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Länderspiegel

Fall Monika Frischholz: Knochenfund

Bei den Sucharbeiten im Fall Monika Frischholz hat die Polizei am Montag auch Knochen gefunden. Ersten Untersuchungen zufolge handelt es sich dabei wohl um tierische Knochen.



Suchaktion: Auf etwa 50 Quadratmetern hat die Bereitschaftspolizei Nürnberg ganze Arbeit geleistet. Bis in eine Tiefe von zwei Metern blieb kein Stein auf dem anderen. Foto: Armin Weigel/dpa
Suchaktion: Auf etwa 50 Quadratmetern hat die Bereitschaftspolizei Nürnberg ganze Arbeit geleistet. Bis in eine Tiefe von zwei Metern blieb kein Stein auf dem anderen. Foto: Armin Weigel/dpa  

Flossenbürg - Am 25. Mai 1976 verlässt die zwölfjährige Monika Frischholz ihr Elternhaus in Flossenbürg und kehrt nicht mehr zurück. Sie habe einen jungen Mann treffen wollen, sagten damals Zeugen aus. Aufgrund von Hinweisen konnten die Ermittler den Fußweg des Mädchens teilweise rekonstruieren. Was dann passierte, ist unklar.

Am Montag und Dienstag nun haben Ermittler am Rande der oberpfälzischen Gemeinde eine 50 Quadratmeter große Fläche ausgehoben. Dort vermuten sie die Leiche des Mädchens. Und tatsächlich hat die Kriminalpolizei Knochenteile gefunden. Wie Polizeisprecher Florian Beck betont, müsse noch abgeklärt werden, ob es sich um tierische oder menschliche Knochen handelt. Gefunden wurde zudem das Kennzeichen des VW Käfer.

08.04.2019 - Fall Monika: Suche im Wald - Foto: News5

Fall Monika Frischholz Flossenbürg
n5_190408_ID15278_5.jpg Flossenbürg
Fall Monika Frischholz Flossenbürg
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n5_190408_ID15278_26.jpg Flossenbürg
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Flossenbürg

Die Knochenfunde wurden am Dienstag an das Institut für Rechtsmedizin Erlangen-Nürnberg gebracht. "Es ist sehr schwierig, diese zu beurteilen, da es sich um sehr kleine Teile handelt", sagte Florian Beck. Ersten Einschätzungen zufolge dürfte es sich wohl um tierische Knochen handeln. Man könne dies aber noch nicht abschließend beurteilen. Weitere Untersuchungen werden durchgeführt, die noch Tage oder Woche dauern können.

Die Arbeiten am Dienstag begannen gegen 9 Uhr. Im Einsatz waren zwei Bagger der Polizei, am Nachmittag unterstützte eine private Firma. Laut Beck stellte die Spurensicherung erneut zahlreiche Gegenstände sicher, die kriminaltechnisch untersucht werden. Auch zum aufgefundenen Autowrack gab es am Dienstag Neuigkeiten. Es steht nicht fest, ob der grüne VW Käfer mit dem möglichen Mordfall Frischholz zu tun hat. Auffallend sind die vielen Aufkleber mit Sprüchen wie "Rettet die Zärtlichkeit" oder "Überholen Sie ruhig - ich kaufe Schrott auf".

Laut Polizeisprecher handelt es sich um ein älteres Baujahr. Ein Kennzeichen und ein schwer lesbares Typenschild wurden sichergestellt. Die Zulassung stammt aus der Region. Genauere Angaben wollte Beck nicht machen. Man versuche derzeit, den Halter zu ermitteln.

Das Medieninteresse war am Dienstag ungebrochen. Zum Grabungsort kamen auch immer wieder Bürger zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Die Suche stößt auf Wohlwollen. "Jetzt sehen die Menschen Licht am Horizont und hoffen, mit dem Thema abschließen zu können", meinte Bürgermeister Thomas Meiler. Viele Flossenbürger erinnern sich noch an die zwölfjährige Monika, die im Mai 1976 auf solche mysteriöse Weise vom Erdboden verschwand. Er selbst habe die Schülerin nicht persönlich gekannt, sagt Meiler, der mit 49 Jahren etwas jünger ist, als es Monika heute wäre. Jedoch kann er sich an die Zeit ihres Verschwindens gut erinnern: Es habe geheißen, Kinder sollten vorsichtig sein, wenn sie rausgehen, und in kein Auto einsteigen. Schade sei, dass die Angehörigen von Monika die mögliche Aufklärung nicht mehr erleben.

Monikas Bruder hatte bis kurz vor seinem Tod Anfang des Jahres die Hoffnung, dass das Mädchen gefunden würde, so dass man es bestatten könne, sagt Pfarrer Georg Gierl. Der katholische Seelsorger ist seit zwölf Jahren in der Gemeinde tätig. Nicht zu wissen, was mit Monika passiert sei, habe den Bruder zeitlebens beschäftigt. Für die Familie wurde das Verschwinden der Zwölfjährigen zur Tragödie. Ihre Eltern und ein weiterer Bruder starben schon wenig später - an Gram und Schmerz, wie es im Dorf heißt. Vielleicht erfüllt sich nun der Wunsch des zweiten Bruders: Und Monika kann endlich beerdigt werden.

Auch Kriminalhauptkommissar Armin Bock, der aus Flossenbürg stammt, hat das Bild des Mädchens noch vor Augen. Er sagte vor Beginn der Grabungen: "Egal, wie diese erste Untersuchung verlaufen wird: Wir werden nicht aufgeben." Die Suche bei Waldheim wurde am Dienstag beendet. Der Wald war aber nur einer von mehreren potenziellen Ablageorten, welche die Kripo prüfen will.

Professor Matthias Graw vom Rechtsmedizinischen Institut München äußerte sich am Dienstag auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien, was nach so langer Zeit noch an menschlichen Überresten zu erwarten ist. Im Regelfall könnten Knochen und Zähne gefunden werden, "vielleicht auch Haare", dies komme auf die Umgebung an. "In 50 Jahren sind in den meisten Regionen Knochen und Zähne zu erwarten." Dabei ist nicht unbedingt mit einem kompletten Skelett zu rechnen: Oberschenkelknochen halten sich beispielsweise länger als Rippen, die früher zerbröseln. Und genau diese Möglichkeit lässt die Menschen in dem 1500-Seelen-Ort hoffen.

Autor

Christine Ascherl
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 04. 2019
10:15 Uhr

Aktualisiert am:
09. 04. 2019
18:27 Uhr

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Christine Ascherl

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09. 04. 2019
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09. 04. 2019
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