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Kaltfront führt zu Wetter-Kuddelmuddel in Nordost-Oberfranken

Am Donnerstag bringt eine Kaltfront in Nordost-Oberfranken mancherorts starken Regen mit sich. Nur wenige Kilometer entfernt aber fällt kein Tropfen vom Himmel. Wetterexperte Peter Jandl erklärt, wie es dazu kommt.



Ein Extrembeispiel: Teile des Vogtlandes - wie auf unserem Foto im Städtchen Pausa - sind Anfang Juni von schweren Unwettern mit bis zu 70 Litern Regen pro Quadratmeter getroffen worden, während nur wenige Kilometer entfernt kein Tropfen fiel. Dass es vermehrt zu solchen starken Unwettern kommt, liegt laut Peter Jandl, Leiter der Wetterwarte in Hof, durchaus am Klimawandel.   Foto: VA/Riescher

Nordost-Oberfranken - Bei einem selbst schüttet es wie aus Eimern, beim Bekannten, der nur wenige Kilometer entfernt wohnt, bleibt die Erde salztrocken. Ein Phänomen, das viele kennen.

Am Donnerstag konnte man genau das in Nordost-Oberfranken beobachten. In Marxgrün bei Naila etwa hat es laut Aussagen eines Mitarbeiters der Nailaer Stadtverwaltung am Abend zwischen 18 und 19 Uhr zehn Minuten lang stark geregnet. Im nur wenigen Kilometer entfernten Marlesreuth dagegen sei die Erde trocken geblieben, berichtet Peter Jandl, Leiter der Wetterwarte in Hof. Wie kommt es dazu? Ist gar der Klimawandel daran schuld?

"Am Donnerstag ist bei uns in Nordost-Oberfranken eine Kaltfront durchgezogen. Die brachte einzelne Gewitter, Schauer sowie ein bisschen Wind mit sich. Das heißt aber nicht, dass es überall regnen muss", erläutert Jandl.

Gewitterfronten seien keine einheitlichen Gebilde, die an allen betroffenen Orten zum selben Wetter führen. "In einer Gewitter-Formation gibt es vereinzelte kleine Zellen, die dafür sorgen, dass es örtlich zum Beispiel fünf Minuten lang kräftig regnet. Andernorts dagegen regnet es gar nicht", sagt Jandl.

Er stellt aber klar: "Dass wir eine Erderwärmung haben, ist kein Geheimnis." Es deute sich an, dass die Klimaerwärmung zu mehr extremen Hitzetagen im Laufe eines Jahres führt. Genauso stünden wohl die häufiger auftretenden starken Niederschlagsmengen mit dem Klimawandel in Zusammenhang. "Was am Donnerstag bei uns passiert ist, hat aber nichts mit der Klimaerwärmung zu tun. Dass es bei einer normalen Gewitterfront bei mir regnet und 500 Meter weiter nicht, ist nichts Besonderes. Das gab es bereits zu Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881", sagt Jandl.

 

Das Wetter am Donnerstag in Nordost-Oberfranken:

Laut Peter Jandl sind am Donnerstag in Hof lediglich 200 Milliliter Niederschlag pro Quadratmeter niedergegangen.“Für einen Regentag ist das sehr wenig." In anderen Teilen der Republik habe es aber erheblich mehr geregnet, meint der Experte: „In Leipzig sind gar 3,5 Liter Regen auf dem Quadratmeter runtergegangen.“

„Bei uns kam schon ein bisschen was runter“, sagt Christian Seiferth vom Stadtbauamt Münchberg bevor er die Niederschläge vom Donnerstagabend genauer beschreibt. Zwischen 19 und 20 Uhr habe es in dem Ort sehr stark geregnet. Etwa eine halbe Stunde lang hielt der Schauer über der Stadt an. Doch während über Münchberg viele Regenwolken gezogen seien, habe es im Umland nur minimal geregnet. „Die Intensität der Niederschläge war sehr unterschiedlich.“ Auf den Alltag der Münchberger habe sich der Regen nur wenig ausgewirkt. Schäden oder Verkehrsbehinderungen durch der den Niederschlag habe es im Stadtgebiet nicht gegeben. 

Auf der A9 zwischen Münchberg und Gefrees kam es am Donnerstagabend aufgrund des Starkregens aber zu einem Verkehrsunfall.

Dagegen hat es in der Kulmbacher Innenstadt, im Wunsiedler Ortsteil Holenbrunn und in der Marktredwitzer Innenstadt am Donnerstagabend nicht geregnet, berichten jeweils Mitarbeiter der Stadtverwaltungen.

 

 

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Georg Jahreis, Yannick Seiler
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Veröffentlicht am:
10. 08. 2018
14:23 Uhr

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Georg Jahreis, Yannick Seiler

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10. 08. 2018
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