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Länderspiegel

Jäger finden menschliches Skelett

Bei einer Wildschweinjagd machen Männer eine grausige Entdeckung bei Veitlahm. Noch ist es nicht bestätigt, doch bei der Leiche könnte es sich um einen lange Vermissten handeln.



Mehrfach haben Polizisten die Gegend um Danndorf durchsucht, nachdem dort im Mai 2017 das Auto eines vermissten Bayreuthers entdeckt worden war. Damals musste die Suche ohne Ergebnis abgebrochen werden.
Mehrfach haben Polizisten die Gegend um Danndorf durchsucht, nachdem dort im Mai 2017 das Auto eines vermissten Bayreuthers entdeckt worden war. Damals musste die Suche ohne Ergebnis abgebrochen werden.   » zu den Bildern

Veitlahm - Bringt ein grausiger Fund, den Jäger am Samstagmittag in einem Wald bei Veitlahm gemacht haben, Licht in einen Vermisstenfall, der die Polizei bereits seit Mai 2017 beschäftigt? Während einer großen revierübergreifenden Jagd auf Wildschweine, an der mehr als 200 Menschen teilgenommen haben, hatten die Jäger gegen 12 Uhr am Patersberg bei Veitlahm etwa zehn Meter von einem Waldweg entfernt Skelettteile entdeckt, die eindeutig einem Menschen zugeordnet werden konnten. Die Polizei übernahm die Hoheit über den Fundort. Obwohl endgültige Klarheit wohl erst die gerichtsmedizinische Untersuchung des Leichnams bringen wird, ist es doch ziemlich wahrscheinlich, dass es sich um die menschlichen Überreste eines 33-jährigen Bayreuthers handeln dürfte, der seit Mai 2017 bereits vermisst wird. Von einem Gewaltverbrechen geht die Kripo bislang aber nicht aus.

Es war ein ziemlicher Schrecken, als eine Gruppe von Jägern am westlichen Patersberg nahe Veitlahm durch den Wald streifte und den skelettierten Leichnam entdeckte. Zuerst gesehen hat die Knochen einer der Treiber aus der Oberdornlacher Gruppe, berichtet Revierinhaber Klaus Zapf. Einige Meter von einem Waldweg entfernt lagen die Knochen an einer schwer einsehbaren Stelle. Der Treiber habe gerufen, "da liegt etwas". Als er diesem Ruf gefolgt ist, habe auch die Knochen gesehen, erzählt Zapf. Über etwa zehn Meter verstreut seien die Knochen auf dem Waldboden gelegen. Es ist wahrscheinlich, dass Tiere dafür verantwortlich waren. In vergleichsweise gutem Zustand seien, wie berichtet wird, die Kleidungsgegenstände gewesen, die ebenfalls am Fundort lagen.

Revierinhaber Klaus Zapf verständigte sofort die Polizei und führte die Streife später persönlich zum Fundort, der sofort abgesperrt wurde. Die Kripo wurde verständigt. Auch einen Gerichtsmediziner schalteten die Ermittler mit ein. Es dauerte Stunden, bis die Polizei in dem Waldstück alle Spuren dokumentiert und gesichert hatte. Nach Angaben des Revierpächters liegt der Fundort etwa 300 Meter hinter dem Patersbergturm.

Spekulationen, wesen Leichnam am Samstag gefunden wurden, kamen schnell auf. Auch die örtlichen Jäger erinnerten sich umgehend an den Vermisstenfall, der im Mai 2017 die Menschen im ganzen Umkreis von Mainleus beschäftigt hatte. Seit dem 9. Mai 2017 wurde ein 33-jähriger Mann aus Bayreuth vermisst. Den letzten bekannten Kontakt hatte der Mann aus Bayreuth am Tag seines Verschwindens mit seiner Freundin. Er hatte mit ihr telefoniert.

