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Länderspiegel

Kunst statt Glanz und Glamour

Kultur, Soziales und Denkmalpflege: Die Oberfrankenstiftung hat ihre Preise verliehen. Der Kulturpreis geht an die Hofer Filmtage, der Denkmalpflegepreis ins Kulmbacher Land.



Vertreter der beiden Vereine "Cine Center Hof" und der "Freunde der Internationalen Hofer Filmtage" haben den Kulturpreis der Oberfrankenstiftung entgegengenommen. Unser Bild zeigt (von links): Hannes Buchta, Bezirkstagspräsident Günther Denzler, Christine Walther, Regierungspräsidentin Heidrun Piewernetz, Bezirkstagsvizepräsident Eberhard Siller, Dagmar Müller, Gerhard Lindner, Uwe Kaupenjohann und Werner Weinelt.	Fotos: Stephan Herbert Fuchs
Vertreter der beiden Vereine "Cine Center Hof" und der "Freunde der Internationalen Hofer Filmtage" haben den Kulturpreis der Oberfrankenstiftung entgegengenommen. Unser Bild zeigt (von links): Hannes Buchta, Bezirkstagspräsident Günther Denzler, Christine Walther, Regierungspräsidentin Heidrun Piewernetz, Bezirkstagsvizepräsident Eberhard Siller, Dagmar Müller, Gerhard Lindner, Uwe Kaupenjohann und Werner Weinelt. Fotos: Stephan Herbert Fuchs   » zu den Bildern

Ebrach - Mit dem renommierten Kulturpreis der Oberfrankenstiftung sind am Donnerstagabend in Ebrach die Internationalen Hofer Filmtage ausgezeichnet worden. Regierungspräsidentin Heidrun Piewernetz übergab den mit 15 000 Euro dotierten Preis in der Klosterkirche von Ebrach im Landkreis Bamberg an Vertreter der beiden Vereine "Cine Center Hof" und an die "Freunde der Internationalen Hofer Filmtage". Der Sozialpreis der Oberfrankenstiftung ging an den Ebracher Gefängnispfarrer Hans Lyer, der Denkmalpflegepreis an den Restaurator Uwe Franke und dem britischen Geschäftsmann Ender Ozbek.

Regierungspräsidentin Heidrun Piewernetz bezeichnete die Hofer Filmtage als "wahren kulturellen Botschafter Oberfrankens" und zitierte Wim Wenders, der Hof einmal als Kürzel für "Home of Films" gedeutet hatte. Hof sei ein Name, der für alle, denen Film etwas bedeutet, einen guten Klang besitzt, und zwar weit über die deutschen Grenzen hinaus, sagte Piewernetz.

Sie erinnerte an die Anfänge, als im Mai 1967 erstmals ein Programm mit Kurzfilmen gezeigt wurde, und sie erinnerte an den Vater dieses Erfolges, den im März verstorbenen Gründer Heinz Badewitz. Der gebürtige Hofer wurde bereits 1988 mit dem Kulturpreis der Oberfrankenstiftung ausgezeichnet. "Die Lücke, die der Tod von Heinz Badewitz gerissen hat, ist breit und tief, sie wird schwer zu füllen sein", sagte die Regierungspräsidentin.

Wer Rang und Namen hat unter den Regisseuren, der habe oft in Hof den Grundstein zu seiner Karriere gelegt, betonte Piewernetz. Unter anderem nannte sie die Film-Schaffende Wim Wenders, Werner Herzog, Rainer Werner Fassbinder, Doris Dörrie, Sönke Wortmann und Christoph Schlingensief sowie die beiden deutschen Oscar-Preisträger Caroline Link und Florian Henckel von Donnersmark.

Das Besondere an Hof sei, dass die Kunst im Vordergrund stehe, statt Glanz und Glamour. Genau deshalb besitze das Festival noch seinen familiären Charakter, der ihm einen ganz eigenen Charme verleiht. Der Zauber der Filmtage sei der Verdienst der 130 Mitglieder des "Cine Center". Der Verein trage die Verantwortung und schultere die Last der Organisation. Die "Freunde der Internationalen Filmtage" haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Erbe der Filmtage zu pflegen, ihren Flair durch Ausstellungen bekannt zu machen und Mittel für die Durchführung einzuwerben.

Dass die Preisverleihung der Oberfrankenstiftung diesmal in der ehrwürdigen Klosterkirche von Ebrach stattfand, lag daran, dass der Gefängnisseelsorger der Ebracher Jugendhaftanstalt Hans Lyer den ebenfalls mit 15 000 Euro dotierten Sozialpreis erhielt. Lyer betreut als Gefängnisseelsorger die jungen Häftlinge. Dabei gelingt es ihm immer wieder, mit öffentlichkeitswirksamen Kunstprojekten den Blick der Bevölkerung auf die jungen Straftäter zu lenken. Lyer wurde 1982 zum Priester geweiht, war von 1986 bis 1994 Rektor der Jugendbildungs- und Freizeitstätte Burg Feuerstein bei Ebermannstadt im Landkreis Forchheim und kam 1994 nach Ebrach. Zu den Kunstprojekten gehören unter anderem eine Schreibwerkstatt, ein riesiger Feuervogel aus Metall, der 2012 auf der Landesgartenschau in Bamberg in Szene gesetzt wurde, und ein zehn Meter hoher "Turm zu Babel", der aus Symbolen der Selbstüberschätzung bestand.

Der traditionelle Denkmalpflegepreis ging schließlich zu gleichen Teilen an den britischen Geschäftsmann Ender Ozbek und an den Restaurator Uwe Franke aus Wernstein bei Mainleus im Landkreis Kulmbach. Franke stammt aus Greifswald, lernte an der Dombauhütte in Erfurt und legte seine Meisterprüfung im Malerhandwerk ab. Noch vor dem Fall der Mauer übersiedelte er 1989 nach Kulmbach. 1991 eröffnete er einen Malerbetrieb in Veitlahm, 1994 zog er in das Wernsteiner Schloss. Franke ist in der Denkmalpflege tätig und hat sich in diesem Bereich weit über die Region hinaus einen Namen gemacht. "Wenn es um Stuck, alte Putze oder um farbige Wandfassungen geht, dann ist er eine der besten Adressen", sagte Bezirksheimatpfleger Günther Dippold. Zu Frankes Referenzen gehört unter anderem die Sanierung des Kulmbacher Rathauses. Wenn Franke auszeichnungswürdig ist, dann deshalb, weil er weit mehr als nur seinen Job macht, sagte Dippold. Er werbe stets für denkmalgerechte Lösungen, berate private und öffentliche Eigentümer ausführlich und sei außerdem als der für den Regierungsbezirk zuständige ehrenamtliche Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz tätig.

Der zweite Preisträger Ender Ozbek hatte die heruntergekommene Lösch-Villa in der Schützenstraße in Sonnefeld bei Coburg gekauft und das im Jugendstil erbaute Haus sorgfältig restauriert. Dabei hatte er komplett auf öffentliche Zuschüsse verzichtet und konnte dennoch das Anwesen mit seinem ganz besonderen Charakter erhalten. Entstanden waren drei Wohnungen, von denen der Geschäftsmann eine bei seinen regelmäßigen Besuchen selbst nutzt.

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Von Stephan Herbert Fuchs
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Veröffentlicht am:
01. 10. 2016
00:00 Uhr

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Von Stephan Herbert Fuchs

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01. 10. 2016
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