEIER: Für die Oberfranken-CSU sitzt sie seit 2009 im Europaparlament. Bislang war die gelernte Hotelfachfrau unter anderem stellvertretende Vorsitzende im Haushaltsausschuss.


- CHRISTIAN DOLESCHAL: Der 31-jährige CSU-Politiker aus der Oberpfalz (Landkreis Tirschenreuth) zieht erstmalig ins Europäische Parlament ein. Der Rechtsanwalt folgt auf den bisherigen Europaabgeordneten Albert Deß.


- MARLENE MORTLER: Die Mittelfränkin wechselt von Berlin nach Straßburg: Seit 2002 war sie Mitglied des Deutschen Bundestags und zuletzt seit 2014 die Drogenbeauftragte der Bundesregierung


AFD:


- BERNHARD ZIMNIOK: Der 66-jährige Spitzenkandidat der Bayern-AfD und Oberstleutnant a.D. aus München zieht erstmalig in das Europaparlament ein.


- MARKUS BUCHHEIT: Zum ersten Mal wird der Politologe und Rechtswissenschaftler Abgeordneter im Europäischen Parlament. Der 35-Jährige arbeitet bereits seit 2014 im Europaparlament, zuletzt als Fraktionsberater der ENF (Europa der Nationen und der Freiheit).


- SYLVIA LIMMER: Auch die 53-Jährige aus Presseck im Landkreis Kulmbach ist als Abgeordnete neu im Europäischen Parlament. Die Biologin und Tiermedizinerin ist seit 2016 Mitglied der Partei.


SPD:


- MARIA NOICHL: Seit 2014 sitzt die Oberbayerin im Europäischen Parlament, davor war sie für die Sozialdemokraten im Bayerischen Landtag. Noichl war bislang unter anderem Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung.


- ISMAIL ERTUG: Seit 2009 ist der Amberger Mitglied des Europäischen Parlaments, saß dort im Ausschuss für Verkehr und Tourismus.


GRÜNE:


- HENRIKE HAHN: Die Spitzenkandidatin der bayerischen Grünen zieht zum ersten Mal in das Europaparlament ein. Die Politikwissenschaftlerin lebt mit ihren beiden Töchtern in München.


- PIERRETTE HERZBERGER-FOFANA: Vom Erlanger Stadtrat geht es für die Lehrerin nun ins EU-Parlament. Ihre Schwerpunkte sind unter anderem Entwicklungspolitik und Gender-Frauen-Politik.


FREIE WÄHLER:


- ULRIKE MÜLLER: Die bayerische Europa-Spitzenkandidatin der Freien Wähler hat es nach 2014 nun zum zweiten Mal ins Parlament geschafft. Zuletzt war die Landwirtin aus dem Oberallgäu unter anderem Vorsitzende der Delegation für die Beziehungen zu Australien und Neuseeland.


ÖDP:


- KLAUS BUCHNER: Zum zweiten Mal zieht der Münchner Physiker als Spitzenkandidat der ÖDP in das Europaparlament ein - auch weiter als einziger Abgeordneter seiner Partei.

 

 

Mehr zum Thema Europawahl 2019 lesen Sie hier >>>

 

 

 

 

 

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Redaktion
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Veröffentlicht am:
26. 05. 2019
18:05 Uhr

Aktualisiert am:
27. 05. 2019
11:55 Uhr

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26. 05. 2019
18:05 Uhr

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27. 05. 2019
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