Nur einen Tag später wurde sein Auto, ein blauer VW Golf, dann nahe einem Wald bei Danndorf gefunden. Einem Förster war das verlassene Fahrzeug aufgefallen, in dem sich sowohl das Handy als auch der Geldbeutel des Bayreuthers befunden hatten. Von dem Mann selbst fehlte allerdings damals jede Spur.

Die Polizei setzte alles daran, den Vermissten zu finden. Polizisten durchkämmten die Gegend. Suchhunde wurden eingesetzt und auch die Besatzung eines Polizeihubschraubers unterstützte die Beamten aus der Luft bei der Suche. Doch trotz stundenlanger Suchaktionen in dem gesamten Areal rund um den Fundort des Wagens blieb der Vermisste verschwunden.

Aufgrund der Fahndungsaufrufe meldete sich schließlich eine Frau bei der Polizei. Sie hatte angegeben, den mit zwei Metern auffällig großen Mann drei Tage nach seinem Verschwinden in der Nähe von Burgkunstadt gesehen zu haben. Der Mann, berichtete die Zeugin der Polizei, sei zu Fuß unterwegs gewesen. Das lenkte die Aufmerksamkeit der Ermittler ab von der Stelle, an der das Auto entdeckt worden war. Eineinhalb Jahre lang blieb der 33-Jährige wie vom Erdboden verschluckt. "Wir haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft", berichtete Alexander Czech von der Pressestelle im Polizeipräsidium rund vier Monate nach der Vermisstenmeldung. Die Akte lag zu diesem Zeitpunkt längst bei der Kripo. Das ist in Fällen, in denen ein Vermisstenfall nach längerer Zeit noch nicht gelöst werden konnte, ein ganz übliches Vorgehen.

Die Polizei hatte in der Zeit nach dem Verschwinden des Vermissten alle Register gezogen, um ihn zu finden. Alle bekannten Kontakte des 33-Jährigen wurden überprüft. Die Fahnder sprachen mit seinen Verwandten, mit Freunden und Bekannten. Auch das Bankkonto des Vermissten prüfte die Polizei. Doch seit seinem Verschwinden hatte der Mann sein Konto nicht mehr benutzt. Schon damals war das für die Polizei ein Anzeichen, dass der Vermisste möglicherweise nicht mehr am Leben ist. Aufgegeben hatten die Ermittler während der vergangenen eineinhalb Jahre nicht. "Sollten wir irgendwelche neuen Erkenntnisse erlangen, geht es sofort weiter mit der Suche", hatte der Polizeisprecher vor gut einem Jahr gesagt.

Neue Erkenntnisse, die darauf hindeuten, dass es sich bei dem Fund menschlicher Überreste um den Vermissten handeln könnte, gibt es jetzt. Das menschliche Skelett ist auf der westlichen Seite des Patersbergs bei Veitlahm gefunden worden. Nicht weit entfernt davon war Anfang Mai 2017 nahe des Nachbarorts Danndorf der blaue Golf des Bayreuthers entdeckt worden.

Alexander Czech vom Bayreuther Polizeipräsidium hat auch an diesem Wochenende Dienst und ist zuständig für alle Auskünfte über den Skelettfund. Noch könne man nicht offiziell bestätigen, dass die Überreste des vermissten Mannes aus Bayreuth gefunden seien, sagt er. "Das muss er erst noch abschließend geklärt werden." Czech verweist auf die gerichtsmedizinische Untersuchung, die jetzt stattfinde. Eventuell könne bereits am Montag etwas über die Identität des Leichnams und die Umstände gesagt werden, wie die Person ums Leben gekommen ist.

Nach ersten Erkenntnissen der Beamten und auch nach Aussagen des Gerichtsmediziners liegen weiterhin keine Hinweise auf ein Fremdverschulden für den Tod der gefundenen Person vor, erklärte der Polizeisprecher gegenüber der Frankenpost.

Autor

Melitta Burger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
11. 11. 2018
13:30 Uhr

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